Lastwagen an Lastwagen schlängeln sich dieser Tage durch die schmale Hauptstraße von Epfach.
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Lastwagen an Lastwagen schlängeln sich dieser Tage durch die schmale Hauptstraße von Epfach.

Grund sind Bauarbeiten an der B 17 bei Denklingen - Umleitung durch den Ort

Verkehrsalbtraum für Epfach

  • Klaus Mergel
    vonKlaus Mergel
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Seit vergangenen Montag wird die Bundesstraße 17 von Landsberg in Richtung Schongau über Epfach umgeleitet. Eine extreme Belastung – und zwar für alle Beteiligten.

  • Eine Fahrspur der B 17 seit Montag gesperrt
  • Umleitung durch enge Ortsstraße
  • Tempobegrenzung eingeführt

Epfach – Spätestens um 6 Uhr morgens ist es vorbei mit der Ruhe. Auf der Via Claudia – der Hauptstraße durch Epfach – rollen derzeit täglich hunderte Pendler zur Arbeit nach Schongau. Zahlreiche schwere Lastwagen, nicht selten mit Anhängern, donnern durch Epfach.

Und zwar so, dass bei manchem Anlieger die Gläser im Schrank klirren. Teilweise weichen die Brummis sogar auf den Gehweg aus, wenn ihnen Gegenverkehr entgegenkommt: Denn die Straße durch das 700 Einwohnerdorf ist eng und für solche Belastungen nicht gemacht.

Der Grund für das hohe Verkehrsaufkommen: Die B 17 wird auf 2,1 Kilometern saniert, und die Spur Richtung Süden über Epfach umgeleitet (wir haben berichtet). Alle Fahrzeuge werden bei der Abfahrt Denklingen nach Epfach geleitet. Nach der Dorfdurchfahrt geht es bei der Auffahrt Neuhof wieder zurück auf die Bundesstraße.

Wer von Landsberg Richtung Füssen unterwegs ist, muss also derzeit etwas Geduld mitbringen. Für die Epfacher jedoch stellt die Umleitung eine enorme Belastung dar: Warten zu normalen Zeiten manchmal besorgte Eltern bei der Bushaltestelle, bis die Schulkinder abgeholt wurden – jetzt ist die Sorge unter ihnen umso größer: Die Unfallgefahr ist groß, besonders durch den Schwerlastverkehr, wenn es morgens noch dunkel ist.

„Leider gab es keine Alternative einer Umleitung der B 17 als durch Epfach, wir hatten keine andere Möglichkeit“, bedauert der verantwortliche Bauleiter Jakob Brandlhuber vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Und bei einer Ampelschaltung wäre der Rückstau auf der Bundesstraße zu groß gewesen.

Dafür wurde nun sogar die Vorfahrt geändert: Während normalerweise im Dorf der Verkehr aus Reichling (LL8/ St. Lorenz-Straße) Vorrang hat, ist nun die Umleitung von der Abfahrt Denklingen LL 16/Landsberger Straße) vorfahrtsberechtigt.

Die Umleitung wurde notwendig, da die Deckschicht auf dem Abschnitt der B 17 erneuert wird. „Die Straße ist aus dem Jahr 2006, da gab es Risse“, sagt Brandlhuber. Die alte Schicht wird derzeit abgefräst und neu aufgetragen. In rund drei Wochen, also bis Mitte November, sollen die Arbeiten erledigt sein. Kostenpunkt: rund 400 000 Euro.

Ein kleines Trostpflaster für die Epfacher gibt es aber: Für die Hauptstraße gilt bis zum Abschluss der Umleitung temporär Tempo 30. Das habe man nachträglich festgesetzt und die Schilder aufgestellt, „weil dort auch Schulkinder unterwegs sind“, erklärt Brandlhuber. Doch zu fortgeschrittener Stunde – so scheint es zumindest – hält sich kaum einer der Durchfahrer an das Tempolimit. „Da sieht man mal, wie sich die Hohenfurcher immer fühlen müssen“, sagt ein Anwohner.

Besonders belastend sind neben den Berufsverkehrszeiten morgens und abends die Situationen, wenn große landwirtschaftliche Fahrzeuge im Dorf unterwegs sind: In der Kombination mit dem Schwerlastverkehr wird das oftmals bedrohlich.

Auch auf der LL 8 Richtung Neuhof: Viele der Lastwagen-Fahrer überschätzen scheinbar die Breite der Kreisstraße und fahren oft bedrohlich weit links. Mancher Brummi-Lenker wurde bereits vom Navigationsgerät auf die – für den Schwerlastverkehr eigentlich gesperrte – Kinsauer Straße geleitet.

Immerhin: Der Verkehrsalbtraum ist für die Epfacher dann doch früher als befürchtet vorbei. In zwei Wochen soll laut Bauamt die Umleitung aufgehoben werden, und der Verkehr Richtung Süden soll trotz Baustelle wieder über die B 17 führen.

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