Diese Variante wurde im Hinblick auf die Erreichbarkeit des Wohngebiets Moosfeld vom Gemeinderat favorisiert. foto: spe

Durchbruch beim Moosfeld-Baugebiet

Hohenfurch - Das gewünschte Baugebiet Moosfeld beschäftigt Hohenfurchs Gemeinderäte schon seit Jahren.

Das gewünschte Baugebiet Moosfeld beschäftigt Hohenfurchs Gemeinderäte schon seit Jahren. Doch bis vor kurzem ging nichts weiter, Briefe an die Bahn blieben unbeantwortet, Wünsche wurden abschlägig beschieden. Erst nachdem sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt persönlich einschaltete, kam Leben in die Sache. Und jetzt steht der Durchbruch unmittelbar bevor.

Beim Wort Moosfeld überkam in jüngster Vergangenheit manch Gemeinderat schon das kalte Grausen. Immer wieder wurde darüber diskutiert, doch es bewegte sich nichts. Zeitweilig wurde schon daran gedacht, die Pläne komplett aufzugeben - trotz bisher getätigten Investitionen von annähernd 100 000 Euro. Doch mittlerweile tut sich mehr als nur ein Silberstreif am Horizont auf. Das Durchhaltevermögen und die Beharrlichkeit von Bürgermeister und Gemeinderat scheinen sich ausgezahlt zu haben.

Zu klären galt es jetzt im Rahmen der Gemeinderatssitzung, wie die Zufahrt dorthin ermöglicht werden kann, nachdem die Deutsche Bahn prinzipiell Einverständnis erklärt hat. Bürgermeister Guntram Vogelsgesang sprach dann auch von einem „deutlichen Problem, weil ein Grundstück weiterhin der DB gehört und wir die Zufahrt von der Kreisstraße aus ermöglichen müssen“. Die Gemeinde hat deshalb ein Grundstück zugekauft.

Das große Problem in diesem Bereich sind die Signalanlagen der Bahn und die damit verbundene Forderung, dass die geplante Abbiegung einen Mindestabstand von 28 Metern zum Gleismittelpunkt haben muss. Dazu hat der gemeindliche Planer Frank Reimann zwei Pläne vorgestellt. Variante I sieht vor, dass von der Kreisstraße rechteckig abgefahren wird. Der dann erreichte Weg führt auf den landwirtschaftlich genutzten Weg nach Schwabsoien, von dem wiederum die Zufahrt im rechten Winkel ins Moosfeld erfolgt.

Variante II sieht ein Abbiegen von der Kreisstraße aus vor, von wo aus der Straßenverlauf in einem Bogen direkt ins Moosfeld erfolgt. Von dieser Straße gibt es dann eine Abzweigung auf den landwirtschaftlichen Weg.

Zu kompliziert, wie Bürgermeister und Gemeinderat befanden, die sich klar für die erste Variante aussprechen. „Als nächstes müssen wir jetzt aus rechtlichen Gründen einen Gestattungsvertrag mit der Bahn abschließen, damit wir die Planungen in Angriff nehmen können“, erläuterte Vogelsgesang und meinte, dass die Bahn hierfür auch bereits grünes Licht signalisiert habe. Gespräche sind zudem noch mit dem staatlichen Bauamt und mit dem Amt für ländliche Entwicklung vonnöten. Wichtig: Im Vertrag muss festgehalten sein, dass die Straße öffentlich rechtlich gewidmet ist. Das Areal selbst bleibt weiter im Besitz der Bahn. Weiterer Vorteil der Variante I: Der bisweilen schnelle Pkw-Verkehr aus Richtung Schwabsoien könnte ein wenig ausgebremst werden.

Für SPD-Fraktionschef Josef Schmidbauer gibt es überhaupt keinen Zweifel daran, „dass wir jetzt zugreifen müssen“. Die jetzt „einmalige Chance“ müsse man nicht zuletzt auf künftige Häuslebauer nutzen. Und: „Dann können wir endlich abschließen, für was wir schon viel Geld bezahlt haben.“

Martin Baab (CSU) sprach von einer „hervorragenden Lösung, die auch zur Verkehrssicherheit beiträgt“. Jetzt müsse man unbedingt zugreifen. Martin Knopp (CSU) ist noch etwas skeptisch. „Erst muss mal jemand ein Haus bauen“, zierte er sich noch etwas mit einer Zustimmung. Zumal, das hatte der Rathauschef zuvor auch bereits ausgeführt, die Kosten nicht gerade gering ausfielen. Nicht nur ein wasserdichter Keller sei in dem Gebiet empfehlenswert, auch die Zufahrtsstraße für die künftigen Anwohner bitte Interessenten durchaus zur Kasse.

Josef Schmidbauer sieht dieses Problem nicht. „Ich denke, die Grundstücke werden schnell weg sein“. Und, einen Appell an die jungen Hohenfurcher richtend, meinte der Fraktionschef: „Hört zu, ihr jungen Leute, wir brauchen nur genug Kinder.“ Josef Epple sieht in Bezug auf das Grundwasser dort keine Gefahr. Man müsse sich jetzt nur schnell einigen, ob man bauen wolle.

Sieglinde Schuster (SPD) sieht derweil akuten Handlungsbedarf. „Wir hatten noch nie so viel Licht am Horizont, daher müssen wir zugreifen.“ Ein Schlusswort, das sich der Gemeinderat letztlich zueigen machte. Ohne Gegenstimme wurde die Variante I befürwortet und eine Fortführung der Planung.

Stephan Penning

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