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Sabine Taryne aus Denklingen: Sie ist in Kaufering als Asyl-Integrationsberaterin Vermittlerin für anerkannte Flüchtlinge. 

Susane Taryne aus Denklingen

Denklingerin ist neue Asyl-Mittlerin in Kaufering

Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind, haben in Kaufering eine neue Ansprechpartnerin, unter anderem für die Themen Job- und Wohnungssuche. Susanne Taryne aus Denklingen vermittelt zwischen Flüchtlingen und Vermietern bzw. Arbeitgebern.

Denklingen/Kaufering – Seit rund zwei Monaten ist Susanne Taryne dabei, sich ein Netzwerk zu schaffen – mit Helferkreisen für Asylbewerber, der Migrationsberatung, der Arbeitsagentur und anderen Einrichtungen. Sich selbst sieht die 56-Jährige als „Mittlerin“. Vier bis fünf Flüchtlinge kommen täglich in ihr Büro im Kauferinger Rathaus, wo die dreifache Mutter Hilfe bei der Arbeits- und Wohnungssuche anbietet.

Gar keine leichte Aufgabe, denn nicht immer wird sie mit offenen Armen empfangen. Vermieter hätten oftmals Angst um ihre Mietobjekte oder -zahlungen. Von einigen bekäme sie aus diesem Grund nicht einmal eine Antwort. Andere Vermieter seien aber auch gesprächsbereit. Deshalb, so betont sie, sei sie nicht nur Vermittlerin für Flüchtlinge, sondern auch Ansprechpartnerin für die Gegenseite.

Gleiches gelte für das Thema Beruf: Dort zeigt sie ihren Klienten beispielsweise Portale, über die sie Jobs in der Umgebung finden. „Die Leistungsbereitschaft ist bei vielen Flüchtlingen da“, sagt Taryne. Zwei junge Männer hätten erst kürzlich den Quali geschafft, obwohl sie vor zwei Jahren noch nicht einmal die deutsche Sprache konnten.

Und auch für den Start ins Berufsleben würden einige anerkannte Flüchtlinge großes Engagement zeigen. In der beruflichen Integration von Flüchtlingen sieht die 56-Jährige auch eine große Chance für den deutschen Fachkräftemangel. Dabei verweist sie auf die Alterspyramide: Deutsche werden im Schnitt immer älter und bekommen immer weniger Kinder. Gleichzeitig drängen Schüler auf die Gymnasien, worunter der Handwerker-Nachwuchs leidet. Besonders mit der Ausbildung junger Flüchtlinge könne man diesem Trend entgegenwirken, glaubt Kauferings Integrationsberaterin.

Zur Flüchtlingsproblematik hat Taryne übrigens auch einen sehr persönlichen Zugang: Ihr Vater, ein Vertriebener aus Schlesien, erzählte ihr oft von seinem damaligen Schicksal. Dadurch erkenne sie heute auch „die Not dahinter“, wenn sie mit Flüchtlingen aus Afrika deren jüngste Vergangenheit bespreche.

„Das berührt mich dann natürlich schon“, gesteht die gebürtige Nordrhein-Westfälin. Aber obwohl sie die Flüchtlingsgeschichten ehrlich interessieren, könne sie zuhause abschalten. Dabei hilft ihr auch ihre einstige Tätigkeit als Heilpraktikerin, durch die sie ein großes Repertoire an Übungen parat hat, um die Berufsgeschichten im privaten Alltag auszublenden.

Marco Tobisch

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