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Auf der Nordseite (in der Grafik links)  wird der Geltungsbereich erweitert und eine nahezu quadratische Fläche dem Industriegebiet Hirschvogel zugeschlagen.

Denklingen

Hirschvogel braucht in Denklingen Platz für Mitarbeiter

Das Unternehmen Hirschvogel in Denklingen braucht mehr Platz für seine gut 300 Mitarbeiter in der Verwaltung. Eine Option ist, ein großes Bürogebäude am bisherigen Parkplatz östlich des Bürotraktes zu errichten. Pkw-Stellflächen für Mitarbeiter und Besucher sollen stattdessen auf einem drei Hektar großen Gelände nördlich der Kreisstraße LL 17 geschaffen werden.

Denklingen Es gebe verschiedene Varianten, aber es sei noch nichts „spruchreif“, erklärt dazu Frank Anisits von der Hirschvogel-Geschäftsführung. Heuer werde diesbezüglich keine Baumaßnahme beginnen. Ausgeschlossen sei auch, dass nördlich der Kreisstraße eine Produktionshalle entstehen wird. Falls da eine Erweiterung erforderlich sei – aktuell ist dies nicht der Fall – dann geschehe dies im Süden des Standortes.

Mit dem Wachstum der Unternehmensgruppe – zuletzt um zehn Prozent im Jahr 2016 – sei auch die Zahl der Mitarbeiter in der Verwaltung gestiegen. Einige davon hätten ihre Arbeitsplätze in Containern. Das sei aber „nicht mehr zielführend“, kommentiert Frank Anisits, der Geschäftsführer für Produktion.

Bislang befindet sich das Areal der Firma Hirschvogel, die am Standort Denklingen zirka 2000 Mitarbeiter beschäftigt, ausschließlich auf der Süd- und Ostseite der Kreisstraße, die an der B 17 abzweigt und nach Denklingen führt. Die einzige Ausnahme ist der Parkplatz für Lastwagen, der auf der anderen Seite der Fahrbahn angelegt wurde.

Gemeinde stößt Bauleitplanung an

Die Gemeinde hat nun, wie es Bürgermeister Michael Kießling formuliert, „die Bauleitplanung angestoßen“. In der Sitzung am Mittwochabend ist beschlossen worden, den Flächennutzungsplan im Bereich des Industriegebiets Hirschvogel ein weiteres Mal zu ändern. Ohne weiteren Diskussionsbedarf ist zudem der Bebauungsplan „Hirschvogel Automotive Group“ aufgestellt worden; der Vorentwurf wurde gebilligt.

Gemeinderätin Anita Gropp erkundigte sich, wie das zu werten sei, wenn die LL 17 durch das Gebiet des Bebauungsplanes führe, der künftig Flächen beidseits dieser Straße umfasse. Bürgermeister Kießling antwortete, am Status der Straße ändere sich deswegen nichts.

Die drei Hektar große Wiese, für die Baurecht geschaffen werden soll, wird bisher landwirtschaftlich genutzt. Sie ist schon im Besitz der Unternehmensgruppe Hirschvogel. Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes und mit einem neuen Bebauungsplan möchte die Gemeinde Denklingen vorrangig der Entwicklung der Firma gerecht werden. Zugleich möchte sie aber einen Schlussstrich ziehen unter die zahlreichen Festsetzungen der vergangenen Jahrzehnte. Diese würden sich voneinander in vielerlei Hinsicht unterscheiden und einige Widersprüche enthalten.

Vor allem die Festsetzungen zur Grünordnung spiegeln sich im aktuellen Bestand kaum wider. Auch wird auf weitere Veränderungen verwiesen: zum Beispiel auf die Neuvermessung der Flurstücke für den Bau des Radweges entlang der Kreisstraße LL 17.

Der Geltungsbereich für die Änderung des Flächennutzungsplanes umfasst den bereits bebauten Bereich des bestehenden Werkes zwischen der Kiesgrube im Osten (nahe der B 17), der Dr. Manfred-Hirschvogel-Straße im Norden und Westen sowie einem Wirtschaftsweg auf der Südseite. Gegenüber der Kreisstraße ist der Lkw-Parkplatz einbezogen. Neu ausgewiesen wird eine Fläche nördlich der Kreisstraße. Sie ist drei Hektar groß und reicht bis an die Gemeindegrenze zu Fuchstal heran. In der Nähe befindet sich eine Kiesgrube. Die weitere Umgebung ist durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt.

Hirschvogel verfügt am Standort Denklingen über eine Betriebsfläche von 30 Hektar. Im Vergleich dazu entspricht die Wiese nördlich der Kreisstraße, die nun baurechtlich dem Industriegebiet zugeschlagen werden soll, einem Zehntel davon.

ÖPNV-Anbindung verbesserungswürdig

Auf einen anderen Punkt wird in der ausführlichen Begründung für die Änderung des FNPL vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München freilich zum Schluss noch hingewiesen. Es ist die Anbindung an den ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr). Die sei durch die Buslinie von Landsberg nach Schongau mit den Haltestellen Hirschvogel-Betrieb und Hirschvogel-Verwaltung zwar gegeben. Doch die Bedienung sei im Abschnitt Denklingen-Schongau mit sechs werktäglichen Fahrten nur mangelhaft. Ab dem späten Nachmittag und am Wochenende sei das Angebot „stark verbesserungswürdig“, heißt es.

Johannes Jais

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