Drift Trike: Erst die Anlieger überzeugen

Bernbeuren - Die Deutschen Drift Trike-Meisterschaften können wohl nicht vor Frühjahr 2016 am Auerberg abgehalten werden.

Mit leidenschaftlichen Worten stellte Verena Nagel vom Bundesverband German Drift Trike Association (G.D.T.A.) den Bernbeurer Gemeinderäten die Bedingungen vor, nach denen der Verband die Meisterschaften am Auerberg abhalten möchte.

Die Signale des Bernbeurer Gremiums in der jüngsten Sitzung in Richtung G.D.T.A. waren eindeutig: Aus dem gewünschten Termin Mitte August (wir berichteten) wird sicher nichts. „Wir sprechen von einem Termin im Frühjahr 2016, was auch ausreichend Zeit gibt, eine Veranstaltung dieser Größenordnung vorzubereiten“, machte es Bürgermeister Martin Hinterbrandner unmissverständlich klar. Gerade, weil man mit einem größeren Interesse rechnen müsse, sei der August absolut nicht mehr machbar.

Grundsätzlich wolle man sich in Bernbeuren dem Thema Deutsche Drift Trike-Meisterschaft jedoch nicht verschließen - unter der Voraussetzung, dass die Anwohner einverstanden sind und gemeinsam mit den Anliegern ein passender Termin gefunden wird. So viele freie Wochenenden kommen da im Frühjahr gar nicht in Frage, wie sich in der kurzen Beratung mit dem Gremium herausstellte. Am 1. Mai wird wohl ein neuer Maibaum aufgestellt, nachdem in den neuen Baum vor kurzem der Blitz gefahren war und dieser schon wieder umgelegt werden musste. Das Georgi-Ritt-Wochenende fällt ebenso aus.

Die Aussage Verena Nagels „Wir können mit allem umgehen, nur nicht mit Eis und Schnee“, macht deutlich, dass man den Termin auch nicht zu früh im Jahr ansetzen kann - Mitte April liegt am Auerberg öfter noch der Schnee.

Um die Anwohner-Sorgen wollen sich die Verantwortlichen des jungen Sportverbandes nun kümmern. Für die zweitägige Veranstaltung soll die Auerbergstraße komplett gesperrt werden. Aber etwa alle 20 Minuten gibt es eine Pause, in der die Dreiradfahrer wieder den Berg hinaufgezogen werden - da könnten Anlieger hinterherfahren. „Die Zufahrt ist möglich; und wenn es einem pressiert, können wir eine Rennpause machen, falls dies notwendig ist“, sicherte die Schatzmeisterin zu.

Grundsätzlich ist geplant, dass die Strecke mit Fangnetzen, Strohballen und Autoreifen gesichert wird. Der große Aufbau soll schon in der Woche vor dem Rennen über die Bühne gehen, die letzten Arbeiten dann samstags. Spätestens am Sonntagabend soll die Fahrbahn dann besenrein sein. Geplant sind während der beiden Tage neben dem Rennen noch Showdrifts, bei denen die Fahrer der unmotorisierten Dreiräder zeigen können, was mit ihren Gefährten so alles möglich ist, und eine Ausstellung der schönsten Eigenbauten. Die Bewirtung der Fahrer und Gäste soll durch den Panoramagasthof erfolgen.

Thorsten Schmidt, Vorsitzender der G.D.T.A. geht davon aus, dass etwa 100 Fahrer zur Ersten Deutschen Meisterschaft anreisen könnten. Derzeit sucht der Verband Sponsoren, der Event soll jährlich stattfinden.

Deutlich wurde erneut, dass die Bernbeurer Gemeinderäte das „Wilde Training“ auf der Bergstraße alles andere als gutheißen - dies müsse abgestellt werden. „Das Training wird vom Verband nicht unterstützt, das gibt nur eine schlechte Presse und ein Riesen-Bohei“, betonte Nagel. „Wir haben einen Verhaltenskodex, ermahnen unsere Mitglieder und werfen sie zur Not auch raus aus dem Verband.“ Der lokale Club „Drift Trike Division Allgäu“ habe natürlich Heimvorteil. Aber etwa in Richtung dem Geretsrieder Club „Three Wheel Mafia“ würde man deutlich sagen: ,Lasst den Auerberg in Ruhe’.

„Ja logisch machen wir das.“ Jürgen Zillenbiehler brachte es dann trotz der kritischen Anmerkungen einiger Gemeinderatskollegen auf den Punkt. Bei zwei Gegenstimmen bekam der G.D.T.A. letztlich dann auch grünes Licht, die Veranstaltung für das Jahr 2016 weiter vorzubereiten. Bis Oktober hat der Verband Zeit, ein ausgearbeitetes Konzept vorzulegen und die direkten Anwohner am Auerberg mit ins Boot zu holen. Hinterbrandner: „Wenn Sie die Anlieger überzeugen, werden Sie auch uns überzeugen.“

Elke Robert

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