Feuerteufel Lechrain Brand Stadel
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Einer von neun Bränden, die den mutmaßlichen Tätern zu Last gelegt werden: Im Lechrain fackelte ein Stadel ab.

Unheilvolle Brand-Serie im Lechrain

Prozess gegen mutmaßliche Feuerteufel beginnt

  • vonJörg von Rohland
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Der Prozess gegen die mutmaßlichen Feuerteufel aus dem Lechrain beginnt am morgigen Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern gemeinschaftliche Brandstiftung in neun Fällen vor.

Augsburg/Landsberg – Früher als erwartet, nämlich schon am morgigen Mittwoch, beginnt vor dem Landgericht Augsburg der Prozess gegen die zwei mutmaßlichen Feuerteufel, die im Dezember 2019 vor allem im Lechrain, aber auch im Kreis Weilheim-Schongau Landwirte und Feuerwehren in Atem gehalten haben sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft den 25 und 26 Jahre alten Angeklagten unter anderem gemeinschaftliche Brandstiftung in neun Fällen vor.

Polizei ertappte die Täter auf frische Tat

Wir berichtet, hatte die Polizei die Männer im Januar 2020 auf frischer Tat ertappt. Eine Streife hatte bemerkt, dass bei Unterdießen an einer Scheune aufgestapeltes Holz brannte. Und den Beamten entging auch nicht das wegfahrende Auto, das sie bis ins 15 Kilometer entfernte Thaining verfolgten. Dort wurden der damals 24-jährige Bundeswehrsoldat und sein 25-jähriger Komplize festgenommen. Beide sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Landwirte lebten in ständiger Angst

Bis zu der Festnahme hatten die Landwirte in der Region in ständiger Angst gelebt, dass ihr Stadel der nächste sein könnte, der in Flammen aufgeht. Vorsorglich holten einige das Heu aus ihren Scheunen.

Die unheilvolle Serie hatte Mitte Dezember 2019 ihren Anfang genommen. So brannte zum Beispiel in Pessenhausen (Gemeinde Rott) ein Stadel aus, in dem mehrere landwirtschaftliche Geräte und Traktor-Oldtimer untergestellt waren. Sie wurden ebenso zerstört wie die Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Allein hier entstand Sachschaden in Höhe von rund 200 000 Euro.

Gesamtschaden liegt bei einer Million Euro

Regelmäßig gab es in den Wochen darauf Feueralarm. In Leeder und Guttenstall bei Epfach waren weitere Scheunen angezündet worden, am zweiten Weihnachtsfeiertag brannte bei Reichling eine Feldscheune. In Landsberg sollen die mutmaßlichen Täter obendrein Mülltonnen und Container in Brand gesetzt haben. Summasummarum schlagen die Brandstiftungen laut Staatsanwaltschaft mit einer runden Million Euro zu Buche.

Die Angeklagten müssen damit rechnen, dass sie auch nach der verbüßten Untersuchungshaft noch eine Weile hinter Gitter verbringen. Das Strafgesetzbuch sieht nach Auskunft der Ermittler für Brandstiftung Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren vor. Bleibe die Tat im Versuchsstadium, könne das Gericht den Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis sieben Jahre und sechs Monate mildern, heißt es. Für die Sachbeschädigung betrage der gesetzliche Strafrahmen Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe.

Verdacht gegen dritten Beschuldigten bestätigte sich nicht

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft zunächst noch einen dritten Beschuldigten im Visier, dem zumindest eine Beteiligung an einem Teil der Taten zur Last gelegt worden war. Der Verdacht gegen ihn hatte sich aber nicht bestätigt, das Verfahren wurde eingestellt.

Über die Motive der beiden Angeklagten ist bislang nicht viel bekannt geworden. Der Jüngere war Bundeswehrsoldat im Kreis Garmisch-Partenkirchen, er stammt aber aus der Gegend von Landsberg. Sein Freund wohnte damals noch mit der Mutter in dem Haus in Thaining, vor dem die Polizei die mutmaßlichen Täter festgenommen hat.

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