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Schon bisher wurde fleißig vor der Alten Post geparkt, wie auf dem Bild zu sehen ist. Diese Situation wird jetzt legalisiert – zu den bereits bestehenden sechs Kurzzeitparkplätzen (links im Bild) kommen drei vor der Alten Post dazu.

Entgegenkommen für Geschäftsleute

Drei zusätzliche Parkplätze auf dem Schongauer Marienplatz

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Schongau - Kleines Entgegenkommen an die Schongauer Geschäftswelt: Ab sofort gibt es auf dem Marienplatz drei weitere Parkplätze. Doch ein anderes Problem ist noch ungelöst.

Vor drei Wochen hat Schongaus Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt eine erste Zwischenbilanz der neuen Fußgängerzone gezogen, und zwar mit den Zetteln, die in sogenannten „Kummerkästen“ in den anliegenden Geschäften und Wirtschaften aufgestellt wurden. Damals lief die Aktion erst eine Woche, deshalb waren die Ergebnisse (51 Prozent finden die Fußgängerzone ausdrücklich positiv) noch mit Vorsicht zu genießen. Jetzt, nach insgesamt vier Wochen und 148 Kommentaren, zog Voigt im Bauausschuss eine erste größere Bilanz – und das durchaus mit Folgen.

Laut Voigt finden 21 Prozent der abgegebenen Stimmen die Fußgängerzone uneingeschränkt positiv, 19 Prozent finden sie positiv, haben aber Wünsche – macht zusammen 40 Prozent, also etwas weniger als bei der Erst-Auswertung. 34 Prozent haben nur Wünsche, 13 Prozent finden die Fußgängerzone negativ und elf Prozent gleich die gesamte Altstadt. Negativ äußerten sich die Kunden vor allem über zu wenig Parkplätze (13 Prozent) und dass die Fußgängerzone Nachteile fürs Gewerbe oder den Einkauf bringe (8 Prozent).

Mehr Pflanzkübel und längere Lieferzeiten gefordert

Interessant sind vor allem die Wünsche. Da waren Themen dabei wie „Mehr Sauberkeit“ (6 Prozent), „Mehr Geschäfte“ (8 Prozent), mehr Spielmöglichkeiten (9 Prozent) oder sogar Erweiterung der Fußgängerzone (10 Prozent). 19 Prozent plädieren für mehr Grün bzw. Pflanzkübel. „Das richtet sich eigentlich an Geschäftsleute“, sagte Voigt. Auch die Gruppe Schongau belebt sei an dem Thema dran, „vielleicht kann man da über die Städtebauförderung etwas machen“. 15 Prozent wollen das Radeln erlauben, „da muss die Polizei eine Stellungnahme abgeben“, so Voigt. Diskutieren könne man auch über die Forderung, die Lieferzeiten zu erweitern, zum Beispiel zusätzlich am Abend, wie es das in anderen Städten auch gibt.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen dagegen mehr Kurzzeit-Parkplätze am Marienplatz: Das hätten satte 37 Prozent, und an diesen Klagen kann und will die Stadt nicht vorbeigehen. „Deshalb machen wir den Vorschlag, vor dem Hotel Alte Post drei Kurzzeit-Parkplätze freizugeben“, sagte Voigt. „Das wäre städtebaulich nicht sehr störend und kann sofort umgesetzt werden.“ Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) betonte, man werde nicht an der Fußgängerzone herumdoktern: „Die bleibt, wie sie ist.“ Die zusätzlichen drei Parkplätze entstehen im verkehrsberuhigten Bereich, wo bereits jetzt zum Be- und Entladen gehalten werden konnte. „Außerdem wird dort jetzt schon ständig geparkt“, es legalisiere bloß die aktuelle Situation. „Diese zusätzlichen Parkplätze tun dem Einzelhandel gut, denn einige haben schwer zu kämpfen“, so Sluyterman. Wenn irgendwann einmal an der Alten Post eine Außengastronomie entstehen sollte, könne man immer noch gegensteuern.

Diese pragmatische Sicht teilte auch Barbara Karg (SPD): „Was hilft uns die Fußgängerzone, wenn es noch mehr Leerstände gibt.“ Bettina Buresch (ALS) dagegen fürchtet in der Freigabe den Anfang weiterer Forderungen, und ihrem Parteikollegen Siegfried Müller ist eine Stunde parken dort zu lang. „Außerdem steigert das den Autoverkehr, weil jeder dort auf der Suche nach dem goldenen Parkplatz ist.“ Irgendwann werde man massive Beschwerden aus der Löwenstraße bekommen, wo die Autofahrer alle herausfahren müssen. Doch trotz der Proteste wurden die drei zusätzlichen Parkplätze mit 6:2 Stimmen genehmigt – sie gelten ab sofort.

Großes Problem: Wohin mit Ausflugs-Bussen?

Ein großes Problem hat sich an anderer Stelle aufgetan: Wohin mit Ausflugs-Bussen, die in Schongau einen Zwischenstopp machen wollen? „Ich habe mich bei der Tourist Info erkundigt: Es sind jährlich 50 Busse, die vor allem im Sommer nach Schongau kommen und wo der Busfahrer nicht weiß, wo er sich hinstellen soll“, sagte Wirtschaftsförderin Voigt. Es sei sehr wichtig, diese Gäste länger zu halten. Selbst wenn es nur eineinhalb Stunden sind, kaufen dutzende Leute in den Altstadt-Geschäften ein oder gehen dort essen. „Aber die Busfahrer entscheiden selber, wo sie eine Pause machen. Und wenn sie in dieser Zeit nicht in der Altstadt stehen können, fahren die Schongau nicht mehr an“, so Voigt. Dann wird in anderen Städten oder in Wirtschaften entlang der Bundesstraßen Halt gemacht. Es gebe zwar Überlegungen, wo in der Altstadt so ein Busabstellplatz untergebracht werden könnte, „aber das wird noch geprüft“, so Voigt. Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) weiß um den Ernst der Lage: „Wir müssen schauen, dass wir für das Problem eine zeitnahe Lösung finden."

Werbegemeinschaft kämpft um Nachtruhe für Anwohner 

Auch die Werbegemeinschaft Altstadt hat vergangene Woche ein kleines Brainstorming gemacht und auf Wunsch von Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt Verbesserungsvorschläge zur Fußgängerzone gemacht. Die decken sich in den wichtigsten Bereichen mit denen der Kunden, doch waren den Geschäftsleuten auch andere Aspekte wichtig, unter anderem eine detailliertere Beschilderung, die Einführung eines Parkleitsystems und die sofortige Umsetzung des Parkraumkonzepts. Die Werbegemeinschaft plädiert auch für eine Umwandlung der Behindertenparkplätze am Lindenplatz und Ballenhaus in reguläre Parkplätze, weil sie zu 90 Prozent der Zeit nicht ausgelastet seien. Das W-Lan solle auf dem Marienplatz bis 23 Uhr begrenzt werden, weil es laut Werbegemeinschafts-Chef Franz Köpf durch die lautstarke nächtliche Nutzung „erhebliche Ruhestörungen für Anlieger gibt. Die können nicht mehr bei offenen Fenster schlafen.“ Alternative wäre eine Ausweitung des freien W-Lan auf die ganze Stadt. Auch touristische Vorschläge gibt es, zum Beispiel ein Open-Air-Kino und die Öffnung des Polizeidienerturms für Besucher.

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