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Worte des Danks: Matthäus Unsin mit Andrea und Roland Dahm und deren älterer Tochter (v.l.)

Benefizkonzert an Crescentiakapelle 

Stimmungsvolle Stücke, bewegende Worte

Noch nie hätte er mit seiner Frau so eine stimmungsvolle und würdevolle Feier an einem Tag im Advent erlebt. Mit diesem Satz beschrieb Roland Dahm seine Eindrücke vom Benefizkonzert, das am Sonntagabend im Wald bei der Crescentiakapelle nahe Dienhausen stattfand. Der Erlös dieses Konzertes ist für die Familie Dahm aus Kaufering bestimmt.

Dienhausen Geschätzt wird, dass gut 800 Leute aus dem Schongauer Land, aus dem Ostallgäu und aus dem Fuchstal zu dem außergewöhnlichen Konzert unter freiem Himmel gekommen waren. Helfer der freiwilligen Feuerwehren Denklingen und Dienhausen hatten – unter zeitweiser Ausleuchtung einer Wiese – zirka 250 bis 300 Autos auf dem Parkplatz eingewiesen.

200 Meter weiter hieß der Organisator und Erbauer der Crescentiakapelle, Matthäus Unsin, die vielen Besucher willkommen. Und besonders die Familie Dahm. Stimmungsvoll war nicht nur die verschneite Winterlandschaft, die vielen Kerzen, die an der Kapelle rund um den Altar und an vielen Plätzen in der kleinen Lichtung entzündet waren sowie die wärmenden Feuerstellen und die zwei Schwedenöfen in der dunklen Nacht. Stimmungsvoll waren vor allem die Darbietungen.

Da postierte sich – ein Novum für ein Konzert an dieser Andachtsstätte – der Solotrompeter Georg Bussewitz (Schwabsoien) auf einem eigens gezimmerten Podest an der westlichen Anhöhe zwischen den Bäumen und blies die bekannte Weise „Die Post im Walde“ und den Titel „You rise me up“. Zusammen mit Franziska Zwick intonierte er bei drei Grad Kälte mit warmem Flügelhorn-Klang im Duett den Schlager „Sound of Silence“.

Der Schwabsoier Männerchor sang, dirigiert von Josef Kirchhofer, vorne neben dem Altar. Er trug einige adventliche Lieder vor. Darunter auch das ergreifende „Als Maria durch ein Dornwald ging“. Die Musikkapelle Denklingen hatte westlich der Crescentiakapelle im Halbrund unter der Anhöhe an einer Feuerstelle Aufstellung genommen. Den Taktstock schwang der junge Georg Linder. Die Kapelle spielte in nahezu voller Besetzung mit 50 Instrumentalisten und brachte unter anderem den Choral „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ oder das „Hallelujah“, von Frank Bernaerts arrangiert, zu Gehör. Stimmungsvoll waren auch die Weisen der Weihertaler Alphornbläser um Franz Jäger und Erwin Waibl, die auf der Anhöhe schräg hinterm Altar ihre großen Instrumente erklingen ließen.

Rudolf Geiger aus Denklingen hatte eine humorvolle Geschichte zum Vortrag ausgesucht. Sie handelt vom Sepperl, der seinen Papa ständig mit Fragen „löchert“ – zum Text des bekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht“, bis es dem Vater zu viel wird und der antwortet: „Heuer sing mer O Tannenbaum“.

Es sei schon dramatisch und schlimm gewesen, was die schwere Erkrankung seiner Frau und die weitreichenden Folgen für die Familie betrifft, erklärte schließlich Roland Dahm, als er sich am Schluss des Konzertes an die Besucher wandte. Aber es gebe so viel Ermutigendes auf dem schwierigen Weg zurück „in ein fast normales Leben“. Roland Dahm dankte seiner Frau, dass sie das Schicksal so ertragen und gemeistert hat. Wie berichtet, erlitt sie nach der Geburt der zweiten Tochter eine schlimme Erkrankung und meistert seitdem tapfer den Weg zurück ins Leben.

Die 38-Jährige, die tagsüber die meiste Zeit vier Prothesen an Armen und Beinen trägt, berichtete anschließend, dass sie mittlerweile einen Behindertenbegleithund hat. Sie zeigte sich zusammen mit ihrem Mann sehr berührt davon, wie die Feier gestaltet wurde. Besonders angetan sei sie von „Sound of Silence gewesen“; dieses Stück habe sie während ihres mehrmonatigen Aufenthaltes im Krankenhaus „rauf und runter gehört“.

„Bewegende Worte“, fasste Matthäus Unsin zum Schluss das Gesagte zusammen. Bewegend ist für ihn auch die überraschende Geste der Familie Dahm, die im letzten Jahr neben Hilfe und Zuspruch auch viel finanzielle Unterstützung erfahren hat. Bei diesem Benefizkonzert ist ein höherer vierstelliger Betrag erzielt worden; die Abrechnung steht noch aus. Der Familie Dahm ist es ein Anliegen, einen Teil der Spenden wiederum der Rumänienhilfe Denklingen/Altenstadt zukommen zu lassen, bei der wiederum der Unsin Hias „Motor“ ist.

Johannes Jais

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