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Vom Gasthof zum Rathaus: der „Hirsch“ mitten in Denklingen.

Gemeinderat Denklingen

Hirsch-Umbauwird noch teurer

Schon wieder kommt es zu einem Nachtragsangebot, was die Baustelle fürs neue Rathaus im alten Gasthof Hirsch in Denklingen angeht.

Denklingen – Aktuell betrifft das eine Kostenmehrung beim Dachdecker. Es handelt sich um eine Summe von 22 200 Euro. Eine Mehrheit der Gemeinderäte hat den Nachtrag genehmigt; drei Räte stimmten mit Nein.

Erstens heißt es: Für eine erleichterte Reparatur des Daches sind – so empfiehlt es die Bau-Berufsgenossenschaft – Sicherheitsdachhaken einzusetzen. Der Vorteil sei, dass im Reparaturfall auf ein Gerüst verzichtet werden könne.

Der zweite Aspekt beim Nachtragsangebot ist: Wie vor Ort mit dem Landesamt für Denkmalpflege und einem Vertreter des Landratsamtes besprochen, sind für die Neueindeckung naturrote Biberziegel zu verwenden. Die Herstellung in einem naturrot durchgefärbten Ton sei aufwändiger und teurer im Vergleich zu den braunen Platten, die zunächst ausgeschrieben waren. Kostenmehrung: 8200 Euro.

Der dritte Punkt hat mit Änderungen im Bauablauf zu tun. Die Abdeckplane, um die sich zunächst der Zimmerer kümmern sollte, wird nun der Dachdecker übernehmen – ebenso wie das Dachfanggerüst, das ursprünglich zum Auftrag des Gerüstbauers gehörte. Diese Änderungen bringen Mehrkosten von 8000 Euro mit sich.

„So was soll nicht mehr vorkommen.“ Diese Ansage habe er bei einer Baubesprechung gemacht, bekundete der kommissarische Bürgermeister Norbert Walter in der letzten Sitzung des Gemeinderates. Anita Gropp kommentierte, man habe extra einen Spezialisten aus dem Architektenbereich für alte Bauwerke genommen. Darum seien die erneuten Nachträge bedauerlich und ärgerlich. „Das soll nur eine Unmutsäußerung sein“, ergänzte die Gemeinderätin.

Von einem „klaren Fehler des Profis“ sprach Anton Stahl. Und er fügte hinzu: „Wenn er da wär‘, würd‘ ich es ihm selber sagen.“ Stahl fragte, ob man denn die Änderungen und damit die Nachträge billigen müsse. Vize-Bürgermeister Walter antwortete darauf, man dürfe nicht vergessen, dass vom Landesamt für Denkmalpflege, das die naturroten Biberziegel verlange, ein erheblicher Zuschuss gewährt werde.

Wie berichtet, kam es bereits im Sommer zu deutlichen Kostenmehrungen von knapp 200 000 Euro, als die marode Bausubstanz wenige Wochen nach Beginn der Arbeiten zu Tage trat. Stichwörter waren die schnelle Sicherung der Nordwand, das Ausbessern fehlerhafter Stellen im Fundament und das Ersetzen maroder Balken sowie Stützmaßnahmen. Der verantwortliche Architekt beim Umbau des früheren Gasthofes Hirsch zum künftigen Rathaus ist Benedikt Sunder-Plassmann aus Greifenberg.

Veranschlagt sind für das Projekt 4,5 Millionen Euro (ohne Dorfplatz-Gestaltung). Der Staat gewährt einen Zuschuss; es handelt sich bei dem früheren Gasthof mit dem markanten, 16 Meter hohen Giebel um ein denkmalgeschütztes Gebäude.

Johannes Jais

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