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Instrumentenbauer und leidenschaftlicher Musiker: Georg Linder (22) aus Denklingen.

Instrumentenbauer, Dirigent und Allroundtalent

Der „Schorre“ – ein Vollblutmusiker

„Schorre“ ist sein Spitzname: „Die Musik ist meine Welt“, sagt Georg Linder aus Denklingen im Ton der Überzeugung. Der 22-Jährige ist Instrumentenbauer, macht im Herbst seinen Meister, arbeitet dreieinhalb Tage in der Woche beim renommierten Fachbetrieb Hans Krinner in Bad Tölz und fertigt Instrumente auch zuhause.

Denklingen – Der 22-jährige Denklinger Georg Linder gehört zu den jüngsten Dirigenten im Bezirk-Ammersee. Zwar ist Wolfgang Wagner der erste Kapellmeister des Denklinger Blasorchesters, der mit den zirka 50 Musikern für Konzerte und Wertungsspiele probt. Doch die meisten Proben und Auftritte im Jahreslauf absolviert mit dem Musikverein inzwischen der „Schorre“. Er ist offiziell zweiter Dirigent, nachdem Franz Jäger im Sommer vergangenen Jahres diese Aufgabe abgegeben hat.

Georg Linder – ein Vollblutmusiker: Er spielt in der Denklinger Kapelle meist an der Posaune mit, wenn Wagner neue Werke einstudiert oder Auftritte leitet. Zudem ist er bei den Brauhaus-Musikanten dabei: Diese Blechbläser-Besetzung hat sich im Ostallgäu und im westlichen Oberbayern mittlerweile einen Namen gemacht als Formation, die für anspruchsvolle Blasmusik steht und zugleich Stimmung in Zelte und Hallen bringt.

Georg Linder stammt aus einer Musikerfamilie. Sein Vater Bernhard, Industriemechaniker von Beruf, spielt Posaune und Bariton in verschiedenen Besetzungen. Er war früher selbst Dirigent in Denklingen und hat bis 2016 den Taktstock bei der Blaskapelle Lechrain geführt. Ebenso wie sein Vater musizierte Georg schon in der Stadtkapelle Landsberg mit.

Der 22-Jährige hat zwei Geschwister: Sandra (24) spielt Klarinette und Saxophon und wohnt nahe Füssen. Georg, der bei Andreas Immler an der Musikschule Pfaffenwinkel in Schongau fünf Jahre Posaune gelernt hat und zusätzlich noch bei einem Musiker in Germaringen drei Jahre lang Schlagzeug erlernt hat, hat noch einen jüngeren Bruder. Robert ist 19 und zurzeit beim Gebirgsmusikkorps in Garmisch-Partenkirchen aktiv. In diesem Orchester ist er Schlagzeuger.

Nach der Realschule in Schongau hat Georg Linder die Fachoberschule in Landsberg besucht. Im Jahr 2014 begann er die Lehre in Bad Tölz. Die Ausbildung zum Metallblasinstrumentenbauer – so die genaue Bezeichnung – ging über drei Jahre. 2017 legte er die Gesellenprüfung in Mittenwald ab, wo er die Berufsschule besuchte. In diesem seltenen Ausbildungsberuf wurde Georg Linder Kammersieger und außerdem Landessieger.

Schon im vergangenen Jahr hat der junge Denklinger sein eigenes Gewerbe angemeldet. Seit Sommer 2017 darf er sich als Instrumentenbauer bezeichnen. Warum er sich jetzt zur Meisterschule angemeldet hat? Weil er selbstständig werden will und ihn zudem der fachliche Titel weiterbringt, antwortet der „Schorre“.

Die Meisterschule hat in diesem Monat in Weilheim begonnen und geht normal über ein Jahr. Verbunden damit ist intensives Lernen zuhause. In der Firma Krinner in Bad Tölz bildet der Neubau von Instrumenten den Schwerpunkt. Als Lehrling und Geselle hat Linder dort schon Trompeten, Flügelhörner und Basstrompeten fabriziert. Daheim in Denklingen hat der Vollblutmusikant mittlerweile sechs Flügelhörner fertiggestellt. Ein Instrument wurde bereits verkauft. Es gibt einige Anfragen, das stimme ihn „optimistisch“. Das Kundenpotenzial sieht er unter Studenten, Blasmusikschülern und unter guten Laienmusikern. Durch sein Musizieren – Linder hat früher auch schon bei Kapellen wie in Schöffelding oder in Hohenfurch ausgeholfen – ist mittlerweile ein Netzwerk entstanden.

Der „Schorre“ bekennt zudem, dass er sich auch deswegen als Instrumentenbauer selbstständig machen will, weil er da in seinem „eigenen Tempo“ arbeiten könne, weil er so die Vision verwirklichen könne, zusammen mit dem Ratschlag von Profis maßgeschneiderte Instrumente anzufertigen, wenn er an Material, Mundstück, Maschine und Mensur denke. Und „weil i dahoam bleiben will“.

In Denklingen und in der Gegend zwischen Schongau, Landsberg und Kaufbeuren habe er seine Freunde. Da fühle er sich wohl. Seine Freundin Elena (19) ist in Stöttwang zuhause und spielt dort in der Kapelle Klarinette und Saxophon. Tonangebend ist Georg Linder – wenn er den Musikverein Denklingen dirigiert. Da fordert er von Jung und Alt gleichermaßen Disziplin ein.

Ob und wann er mal erster Kapellmeister wird? Das hat Zeit. Erst legt der junge Mann den Schwerpunkt auf die Meisterschule. Danach sieht er den Dirigentenkurs als weitere Aufgabe. An Zielen und Ehrgeiz mangelt es dem jungen Mann, dessen Welt ganz und gar die Musik ist, also wirklich nicht.

Johannes Jais

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