+
Wer sich von einer Drohne belästigt fühlt, hat kaum eine Handhabe.

Schongau

Drohnen-Ärger: Es bliebe nur die Zivilklage

  • schließen

Schongau - Der Drohnen-Flug durch die Schongauer Altstadt sorgt weiter für Aufregung. Was haben Bürger, die sich belästigt fühlen, überhaupt für Möglichkeiten, sich zu wehren?

Das Telefon stand nicht mehr still bei Hans-Helmut Herold. Immer wieder wollten Anrufer vom SN-Fotografen wissen, ob er der Besitzer der Drohne sei, die am Dienstagabend etwa eine halbe Stunde mit großem Lärm über Schongaus Altstadt kreiste, um Aufnahmen zu machen. „Nein, das war ich definitiv nicht“, sagte er den Anrufern. „Außerdem steige ich immer nur kurz auf, mache meine Aufnahme und lande die Drohne sofort wieder. Über einen längeren Zeitraum ist meine Drohne nicht unterwegs.“

Was aber sollen Bürger tun, die sich durch solche Drohnen belästigt fühlen? Laut Auskunft des Luftamts Südbayern der Regierung von Oberbayern „sind solche Flüge mit entsprechender Genehmigung des Luftamts Südbayern gestattet.“ Wichtig sei, dass man die Zustimmung des Grundstückseigentümers besitze, von dessen Grundstück aus man starte, und dass man so fliege, „dass andere Personen weder gefährdet noch belästigt werden“, erklärt Michaela Krem von der Pressestelle.

Es steht aber zu befürchten, dass Drohnen-Flüge in Zukunft für noch mehr Ärger in der Bevölkerung sorgen könnten. Vor zehn Jahren gab es deutschlandweit gerade mal 100 Drohnen, inzwischen sind es 10 000, und es werden täglich mehr. Laut Rechtsprechung muss allerdings zwischen Luftrecht auf der einen und Persönlichkeits- und damit Zivilrecht auf der anderen Seite unterschieden werden.

Im Zuge eines friedlichen Miteinanders kann man Drohnen-Besitzern nur auf den Weg geben, mit ihren Flugobjekten nicht zu tief über und zu nah an ein Grundstück zu fliegen. Bürgern, die sich durch eine Drohne in ihren Persönlichkeitsrechten gestört fühlen, kann man vor diesem Hintergrund vermutlich nur empfehlen, zivilrechtlich den Klageweg zu beschreiten. Auch wenn das vermutlich zu nichts führen dürfte.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Als die Post noch das Fernsehen erlaubte
„Es war wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten zusammen.“ Im Sommer 1960 begann im Wohnzimmer der Familie Schulze das Fernsehzeitalter. Brigitte Schmitt erinnert sich …
Als die Post noch das Fernsehen erlaubte
Geplantes Sparkassen-Logo „zu niveaulos“
Peinlich für die Sparkasse Oberland: Der Schongauer Bauausschuss hat den geplanten Schriftzug über der Schongauer Filiale abgelehnt – zu armselig sei der, so die Kritik.
Geplantes Sparkassen-Logo „zu niveaulos“
Mit Unikum auf vier Rädern zweifach alternativ unterwegs
Thomas Händle, Schreiner von Beruf, fährt sicherlich den originellsten Kleinstwagen in Herzogsägmühle: Sein Auto vom Typ JDM 1100, eine französisch-deutsche-italienische …
Mit Unikum auf vier Rädern zweifach alternativ unterwegs
Braunegger im Schnelldurchgang aufgestellt
Im Schnelldurchgang lief die Versammlung ab, bei der Andreas Braunegger zum Bürgermeisterkandidaten für Denklingen aufgestellt wurde. Nach 40 Minuten war alles rum. Der …
Braunegger im Schnelldurchgang aufgestellt

Kommentare