Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen

Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen
+
Abiturienten des Schongauer Welfen-Gymnasiums.

Von Dichtern und Denkern

Schongau - Die erste Abiturfeier im Welfen-Gymnasium nach dem „Exil" in Hohenpeißenberg hatte viele Protagonisten - und den größten Abiturjahrgang aller Zeiten.

Es gab einige prominente Gäste, die in doppelter Funktion in der Lechsporthalle waren. Bürgermeister Falk Sluyterman zum Beispiel (der sich bei seiner Rede so freute, die Abiturfeier wieder in Schongau zu haben, dass er die Lechsporthalle unter großem Gelächter Schloßberghalle nannte), hatte Sohn und Stiefsohn unter den Absolventen. Stephan Rupprecht, Vorstand der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel, die dem Gymnasium die Saalmiete spendiert hatte, freute sich mit seiner Tochter über deren Abschluss ebenso wie der evangelische Pfarrer Friedrich Nägelsbach. Doch nicht alle haben es geschafft: Von den 137 Schülern, die angetreten waren, sind acht hängengeblieben - die Mehrzahl hatte in der Nachprüfung den Kopf noch aus der Schlinge gezogen. Vielleicht schafft es einer der Sitzenbleiber im nächsten Jahr, so Schulleiter Wolfgang Gebler. Dann habe man auf jeden Fall beim Jubiläum der 50. Abiturzeugnisvergabe noch einmal einen Rekordjahrgang, ehe die Schülerzahlen langsam sinken werden.

Neben der Rückkehr nach Schongau, über die sich auch Gebler freute wegen des ungewohnt vielen Platzes („man kann sogar die Füße ausstrecken“), würdigte er vor allem die Leistung der Einführungsklasse: 15 der Abiturienten waren erst nach der Realschule und einem Einführungsjahr in der normalen Oberstufe eingestiegen und hatten letztlich sogar besser abgeschnitten wie die „normalen“ Gymnasiasten: Sie erreichten einen Schnitt von 2,22, die anderen 2,30. „Sie waren unglaublich fleißig und wussten, was sie wollen“, so Geblers Erklärung. Insgesamt hatte der Abiturschnitt mit 2,28 exakt den Wert des Vorjahrs.

Mit stehenden Ovationen wurde Corinna Konstas nach ihrem Vortrag verabschiedet. Die Deutschlehrerin, die dieses Jahr von den Schülern für die traditionelle Lehrer-Rede ausgewählt worden war, hatte sich tags zuvor beim Abistreich das Kreuzband gerissen und kam quasi direkt aus der Krankenhaus-Notaufnahme nur mit Krücken und Kollegen-Hilfe auf die Bühne. In ihrer hintersinnigen Rede griff sie immer wieder das Thema Alkohol auf, schließlich hatte sich der Jahrgang das Motto „A Bier - mehr Dichter als Denker“ gegeben. Die Schüler hätten aber gelernt, ohne es zu wollen. Und Wissen sei das, was übrigbleibt, wenn man alles vergisst, was man gelernt hat. „Ihr seid mehr Denker, als Ihr glaubt“, sagte Konstas und lobte beispielsweise das Engagement der Weihnachtsaktion für Asylbewerber. „Vielleicht werdet Ihr ja Dichter und Denker - das Beste kommt noch“, schloss sie ihre umjubelte Rede.

Abiturfeier im Schongauer Welfen-Gymnasium: Bilder

Schließlich stand die Zeugnisübergabe an, wie immer von Elisabeth Priewich mit Kinderbildern und Zitaten aus den Erstklass-Zeugnissen liebevoll begleitet. Zahlreiche Schüler wurden für besondere Leistungen ausgezeichnet, natürlich auch die 1,0-Abiturientin Elisabeth Keller, die von der Frank-Hirschvogel-Stiftung 1000 Euro erhielt. Leider gab es mit den Mikrofonen immer wieder Probleme, die auch die Musikeinlagen von Schulchor sowie der Big Band von Musikschule und Gymnasium beeinträchtigten - die Sängerinnen Alexandra Schedel und Sylvie Strempel mussten sich bei „Simply the Best“ von Tina Turner sogar ein Mikrofon teilen. Das sollte fürs nächste Jahr besser werden.

Zum Abschluss entführten die Abiturienten Judith Horner und Nadire Öz das Publikum noch in eine fremde Galaxie, nämlich das WGS - was nicht für Welfen-Gymnasium Schongau stand, sondern für Wolfis galaktischen Schuppen. In einer surrealen Rede über dominante Lehrer und parasitäre Schüler mit den Abiturienten als dritte Spezies mittendrin wurden einige launige Anekdoten erzählt und schließlich am Schluss noch „PK“ gedankt, dem Oberstufenpapa Klaus Priewich. Dann war Schluss - aber hoffentlich nicht für immer, wie Sluyterman anfangs gesagt hatte: „Wenn Sie die Welt erkundet haben, würde ich mir wünschen, Sie kehren zurück.“ Nach Schongau ins WGS.

Boris Forstner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Zehn neue Fälle an einem Tag
Die Zahl der an Coronavirus-Erkrankten im Landkreis Weilheim-Schongau steigt weiter, allerdings nur leicht. In diesem News-Ticker finden Sie immer alle aktuellen …
Coronavirus im Landkreis Weilheim-Schongau: Zehn neue Fälle an einem Tag
Nächstes Bürgerbegehren auf dem Weg, doch wann kommt das Phantomgerüst?
Heftig diskutiert wurde bei der Unterschriftenübergabe des Bürgerbegehrens gegen den geplanten Neubau des Marienheims durch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Bühlach. Die …
Nächstes Bürgerbegehren auf dem Weg, doch wann kommt das Phantomgerüst?
Kommunale Blitzer: Bernbeuren will Defizit nicht mehr tragen und steigt aus
Die Gemeinde Bernbeuren steigt aus der Kommunalen Verkehrsüberwachung aus. Der Grund: Der Gemeinderat ist nicht mehr gewillt, das jährliche Defizit zu tragen. Den Antrag …
Kommunale Blitzer: Bernbeuren will Defizit nicht mehr tragen und steigt aus
Alle haben einen Platz, aber Corona sorgt für viele offenen Fragen
142 Kinder sind in Schongau für das neue Kindergartenjahr 2020/2021 angemeldet. „Alle Kinder bekommen einen Platz“, meldet Esther Laue, auch einige Reserveplätze hat man …
Alle haben einen Platz, aber Corona sorgt für viele offenen Fragen

Kommentare