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Denkmalschutz pfeift Gemeinde Bernbeuren zurück

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Das Rathaus in Bernbeuren gehört zu einem ensemble-geschützen Bereich mit Pfarrkirche und Marienkapelle. Deshalb dürfen keine Fenster aus Kunststoff verwendet werden.  zil
Das Rathaus in Bernbeuren gehört zu einem ensemble-geschützen Bereich mit Pfarrkirche und Marienkapelle. Deshalb dürfen keine Fenster aus Kunststoff verwendet werden. zil

Bernbeuren - Kunststofffenster für das Rathaus - das haben die Bernbeurener Gemeinderäte Ende November beschlossen. Doch daraus wird nichts. Die Denkmalschützer haben ihr Veto eingelegt und die Gemeinde aufgefordert, gefälligst Holzfenster zu verwenden.

„Das Rathaus von Bernbeuren liegt in einem Bereich, der ensemblegeschützt ist“, begründet Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer das Eingreifen des Denkmalschutzes. In so einem Bereich sei es untersagt, bestimmte Materalien - zum Beispiel Kunststofffenster - zu verwenden. „Auch die Gemeinde Bernbeuren muss sich an das Gesetz halten. Da können keine Ausnahmen gemacht werden“, stellt der Kreisheimatpfleger fest.

Schmidbauer verweist darauf, dass in einem Ensemble-Bereich „die äußere Optik stimmen muss“. Holzfenster seien etwas Belebendes, der glatte Kunststoff dagegen wirke wie tot. Außerdem könnten Holzfenster bei einem örtlichen Schreiner hergestellt werden. Mehrkosten, durch Auflagen des Denkmalschutzes verursacht, würden zudem bezuschusst, gibt der Kreisheimatpfleger zu verstehen.

Mit einem Zuschuss rechnen jetzt ganz fest auch die Gemeinde Bernbeuren und ihr Bürgermeister Heimo Schmid. Dass Kunststofffenster für das Rathaus nicht erlaubt sind, war dem Gemeindeoberhaupt bis dato nicht bekannt. Nach der Intervention von Schmidbauer hat er aber die bereits erfolgte Auftragsvergabe an die Firma Romberg (Kunststofffenster für rund 31 000 Euro) sofort gestoppt.

Ortsbesichtigung

Wie geht es jetzt weiter? „Je schneller die Fenster eingebaut werden, umso besser“, hatte Bürgermeister Heimo Schmid Ende November bei der Auftragsvergabe noch verkündet. Nach dem Veto der Denkmalschützer zieht sich die Fenstersanierung im Rathaus wohl noch länger hin. Denn zunächst einmal hat die für den Landkreis Weilheim-Schongau zuständige Gebietsreferentin des Landesamtes für Denkmalschutz, Susanne Fischer aus München, ihren Besuch in der Auerberggemeinde angesagt. Zusammen mit Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer unternimmt sie im Januar 2013 eine Fahrt nach Bernbeuren, um sich persönlich vor Ort ein Bild von dem Ensemble Rathaus/Kirche zu verschaffen.

mg

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