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In diesen Flügeltüren sollte eigentlich ein hydraulischer Antrieb von stecken. 

Drohender Millionenverlust

E-Auto-König Tesla verklagt Hoerbiger

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Schongau - Die Firma Hoerbiger wurde vom amerikanischen Elektroprimus Tesla verklagt. Vorausgegangen ist ein Streit, weil Tesla mit der Qualität eines Hoerbiger-Produkts nicht zufrieden war, daraufhin einen neuen Zulieferer suchte.

Der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla hat Mitte Januar die Firma Hoerbiger verklagt. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, beendete Tesla bereits im Mai 2015 die Zusammenarbeit mit dem Mittelständler und wechselte den Zulieferer. Der Grund: Hoerbiger sollte für das knapp 74 000 Euro teure Elektroauto „Model X“ das hydraulische Antriebssystem für die Flügeltüren „Falcon Wing“ herstellen. Allerdings ist der Auftrag geplatzt, weil die von Hoerbiger gelieferten Prototypen die von Tesla geforderten Qualitätsstandards angeblich nicht erfüllten.

Hoerbiger weist Vorwürfe zurück

Hoerbiger passt das ganz und gar nicht, weist die Vorwürfe von Tesla in einer Pressemitteilung entschieden zurück: „Hoerbiger hat alle die mit Tesla vereinbarten Anforderungen erfüllt und war in jeder Hinsicht zur termingerechten Aufnahme der mit Tesla vereinbarten Serienproduktion bereit.“

Wegen der einseitigen Vertragskündigung stand deshalb Hoerbiger in Verhandlungen mit dem Elektroprimus, forderte eine finanzielle Entschädigung für die bereits entstandenen Kosten in Sachen Design, Engineering, Management, Entwicklung, Produktion und Personalkosten.

Tesla: "Sind zu dieser Klage gezwungen"

Doch nun verklagte Tesla die Firma Hoerbiger offenbar exakt aus diesem Grund. Denn in einer schriftlichen Stellungnahme von Tesla, veröffentlicht im Wall Street Journal, heißt es: „Wir sind zu dieser Klage gezwungen worden, weil Hoerbiger sich entschlossen hat, die Verträge mit uns zu ignorieren und eine hohe Geldsumme zu fordern, die ihnen nicht zusteht.“

Sowohl über die Höhe der geforderten Summe als auch über den möglichen finanziellen Schaden des geplatzten Deals mit Tesla wollte Hoerbiger auf SN-Anfrage keine Angaben machen. Wie das Wall Street Journal weiter berichtet, habe Tesla vor dem Zulieferer-Wechsel im Mai 2015 drei Millionen Dollar (knapp 2,9 Millionen Euro) an Hoerbiger überwiesen.

Hiesige Hoerbiger-Werke nur indirekt betroffen

Die Hoerbiger-Werke in Schongau und Altenstadt sowie das Ausbildungszentrum in Peiting sind von diesem Vertragsstreit – wenn überhaupt – nur indirekt betroffen. Die Klage geht vom Tesla-Werk in San Jose (Bundesstaat Kalifornien) aus und richtet sich gegen das Hoerbiger-Werk im amerikanischen Auburn (Alabama).

js

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