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Der Gasthof Hirsch soll zum neuen Denklinger Rathaus werden.

Gemeinderat Denklingen

Rathaus im „Hirsch“: Kosten drücken

Denklingen - Im letzten Jahr war bei einer Versammlung zum Umbau des Gasthofes Hirsch noch von 2,6 Millionen Euro die Rede; doch die Kostenberechnung dafür ist heuer auf knapp fünf Millionen Euro gestiegen – Anlass dafür, nach Einsparpotenzial zu suchen.

Es wurden Einsparmöglichkeiten gefunden, wie Architekt Benedikt Sunder-Plassmann (Greifenberg) neulich im Denklinger Gemeinderat erklärte. Leistungen für 650 000 Euro werden gestrichen. Das betrifft mehrere Bereiche: die Architektur, Heizung | Heizung | Sanitär sowie Elektro und Lichtanlagen. Die Gesamtkosten für das Gebäude betragen damit zirka 4,3 Millionen Euro. Aus dem Topf der Städtebauförderung ist über die Regierung von Oberbayern ist ein Zuschuss von knapp 1,1 Millionen Euro zu erwarten.

Aber: Die Dorfplatzgestaltung vor dem markanten Gebäude, die mitten im Ort auch auf die Hauptstraße und auf den Buchweg ausgreift, ist ein eigener Posten. Auch dafür gibt es einen staatlichen Zuschuss.

Bürgermeister Michael Kießling berichtete von mehreren Arbeitssitzungen, in denen „teils kontrovers“ das Thema behandelt wurde. Der Rathauschef sprach nunmehr von einer Lösung, „mit der wir alle gut leben können“.

Nicht alle Räte teilen die Sicht des Rathauschefs

Der leerstehende Gasthof Hirsch mit seinem 16 Meter hohen Giebel sei ein „markantes Gebäude, das erhalten bleibt“. Die Tatsache, dass es Zuschüsse seitens der Städtebauförderung gebe, erleichtere der Gemeinde den Schritt, dieses Projekt anzugehen. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn sei beantragt worden. Der schriftliche Bescheid stehe aber noch aus.

Die Ansicht des Bürgermeisters konnten freilich nicht alle Räte im Gremium teilen. So wurde der Beschluss zum Umbau und zur Modernisierung des Hauptgebäudes sowie zu einem neuen Anbau zwar mit großer Mehrheit getroffen.

Aber es gab auch zwei Gegenstimmen von Johannes Schelkle und Max Ebner (beide von der Dienhauser Liste). Schelkle sah die Kostenentwicklung mit Sorge. Zunächst sei von 2,7 Millionen Euro die Rede gewesen. Zwischenzeitlich seien die Kosten beinahe auf das Doppelte geschnellt. Und trotz einer Einsparliste sei man immer noch deutlich über drei Millionen Euro für die Gemeinde.

Kühler Kopf für den Bürgermeister

Der beauftragte Architekt Benedikt Sunder-Plassmann sagte dazu, dass die zunächst im Jahr 2015 genannte Summe von 2,6 Millionen Euro aus der Machbarkeitsstudie ermittelt worden sei. Erst danach sei eine intensive Ausmessung erfolgt. In einem Altbau gäbe es „immer Dinge, die dazukommen, und welche, die ‘rauskommen“. Einsparungen seien möglich, indem man die vorhandene Kühlung nutze. Bei den Büros sei eine Klimatisierung im Sommer möglich, indem man kaltes Wasser durch die Fußbodenheizung laufen lasse. Auf Lüftung und Kühlung könne freilich nicht verzichtet werden – auch mit Blick auf die Klimaveränderungen (Hitzeperioden) und auf künftige Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung. Vor allem das Büro des Bürgermeisters im Südwesten des ersten Stockes heize sich trotz der dicken Mauern mit den vielen Fenstern auf. Es wird also technisch dafür gesorgt, dass der Denklinger Bürgermeister – egal wie dann heißen wird – am künftigen Amtssitz kühlen Kopf bewahren kann.

Johannes Jais

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