beitrag zu mehr mobilität

Die Idee von der Mitfahrerbank

Daniel Hamadej hat eine Werbeagentur. Auf seiner Visitenkarte steht auch, dass er Ballonpilot ist. Der junge Mann aus Epfach wirbt nun für eine Idee, die keineswegs abgehoben ist: nämlich für die Mitfahrerbank. Die sollte es in Denklingen und erst recht in Epfach geben.

Denklingen/Epfach – Mitfahrerbank bedeutet, dass jemand, der zum Beispiel von Epfach nach Schongau, Denklingen oder Landsberg möchte, an einen bestimmten Platz im Dorf kommt und dort auf einer fest installierten Bank Platz nimmt. Daneben ist an einer Stange ein Schild, das den Ort anzeigt, wohin er möchte. Meist sei es so, dass innerhalb der nächsten Zeit ein Autofahrer des Weges sei und einen dann mitnehmen könne.

Neulich hat Daniel Hamadej seine Idee im Gemeinderat vorgestellt. Die Reaktionen waren unterschiedlich. Sie reichten von reserviert bis aufgeschlossen. Ein Beschluss, ob solche Mitfahrerbänke in Denklingen, Epfach und eventuell auch in Dienhausen eingerichtet werden, ist noch einmal vertagt worden. Die Gemeinde möchte zunächst abklären, ob es kommunalrechtlich in Ordnung ist, wenn sie so ein Vorhaben unterstützt. Ausgeschlossen werden soll, dass die Gemeinde in Haftung genommen werden kann, wenn jemand von einem anderen Autofahrer befördert wird.

Anstoß für die Idee von der Mitfahrerbank war für Daniel Hamadej ein eigenes Erlebnis, das ungefähr drei Monate zurückliegt. Der 28-Jährige hatte an einem Sonntagabend einen Termin in Augsburg. Per Anhalter fuhr er bis zum Landsberger Bahnhof, wo er in den Zug stieg. Sein Auto war kaputt, eine Busverbindung gibt es am Sonntag nicht. Im Fernsehen verfolgte Hamadej einen Beitrag über die Mitfahrerbank. Entstanden war eine solche Initiative schon 2014 in der Eifel. Sein Anliegen ist es, so etwas auch in der Gemeinde Denklingen zu starten. Auf dem Land, wo viele einander kennen, sei die Idee durchaus Erfolg versprechend.

Klar ist, dass die Gemeinde dazu kein Geld zur Verfügung stellt. Bänke und Schilder müssten über Sponsoring angeschafft werden. Die Gemeinde müsse das per Beschluss nur legitimieren, sagte Bürgermeister Michael Kießling und ergänzte: „Aber die rechtliche Situation will ich geklärt haben.“

Dass sie bei dem Thema „Bauchschmerzen“ habe, bekundete Regina Wölfl. Sie stehe der Sache kritisch gegenüber. Gerade in Epfach könne jeder auch Verwandte, Bekannte, Nachbarn und Freunde fragen, ob sie jemanden da oder dorthin mitnehmen. Außerdem sei man bemüht, in Denklingen einen Dorfladen ins Leben zu rufen. Da sollten „Leute hierher gebracht werden und nicht woanders hin“, bekundete Wölfl. Hamadej antwortete, dass auch Denklingen genauso wie Schongau oder Landsberg ein Ziel für die Mitfahrerbank in Epfach sein könne.

Martin Steger aus Dienhausen sah die Sache positiv. Nur in der kleinen Ortschaft Dienhausen sei das schwierig. Da seien es die Leute gewohnt, „mobil sein zu müssen“. Aber es wäre eine schöne Sache, wenn zum Beispiel Epfacher auf diese Weise zum Dorfladen nach Denklingen gelangen.

Rubriklistenbild: © Reinhard Kurzendörfer

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