Margit und Gottlieb Gilg waren fast 33 Jahre lang Mesner in Denklingen.  Foto: privat
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Margit und Gottlieb Gilg waren fast 33 Jahre lang Mesner in Denklingen.

Das Denklinger Mesner-Ehepaar Gilg hat in fast 33 Jahren so Einiges erlebt

„Wir könnten ein Buch schreiben“

Nahezu 33 Jahre haben Margit und Gottlieb Gilg in Denklingen – zumeist gemeinsam – den Mesnerdienst versehen.

Denklingen – „Wir könnten ein Buch schreiben“, antwortet Margit Gilg auf die Frage, was sie in dieser langen Zeit alles erlebt haben. Die Aufgabe hätten sie und ihr Mann von Herzen ausgefüllt. Doch jetzt sei es Zeit, aufzuhören.

Zum Jahreswechsel haben die beiden den Kirchenschlüssel zurückgegeben. Wer die Nachfolge antritt, ist noch nicht geklärt. Die Gilgs wünschen sich, dass bald ein neuer Mesner oder eine neue Mesnerin den Dienst antreten kann (siehe Kasten). Schön wäre es, wenn es eine jüngere Frau oder ein jüngerer Mann wäre – die dürften gern frischen Wind reinbringen.

Bei der Kirchenstiftung angestellt war Margit Gilg seit Juli 1988. Ihr Mann Gottlieb war von Anfang an eine große Stütze. Beide stammen aus Denklingen und wohnen nur 200 Meter von der Kirche entfernt. Gottlieb führte anfangs eine kleine Landwirtschaft und ging in den Forst. Später war er Zivilangestellter bei der Bundeswehr in Penzing.

„Man erlebt viel Schönes, was einem echt viel gibt, resümiert der 67-Jährige über die Zeit als Mesner. Er sei aus dem Elternhaus heraus christlich geprägt. Der leutselige Denklinger freute sich, dass er in und vor der Kirche viele Leute getroffen habe – auch Auswärtige. Das habe er als bereichernd empfunden.

Was ihm in Erinnerung bleibt? Dazu gehört ein Diebstahl, der ungefähr zehn Jahre zurückliegt. Da hatte es jemand auf den kupfernen Kessel des Weihwasserbeckens abgesehen. Der ist seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Zu unzähligen Gottesdiensten, Andachten, Requien, Hochzeiten, Taufen, zu Konzerten und zu anderen Veranstaltungen ist das Mesner-Ehepaar immer dagewesen. Zugleich hatten die Gilgs auch die Schlüssel für die Antoniuskapelle mitten im Dorf und für die Osteraufkirche St. Stephan, die zwischen Denklingen und Dienhausen liegt.

Nicht nur in der Sakristei oder vorne im Chor hatte das Ehepaar seinen Wirkungskreis. Die Gilgs waren auch fürs Schmücken und fürs Putzen im Gotteshaus zuständig. Zu bedenken ist dabei die große Fläche: St. Michael in Denklingen ist immerhin die größte Kirche zwischen Landsberg und Schongau, die gut 400 Gläubige fasst.

1988 hatte Margit Gilg den Mesnerdienst mitten im heißen Sommer angetreten; Vorgänger Josef Jörg war damals plötzlich verstorben. Pfarrer war Jakob Zeitlmeir. 32 Jahre und sechs Monate später wurde Margit Gilg (66) gemeinsam mit ihrem Mann Gottlieb an einem kalten Sonntag im Winter offiziell verabschiedet.

Anerkennende Worte kamen von Pfarrer Oliver Grimm, für die Kirchenverwaltung sagte Norbert Hitzelberger ein „Vergelt’s Gott“. Für den Mesnerverband im Kapitel Landsberg tat dies Karin Seefelder aus Unterdießen. Und für die Gemeinde Denklingen würdigte Bürgermeister Andreas Braunegger die enorme Leistung, die „mit viel Hingabe und Einsatzbereitschaft verbunden war“. „Sie haben unsere Kirche für alle Feierlichkeiten wundervoll und dem Jahreskreislauf entsprechend geschmückt und ausgestattet. Durch ihre Arbeit und ihren Einsatz haben sie dafür gesorgt, dass unsere Gottesdienste einem würdevollen und ausgesprochen schönen feierlichen Rahmen hatten.“

Die Gilgs wurden 2020 außerdem mit dem Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten ausgezeichnet.

JOHANNES JAIS

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