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Wer das Fütterungsverbot aussprechen darf, erklärte Helmut Stork von der Unteren Jagdbehörde (UJG).

Hegeschau

Wildfütterung: Zehn Experten, zehn Meinungen

Die alljährliche Hegeschau bietet reichlich Gelegenheit, über Rot- und Schwarzwild, Abschusszahlen und Waldverbiss zu diskutieren. Diesmal standen die Fütterung in Notzeiten und das Fütterungsverbot im Mittelpunkt sämtlicher Redebeiträge. Die Untere Jagdbehörde des Landkreises stellte offensichtlich falsch verstandene Entscheidung zum Fütterungsverbot richtig.

Wildsteig/Wies – Moderator Florian Pfütze hatte sich Zeit dafür genommen, die anwesenden Vertreter der Jagd- und Forstbehörden, des Landratsamtes, Jagdpächter, Vertreter der Jagdgenossenschaften und Waldbesitzer sowie die Bürgermeister aus Wildsteig, Steingaden und Prem zu begrüßen. Das Startsignal zur diesjährigen Hegeschau, die von der Hochwildhegegemeinschaft Wildsteig und der Hegegemeinschaft Steingaden organisiert wurde, gaben die Jagdhornbläser Schongau mit dem „Tiroler Jägermarsch.“

Helmut Stork von der Unteren Jagdbehörde (UJB) des Landkreises Weilheim-Schongau sagte, dass das Thema Fütterung zur Notzeit ab 11. Januar 2017 eskaliert sei. An diesem Tag hatte die UJB festgestellt, dass im Landkreis Weilheim-Schongau keine Notzeit vorlag und somit die Fütterung von Rehwild weder notwendig noch zulässig war. „Ab diesem Zeitpunkt ging es rund“, so Stork mit Blick auf Leserbriefe und Presseberichte. Der Experte stellte klar, dass die UJB gar kein allgemeines Fütterungsverbot ausgesprochen habe. Dies könne immer nur revierweise erfolgen. Bei der Entscheidung der UJB habe es sich lediglich um eine rechtliche und fachliche Beurteilung des Begriffs „Notzeit“ gehandelt. Stork bedauerte, dass es zu diesen Unstimmigkeiten gekommen sei. Er räumte allerdings ein, dass die Vorgehensweise der UJB nicht praktikabel war.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß sagte, sie habe zum Thema Fütterungsverbot mit fünf Jägern und fünf Wildbiologen gesprochen. Mit dem Ergebnis, dass sie zehn unterschiedliche Meinungen erhalten habe. Das Wild könne ohne Fütterung überleben, solange es nicht gestört werde. Sie erwähnte ein Beispiels aus der Schweiz. Dort dürfe seit 20 Jahren nicht mehr gefüttert werden. Stattdessen seien Ruhezonen eingerichtet worden. Die Landrätin bat Förster und Jäger, zum Wohle des Wildes zusammenzuarbeiten. „Das ist unglaublich wichtig.“

Auch Martin Kainz, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, widmete sich dem Thema „Fütterung des Rotwildes“. Für den Wald sei dies kontraproduktiv. „Trotz intensiver Fütterung sei nicht weniger, sondern mehr Verbiss festgestellt worden. Eiweißhaltige Fütterung würde geradezu zum Verbiss animieren. Wild gehöre in den Wald. Der Wald müsse aber auch eine Chance haben, hochzuwachsen.

Xaver Wörle war diesmal für das Grußwort zuständig. Der Bürgermeister von Steingaden bedauerte, dass heutzutage Abschuss, Abschuss und wieder Abschuss gefordert werde und der Tierschutz auf der Strecke bleibe. Weil das Wild keine Lobby habe, werde nur noch Abschuss gefordert. Im Übrigen halte er das vom Landratsamt ausgesprochene Fütterungsverbot für äußerst fragwürdig. Bei Nichtfütterung und gleichzeitigem Freizeitdruck aus der Bevölkerung, dem das Wild ausgesetzt sei, werde der Verbiss gefördert. Die Konsequenz sei, Abschusszahlen rauf. Das Fütterungsverbot habe große Wellen geschlagen. In Richtung der Landrätin sagte Wörle, „etwas mehr Tier- und Naturschutz wäre angebracht, auch wenn es nur um Schalenwild geht“.

Florian Pfütze sagte, man habe die Probleme zum Fütterungsverbot mit dem Landratsamt besprochen und auch gelöst. Pfütze sagte auch, das Ansehen der Jägerschaft in der Öffentlichkeit sei besser, als es die Gegner darstellten. An die Jäger und Waldbesitzer appellierte er, „Gott hat uns die Viecher gegeben, behandelt sie danach“.

Zum Ausklang der Hegeschau intonierten die Jagdhornbläser das „Halali.“

Walter Kindlmann

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