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Neben dem Landgasthof Lustberg an der B 17 soll eine Tankstelle gebaut werden.

gemeinderat denklingen

Tankstellen-Planung wird fortgesetzt

Denklingen - Der Fehler steckt im Detail: In der Beschlussvorlage für die Denklinger Gemeinderäte zum Thema Tankstelle Lustberg ist beim maßgeblichen Punkt zum Verkehrsfluss auf der B 17 eine Angabe zur Einstufung der Straße schlichtweg falsch.

In dem Beschlussvorschlag für die Gemeinderäte steht, dass die B 17 als Schnellstraße für den landwirtschaftlichen Verkehr „ohnehin nicht zugelassen“ sei. Eine Auffahrt vom Weiler Guttenstall sei in beide Fahrtrichtungen für Traktoren mit Anhängern nicht möglich. Das stimmt aber nicht.

Es sei Landwirten sehr wohl erlaubt, mit Schleppern und Anhängern auf der B 17 zwischen Schongau und Landsberg bzw. umgekehrt unterwegs zu sein, erklärt Franz Kreuzer von der Polizei Landsberg auf Nachfrage. Der Begriff „Schnellstraße“, wie er in der Beschlussvorlage auftaucht, hat laut Kreuzer keine verkehrsrechtliche Relevanz.

Die fehlerhafte Beschlussvorlage war allen Gemeinderäten vor der jüngsten Gemeinderatssitzung bereitgestellt worden, in der es unter anderem um die Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes ging – im Zusammenhang mit der geplanten Tankstelle Lustberg.

Bei den Stellungnahmen und Einwendungen kommt der Frage, wie sich eine Tankstelle am Lustberghof auf den Verkehr der B 17 auswirkt, große Bedeutung zu. Die Zeilen mit der falschen Darstellung werden in dem Kapitel aufgeführt, in dem es um die Anbindung des Weilers Guttenstall geht – auch für den Fall, dass es später mal wegen der Tankstelle zu einer Fahrbahntrennung auf der B 17 kommt.

Im Beschlussvorschlag für die Gemeinderäte heißt es, dass die Tankstelle fast ausschließlich „nur für den Nord-Süd-Verkehr“ erreichbar sein werde. Dies sei dem Bauwerber bekannt und müsse so hingenommen werden. Auch für den Fall, dass eine Mitteltrennung erforderlich würde, werde die Bebauung von Guttenstall östlich des Lustberghofs an das öffentliche Netz angebunden sein. Ein Rechtsanspruch auf eine möglichst bequeme Zu- und Abfahrt in jede Richtung könne aber nicht gefordert werden. Betroffen davon wären die Bewohner des Weilers Guttenstall.

„Wir wollen ja nichts bauen, was die Unfallgefahr erhöht“, kommentierte Bürgermeister Kießling im Gemeinderat allgemein zur Verkehrsproblematik. Damit meinte er nicht nur die Anbindung Guttenstalls, wo künftig nur noch Richtung Landsberg eingebogen werden könne und wo es zumutbar sei, dass die Anlieger zunächst 1,3 Kilometer zur Ausfahrt Denklingen/Epfach fahren müssten, ehe sie dort die B 17 im Tunnel gefahrlos unterqueren und dann auf die B 17 Richtung Schongau einbiegen könnten.

Kießling bezieht den Satz auch auf die Tatsache, dass alle Autofahrer, die zur Tankstelle einbiegen, nur nach rechts Richtung Schongau weiterfahren könnten. Wer dann Richtung Fuchstal oder Landsberg wolle, könne bei der Ausfahrt Neuhof/Epfach gefahrlos die B 17 unterqueren und dann auf die Bundesstraße gelangen.

Professor Harald Kurzak von der Technischen Universität München hat ein Verkehrsgutachten erstellt und Ende 2014 vorgelegt. Demnach liegt die Belastung auf der B 17 in Höhe Lustberghof täglich bei 12 300 Fahrzeugen. Der Anteil des Schwerverkehrs mit Lkw, Lastzügen und Bussen betrage 13 Prozent. Beim Bau einer Tankstelle sei davon auszugehen, dass täglich zwischen 800 und 1000 Fahrzeuge zum Lustberghof abbiegen und wieder auf die B 17 einfädeln, was mit einer zusätzlichen Beschleunigungsspur in Richtung Schongau gefahrlos möglich sei. Beim Aufkommen an einer neuen Tankstelle handele es sich kaum um zusätzlichen Verkehr, sondern meistens um Unterbrechungen von Fahrten. Vier Fünftel der abbiegenden Pkw würden aus Richtung Landsberg die Tankstelle ansteuern, nur ein Fünftel aus Richtung Schongau.

jj

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