Ergiebiges Trinkwasser-Reservoir: das Stubental im Sachsenrieder Forst. In der Nähe dieses hölzernen Brunnens möchte die Wasser-GHG nördlich des Denklinger Brunnens eine eigene Fassung errichten.
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Ergiebiges Trinkwasser-Reservoir: das Stubental im Sachsenrieder Forst. In der Nähe dieses hölzernen Brunnens möchte die Wasser-GHG nördlich des Denklinger Brunnens eine eigene Fassung errichten.

Gemeinderat befasst sich heute Abend mit diesem Thema

Zweite Fassung neben dem Denklinger Brunnen?

Neben dem neuen Denklinger Brunnen im Sachsenrieder Forst möchte die Gennach-Hühnerbach-Gruppe eine Quellfassung errichten. Dieser Zweckverband versorgt rund 16 000 Einwohner in acht Gemeinden im mittleren Ostallgäu. Mit diesem Vorhaben befasst sich am heutigen Mittwoch der Denklinger Gemeinderat.

Denklingen – Der Brunnen für die neue Denklinger Wasserversorgung, die diesen Herbst in Betrieb gehen soll, befindet sich im Stubental im Sachsenrieder Forst. Das ist auf halber Strecke zwischen Dienhausen und Osterzell sowie einen halben Kilometer südlich der Verbindungsstraße zwischen den beiden Ortschaften. Der Hochbehälter steht in einem großen, neu errichteten Gebäude im Wald, etwa einen Kilometer weiter östlich des Brunnens.

Genehmigt wird vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim eine Entnahme von maximal 20 Litern pro Sekunde beziehungsweise 260 000 Kubikmetern Wasser im Jahr. Der Verbrauch in der Gemeinde Denklingen liegt bei zirka 300 000 Kubikmetern.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass mit der Fertigstellung der Wasserversorgung im Herbst auch vom neuen Brunnen der Stadtwerke Schongau, der sich in der südlichen Denklinger Flur im Staatsforst befindet, Trinkwasser eingespeist wird.

Im Ernstfall hinter Denklingen zurückstehen

„Wir sind die Nummer zwei hinter Denklingen“, beschreibt es Hermann Heiß, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasser-GHG, die Situation bei der Quellfassung mitten im Waldgebiet. Jedoch hat die (Gennach-Hühnerbach-Gruppe) (GHG) eine maximale Entnahme von 30 Litern pro Sekunde und maximal 500 000 Kubikmetern im Jahr beantragt – also mehr als der Nachbar. Sollte es wider Erwarten einmal zu einer massiven Absenkung des Grundwasserspiegels kommen, dann habe der Zweckverband jedoch hinter der Versorgung für die Gemeinde Denklingen zurückzustehen.

Die Wasser-GHG möchte, wie Geschäftsführer Heiß auf Nachfrage der Redaktion erklärte, ein drittes Standbein aufbauen. Denn der Zweckverband steht gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt Kempten und dem Landratsamt in Marktoberdorf in der Pflicht, die bisherige Wassergewinnung komplett neu zu bearbeiten und Alternativen zu planen.

Bei den bisherigen Wasserfassungen – drei Brunnen in Hochreute (zwischen Stöttwang und Mauerstetten) sowie zwei bei Gerbishofen (Markt Kaltental) – ist man im Landratsamt Ostallgäu mit Widerstand beziehungsweise Klagen gegen eine Erweiterung des Schutzgebietes konfrontiert.

Der Weiler liegt oberhalb von Stocken (Osterzell)

Anders als Denklingen, braucht die GHG, wenn ihr die Entnahme im Sachsenrieder Forst genehmigt wird, keinen neuen Hochbehälter bauen. Sie würde vielmehr auf zwei Kilometern Länge eine Leitung zu einem bestehenden Hochbehälter auf 800 Metern Höhe in Mähder verlegen und das Wasser dorthin pumpen. Der Weiler liegt oberhalb von Stocken (Gemeinde Osterzell).

Die Brunnenbohrung in 37 Metern Tiefe hat die Wasser-GHG bereits veranlasst. Nach dem Erstellen des Brunnens erfolgte ein Langzeitpumpversuch über 150 Stunden. Dabei wurde die Leistungsfähigkeit der Fassung, aber auch die gemeinsame Leistungsfähigkeit des Brunnens für Denklingen analysiert.

Zwei Geologen stellen Projekt im Denklinger Gemeinderat vor

Die Fassung für die Wasser-GHG befindet sich nur 300 Meter nördlich des Denklinger Brunnens. Beide liegen nah an der Grenze der Landkreise Ostallgäu zu Landsberg beziehungsweise der Bezirke Schwaben und Oberbayern. Der Denklinger Brunnen ist knapp auf Landsberger Seite. Andererseits liegt die Fassung für die Wasser-GHG noch auf Ostallgäuer Flur, wo die Gemarkung Frankenhofen eine Ausbuchtung nach Osten macht.

Am Mittwoch werden zwei Geologen zur Gemeinderatssitzung nach Denklingen kommen, das Vorhaben genau vorstellen und Fragen der Gemeinderäte beantworten. Es sind dies Bernhard Huber vom Büro „HydroConsult“ aus Augsburg und Horst Tauchmann vom „GeoUmweltTeam“ in Marktoberdorf. Huber begleitete die Gemeinde Denklingen bei der neuen Wasserfassung im Sachsenrieder Forst. Tauchmann ist seit Längerem der fachliche Ansprechpartner für die GHG.

Der Wasserverbrauch des Zweckverbandes beträgt laut Heiß zirka 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr. Zum Vergleich: Das ist ungefähr die Menge, wie sie auch die Stadt Schongau benötigt. Zur GHG-Gruppe gehören die Mitgliedsgemeinden Stöttwang, Osterzell, Markt Kaltental, Oberostendorf, Westendorf, Mauerstetten, Germaringen und Jengen.

Johannes Jais

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