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Shopping-Meile: Ein Großmarkt nach dem anderen eröffnet an der Schongauer Straße am Ortseingang von Peiting. Da, wo jetzt der Netto ist, sollen mehrere Märkte entstehen.

Diskussion im Marktgemeinderat

Drogerie-Markt für Peiting

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Peiting - Neue Fachmärkte sollen in der Nachbarschaft von Rewe und Netto in der Schongauer Straße entstehen. Begeistert ist der Peitinger Gemeinderat davon nicht. Dennoch hat er die Bauvoranfrage durchgewunken.

Seit August fuhrwerken Bagger und Arbeiter am Ortsausgang in der Schongauer Straße. Der alte Norma-Markt musste weg, ein schicker Netto soll her. Dafür wird das alte Gebäude zwei Häuser weiter dicht gemacht. Er habe den heutigen Anforderungen nicht entsprochen, hieß es im vergangenen Jahr von einem Netto Pressesprecher. Mit 1000 Quadratmetern soll der Neue aber eine Bereicherung für Peiting werden.

Seit der öffentlichen Sitzung am Dienstagabend im Sparkassensaal ist nun auch klar, was mit dem alten Standort passieren soll. „Hier wollen Fachmärkte eröffnen“, so Bürgermeister Michael Asam. Genauer gesagt eine Drogerie, ein Schuh-, Textil- und ein nicht weiter bezeichneter Fachmarkt. „Eine Drogerie brauchen wir.“ Seit die Schlecker-Filiale ihre Pforten geschlossen hat, müssen die Peitinger nach Schongau, oder sich ihr Pflege-Sortiment in den Kaufhäusern zusammensuchen. Nun soll sich ein Rossmann ansiedeln, war auf SN-Nachfrage zu erfahren.

„Alles andere haben wir aber eigentlich schon“, so der Rathauschef. Sowohl ein renommiertes Schuhhaus, als auch Kleidung gibt es in der Marktgemeinde zu kaufen. Und wenn die Bürger in Peiting nicht fündig werden, können sie nach Schongau fahren.

 „Bei dem Textilmarkt müssen wir davon ausgehen, dass es kein attraktiver werden wird.“ Hochwertige Läden wie H&M würden sich in Peiting nicht ansiedeln. „Das wird wieder so etwas wie Takko oder Kik.“

Begeisterung sieht anders aus. Dennoch hat das Gremium keine Handhabe, um die neuen Märkte zu verprellen. „Im Flächennutzungsplan ist hier ein Gewerbegebiet ausgewiesen“, so Marktbaumeister Jochen Rohrmoser. Heißt im Klartext: Wenn diese Geschäfte abgelehnt werden, kommen halt andere rein. „Es wäre eine Illusion, dass wir den Markt mitbestimmen können“, sagte Michael Deibler (CSU). „Ich sehe das Neue eher positiv, bevor die Räume leerstehen.“ Vor allem könne es sogar sein, dass sie Peiting attraktiver machen, weil es mehr Auswahl gibt. Hermann Mödl (BVP) ergänzte: „Der Ortseingang ist ein schöner Anblick, wenn alle Geschäfte schön hergerichtet sind.“

Es sei leider sinnlos, die örtlichen Läden schützen zu wollen, so Asam. „Das ist der Zahn der Zeit und leider überall so, dass sich große Verbrauchermärkte ansiedeln.“ Im Jahr 1997 habe es einen derartigen (Rein-)Fall gegeben. Damals stimmte der Gemeinderat gegen einen Baumarkt, um der ansässigen BayWa eine Konkurrenz zu ersparen. „Mit dem Ergebnis, dass die Peitinger dann nach Schongau in den Baumarkt gefahren sind“, so Pankratia Holl (CSU).

Parteikollege Norbert Merk regte noch an, eine Liste zu erstellen, „was wir in Schongau, Altenstadt und Peiting noch nicht haben“. So könnte das Sortiment mitbestimmt werden.

„Wäre es denn immerhin möglich, dass die Kunden vom Rewe-Parkplatz direkt zu den neuen Märken hinüberfahren können?“, fragte Herbert Salzmann (SPD). Asam: „Das müssen wir sogar fordern. Es kann nicht sein, dass die Leute wieder auf die Straße müssen, um nebenan einkaufen zu können.“ Etwas resigniert, aber machtlos stimmten die Peitinger Räte am Ende geschlossen der Bauvoranfrage zu.

Sabine Krolitzki

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