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Ist mit seinem Wahlergebnis zufrieden: der neue Denklinger Bürgermeister  Andreas Braunegger.

Nach der Denklinger Bürgermeister-Wahl

Braunegger: „Ich freue mich über mein Ergebnis“

Zur Denklinger Wahlnachlese gehört eine nette Begebenheit aus Epfach: Dort war Andreas Braunegger (50), der am Sonntag zum Bürgermeister gewählt worden ist, am Samstag noch unterwegs zwecks Werbung in eigener Sache. Am gleichen Tag suchte auch Meinrad Klein (60), der die zweitmeisten Stimmen auf sich vereinen konnte, drei Bewohner in der Ortschaft auf. Diese dachten zunächst, jetzt mache der Meinrad Klein, obwohl nicht offiziell Kandidat, doch noch Werbung für sich. Aber er war in anderer Mission unterwegs.

Denklingen – Der langjährige Kirchenpfleger ist Vorsitzender des Wahlausschusses, der für die Pfarrgemeinderatswahlen im Februar gebildet wurde. In dieser Funktion wollte er bestimmte Leute in Epfach aufsuchen und sie gezielt für ein Engagement in diesem Gremium ansprechen. Bislang sind es nur zwei Kandidaten, vier sollten es schon sein.

Wie berichtet, erhielt Klein im November bei der Aufstellungsversammlung für die Denklinger Bürgermeisterwahl im Gemeindeteil Epfach mehr Stimmen als Braunegger. Doch Klein blieb dabei: Er stellte sich nicht offiziell zur Wahl. So blieb es bei einem offiziellen Kandidaten, nämlich bei Braunegger, der am Sonntag 60,5 Prozent der Stimmen erhielt. Für ihn votierten 591 Wähler.

Nutznießer der Tatsache, dass auf dem Stimmzettel handschriftlich auch ein anderer Name eingetragen werden konnte, war in erster Linie Meinrad Klein, der 152 Stimmen bekam, was bei 977 gültigen Stimmen 15,6 Prozent entspricht. 95 Wähler (9,7 Prozent) vermerkten auf dem Stimmzettel den Namen des zweiten Bürgermeisters Norbert Walter. Der hatte aber im September erklärt, dass er für den Chefsessel nicht kandidieren wird.

Prozentual schnitt Braunegger am besten in Dienhausen ab. Dort erhielt er 70,7 Prozent. Für Klein gab’s dort keine einzige Stimme. In Epfach fuhr der neue Bürgermeister sein schlechtestes Ergebnis ein. Doch auch dort lag Braunegger mit knapp 46 Prozent deutlich vor Klein, dessen Name 37 Prozent auf den Stimmzettel geschrieben haben. Miserabel und noch schlechter als im Gesamtschnitt (49,5 Prozent) war in Epfach die Wahlbeteiligung mit nur 37,7 Prozent.

„Ich bin froh, dass es nicht zu einer Stichwahl gekommen ist“, sagte Klein am Montagmittag im Gespräch mit den Schongauer Nachrichten. Klein, der diese Woche Braunegger noch persönlich zur Wahl gratulieren möchte, geht davon aus, dass eine höhere Wahlbeteiligung keinesfalls Braunegger zugutegekommen wäre. Der habe seine Anhänger voll mobilisieren können. Bei einem offiziellen Mitbewerber und einer höheren Wahlbeteiligung wäre eine Mehrheit für Braunegger sehr fraglich gewesen, so die Einschätzung von Klein.

Am heutigen Dienstagnachmittag kommt es im Denklinger Rathaus zur ausführlichen Übergabe vom kommissarischen Rathauschef Norbert Walter an das neugewählte Gemeindeoberhaupt. „Ich konzentriere mich nun voll auf das Bürgermeisteramt“, blickte Andreas Braunegger am Montagnachmittag voraus.

Der Kaufmann scheidet aus dem Autohaus in Hohenfurch aus, wo er viele Jahre einer der beiden Geschäftsführer war. Deswegen hat er gestern noch intensive Gespräche im bisherigen Betrieb geführt.

„Ich freue mich über mein Ergebnis“, beschrieb Braunegger seine Gefühlslage nach der Wahl zum Bürgermeister. Seine Vereidigung steht bereits am Mittwochabend an. Das hat Seltenheitswert, dass ein neuer Bürgermeister bereits drei Tage nach der Wahl die erste Gemeinderatssitzung leitet. 

Johannes Jais

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