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Die Hirschvogel-Spitze vor Maschinen im Werk Denklingen : (v.l.) Alfons Hätscher (Geschäftsführer Finanzen), Armin Maudrich (Hirschvogel-Stiftung), Thomas Brücher (Geschäftsführer Vertrieb, Einkauf, Entwicklung), Walter Pischel (Hirschvogel-Stiftung) und Frank Anisits (Geschäftsführer Produktion). 

Große Investitionen geplant

Hirschvogel: 50 Millionen Euro für heimische Werke

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Das Wachstum beim Automobilzulieferer Hirschvogel nimmt von Jahr zu Jahr zu: Mit satten 15,4 Prozent stieg der Umsatz im abgelaufenen Jahr auf die Rekordhöhe von 1,167 Milliarden Euro, für dieses Jahr werden dank brummendem Geschäft bereits 1,3 Milliarden angepeilt. Die heimischen Standorte werden dabei massiv ausgebaut.

Schongau – Ein „erfreuliches Jahr“ sei es gewesen, sagte Finanz-Geschäftsführer Alfons Hätscher, und bei dieser Untertreibung musste er sogar selbst ein wenig schmunzeln. Denn Dieselkrise und E-Auto-Debatten zum Trotz hat das Unternehmen mit Stammsitz in Denklingen mit dem Umsatzsprung sogar seine eigenen Erwartungen übertroffen (Gewinn-Zahlen gibt Hirschvogel grundsätzlich nicht preis). Vor allem das Wachstum in China, wo dieses Jahr bereits 230 Millionen Euro Umsatz angestrebt werden, sei unfassbar, sagt Produktions-Geschäftsführer Frank Anisits: „Wir planen dort konservativ mit 25 Prozent mehr Geschäft, zuletzt waren es 51 Prozent mehr – und auch dieses Jahr rechnen wir mit einer Zahl über 40.“

Auch wenn das größte Wachstum im asiatischen Riesenreich stattfindet, müssen sich die deutschen Standorte Denklingen, Schongau und Marksuhl (Thüringen) mit immerhin zwölf Prozent Wachstum nicht verstecken. Allein im Werk Schongau rechnet Hirschvogel dieses Jahr mit einem Umsatz von 380 Millionen Euro, getoppt nur vom Spitzenreiter Denklingen mit 540 Millionen. 5300 Mitarbeiter – in Vollzeitstellen gerechnet – arbeiten mittlerweile für Hirschvogel, davon 3100 in Denklingen und Schongau. Dort kamen vergangenes Jahr 150 neue Stellen dazu, die meisten in Schongau. „Am dortigen Werk haben wir unglaublich viele neue Maschinen in Betrieb genommen, insgesamt 90 Stück“, sagte Anisits.

150 Millionen Euro hat Hirschvogel in alle weltweiten Standorte investiert, unter anderem in den neuen Standort in Mexiko, rund 50 Millionen waren es in Denklingen und Schongau. Das wird dieses Jahr von der Größenordnung wieder ähnlich ausschauen, nur in anderen Bereichen: „Bis eine bestellte Umformmaschine steht und in Betrieb ist, vergehen schon einmal eineinhalb Jahre“, sagt Anisits. Da die Schongauer Halle 8 schon wieder voll ist, wird dieses Jahr die bereits genehmigte Halle  9 gebaut.

Doch auch in Denklingen, wo die Halle 16 durch einige Umzüge und neue Maschinen mittlerweile voll ist, wird investiert. „Wir haben beschlossen, dort in die AluminiumUmformung einzusteigen. Bisher bearbeiten wir dort nur Stahl.“ Aluminium war bisher die Domäne von Marksuhl, doch einen Grund für die Entscheidung hob Anisits bewusst hervor: „Denklingen hat einen Gewerbesteuer-Hebesatz von 300, Marksuhl 380 – das ist ein Argument für so eine Entscheidung.“ Dafür wird in Denklingen ein Anbau an die Halle 16 gebaut, die 16e heißen wird und mit 170 Meter Länge und 50 meter Breite enorme Ausmaße hat. Weil der Hauptsitz aus allen Nähten platzt und die Mitarbeiter mit ihren Autos sogar mitten auf der gefrorenen Wiese gegenüber stehen, wird auch ein Parkplatz für 600 Autos gebaut, der bereits in drei Monaten fertig sein soll, und zudem ein neues Verwaltungsgebäude.

Thomas Brücher (Geschäftsführer Vertrieb, Einkauf und Entwicklung) wagte zum Schluss noch einen Blick in die Zukunft. Wie lange der endgültige Durchbruch von E-Autos oder Visionen wie autonomes Fahren noch dauert, daran wolle man sich nicht beteiligen. „Aber wir wollen uns so aufstellen, dass wir mit Veränderungen leben können“, sagte Brücher mit Verweis auf neue Projekte. So biete man bereits erfolgreich Produkte für E-Autos an, die man in den vergangenen Jahren entwickelt habe. „Da haben wir auch noch Kapazitäten frei, aber die werden bei einem derzeit homöopathischen Elektroauto-Anteil von 0,7 Prozent in Deutschland noch nicht abgerufen“, so Brücher schmunzelnd. „Wobei wir uns zudem sicher sind, dass unser bestehendes Geschäft noch lange Zeit sehr gut laufen wird.“

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