Polizei: „Es gibt unterschiedliche Ergebnisse im Fall Malina“

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Helmut Schleich trat in seiner Paraderolle als Franz Josef Strauß auf.

Staufer-Grundschule

Drei Hochkaräter bringen 4200 Euro

Schongau - Stolze 4200 Euro brachte die Benefizveranstaltung mit Helmut Schleich, Michi Marchner und Oliver Pötzsch zum Erhalt der Cobi Reiser-Wandbilder an der Staufer-Grundschule. 140 Besucher genossen den unterhaltsamen Abend.

Welche Verbindung der 1992 gestorbene Künstler Jakob Benjamin Reiser, genannt Cobi, zu Schongau hatte, wo er an mehreren Stellen mit „Kunst am Bau“ beauftragt wurde, ist nicht bekannt. Immerhin bescherte er jetzt posthum den Schongauern einen Kabarett-Abend der Extraklasse.

Dass die Kabarettisten Helmut Schleich und Michi Marchner gemeinsam auf der Bühne stehen, ist ja schon vorgekommen. Einzigartig war wohl die Kombination mit dem Henkerstochter-Autor Oliver Pötzsch, der aus seinem neuesten Buch „Meine Kur hat einen Schatten“ las. Diesmal war es kein historischer Krimi, sondern ein Erfahrungsbericht. „Das alles hat sich mehr oder weniger so zugetragen“, merkte Pötzsch verschiedene Male an. Seine Herz-Operation mit anschließender Reha nahm er nach dem Motto „Humor ist immer noch die beste Medizin“.

Passenderweise trat er im Bademantel zur Lesung an und löste mit seinen Geschichten um „gewichtige Ukrainerinnen“ und eine Totalrasur um vier Uhr morgens, cholesterinarmes Kochen mit Dipl. Er. Emilia Langgassinger oder den Krankenschwestern-Plural immer wieder Lachsalven im Publikum aus. Natürlich durfte auch ein Glossar Deutsch – Krankenhaus-Deutsch nicht fehlen. Genauso wenig wie die neu gewonnene Lebensweisheit: „Egal, was Ihnen Schlimmes widerfährt – Hauptsache es ist eine gute Geschichte!“

Michi Marchner, auch bekannt als Schongauer Fastenprediger, stellte erst einmal Verbindungen her. Er habe mit Helmut Schleich in der Grundschule in München die Schulbank gedrückt und später, nach einem Umzug nach Hechendorf, war Olli Pötzsch sein Nachbar. Noch ein paar Ehrenrunden später waren sie sogar in einer Klasse.

Er gab den alleinerziehenden Vater eines 15-jährigen Rotzlöffel-Sohns, der ihm nicht verrate, wo man die Google Möps-App mit Tittenfotos herunterladen könne. Außerdem sinnierte er darüber, was wohl wäre, wenn die Deutschen das fremdländische Essen genauso ablehnen würden wie die Asyl-Bewerber. Dann wäre Schluss mit Kebab, Sushi oder Pizza und die Erde ein Sauerkraut-Planet. Und auch, wenn die erträumten auf die Bühne geworfenen Büstenhalter und „Michi, ich will ein Kind von dir“-Rufe ausblieben, lustig waren seine rockigen, auf der Gitarre begleiteten Betrachtungen allemal.

Zum krönenden Abschluss war Helmut Schleich in seiner Paraderolle zu erleben. Als grantelnder Landesvater Franz Josef Strauß. Wenn es nach ihm ginge, bekäme die Staufer-Grundschule keine Tierbilder, sondern Strauß-Bilder. Über heutige Aufreger konnte der abgeklärte Strauß nur den Kopf schütteln. „Angestellte Verwandte und gefälschte Doktorarbeiten waren zu meiner Zeit kein Skandal, sondern Wesensmerkmal der Partei“, wettere Schleich/Strauß. Über seinen Nachfolger Seehofer konnte er nur den Kopf schütteln: „Als Präsent des Freistaats Bayern hat er für den Papst der Armen einen Fresskorb von Dallmayr mitgebracht. Dosenweißwürste, Honig und Kaffee – so was hat man früher in die DDR geschickt!“

Das bayerische Selbstbewusstsein entlarvte er als „In seinem Kern nichts anderes als einen Minderwertigkeitskomplex“: „Nach dem Krieg war Bayern ein dreckerter Agrarstaat. Im Grunde mögen wir uns selber nicht, weil wir im Inneren die g’scherten Bauernlackel geblieben sind.“ Als Draufgabe gab es dann „Heinrich von Horchen“, der als Gesangslehrer von Willy Fritsch und Johannes Heesters haarsträubende Theorien zum besten gab.

Organisatorin Irmgard Schreiber-Buhl, die mit einigen Schülern für den Erhalt der Reiser-Bilder kämpft, verkündete abschließend, dass bis jetzt neben den 4200 Euro aus der Veranstaltung die gleiche Summe an Spenden eingegangen sei. Weitere Aktionen sollen folgen.

Ursula Fröhlich

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