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Dieser Übergang an der Kreisstraße LL 17 (von Denklingen zur Firma Hirschvogel) soll technisch mit Schranken gesichert werden. Streitpunkt ist der zweite Bahnübergang weiter südlich.

„Erlesene Runde“ im Denklinger Rathaus

Ringen um Bahnübergänge

Denklingen - Das Ringen um eine Lösung für die Bahnübergänge in Denklingen, bei der die Gemeinde und die Deutsche Bahn konträrer Ansicht sind, geht weiter. Nach einem Gespräch, das Stimmkreisabgeordneter Axel Dorow und Bürgermeister Kießling bei Staatssekretär Gerhard Eck im Innenministerium führten, traf sich eine „erlesene Runde“ in Denklingen, wie Kießling am Donnerstag auf der Bürgerversammlung berichtete.

Mit dabei waren ein Referent vom Ministerium, zwei Vertreter der Regierung von Oberbayern, Landrat Thomas Eichinger, Johannes Ried vom Sachgebiet Tiefbau sowie der Bürgermeister und Johann Hartmann, der geschäftsleitende Beamte im Denklinger Rathaus. Zudem waren zwei Vertreter der Deutschen Bahn anwesend. Die Bahn hat bisher darauf gedrängt, dass zwei der drei Übergänge in Denklingen – diese sind von Süden her am Postweg, an der Epfacher Straße und an der Kreisstraße LL 17 nahe der Antoniuskapelle – aufgelöst werden. Ihr Vorschlag ist, den Übergang an der Antoniuskapelle, der mit mehr als 2500 Autos pro Tag am meisten frequentiert wird, (Pendlerverkehr aus dem Fuchstal und aus dem Ostallgäu zur Firma Hirschvogel), mit Schranken zu sichern.

Bisher ist dort, wenn sich ein Güterzug der Localbahn Augsburg-Schongau nähert, eine Aufsichtsperson präsent.

Die Frequenz pro Tag

Beim Übergang an der Epfacher Straße beträgt die Belastung zirka 2000 Fahrzeuge am Tag. Daher ist dort bislang keine Sicherung notwendig. Die Bahn möchte jedoch, dass dieser Übergang aus Sicherheitsgründen geschlossen wird. Der Verkehr solle nur über den Übergang an der Antoniuskapelle und dann entlang der Bahnlinie nach Süden weiter ortsauswärts Richtung Schongau bzw. Epfach geführt werden. Die Kosten dafür, einen zweiten Bahnübergang zu sichern, trägt die Deutsche Bahn nicht. Die Herstellung eines gesicherten Bahnüberganges schlägt mit 750 000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Kosten für den Unterhalt. Diese Summe möchten auch die Gemeinde Denklingen bzw. der Landkreis nicht schultern. Sie drängen darauf, dass der Übergang an der Epfacher Straße so wie bisher weiter genutzt werden kann. Mit einer Schließung beim Wirtschaftsweg weiter südlich (Postweg) ist die Gemeinde einverstanden.

Weitere Gespräche werden nun zwischen der Regierung von Oberbayern und der Deutschen Bahn geführt. Sie werden abklären, ob es an der Epfacher Straße – nahe der Bäckerei Wink beim bisherigen Modus mit Andreaskreuz und Tempo 20-Beschilderung, aber ohne eine Anlage mit Schranken bleiben kann. Bürgermeister Kießling erklärte bei der Bürgerversammlung vor 70 Besuchern, er sei zuversichtlich, zumal auch Landrat Thomas Eichinger und Tiefbaureferent Johannes Ried vom Landkreis Landsberg sich bei dem Thema hinter das Denklinger Anliegen gestellt hätten.

Aktueller Anlass für die Auseinandersetzung ist die Änderung des Flächennutzungsplanes, weil die Gemeinde Denklingen östlich der Bahnlinie an der Epfacher Straße ein knapp drei Hektar großes Gewerbegebiet ausweisen möchte. 50 Träger öffentlicher Belange sind angeschrieben worden und haben sich geäußert. Dazu gehört auch die Deutsche Bahn, genau der Bereich DB Immobilien. Durch die Kontroverse wegen des Bahnüberganges verzögert sich das Aufstellen des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet. „Da sind wir noch nicht so weit“, kommentierte der Rathauschef auf der Bürgerversammlung.

Johannes Jais

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