Informiert über Kartenlegen und Hellsehen: Anna Waffenschmidt bietet Workshops an.foto: fra

Wo eine Kartenlegerin ihr Wissen weitergibt

Rottenbuch - Eine Rottenbucher Hellseherin und Kartenlegerin gibt Workshops und gibt Einblicke in Interna.

„Früher wäre das niemals möglich gewesen, da durfte man über meinen Beruf nicht einmal sprechen“, so Anna Waffenschmidt, Kartenlegerin und Hellseherin aus Rottenbuch. Heute habe sich die Situation stark verbessert, Kritiker gebe es jedoch immer noch. „Das liegt aber nur daran, dass es viele Leute gibt, die meinen, spirituelle Auskünfte geben zu können“, so die Lebensberaterin. Nur eine Lektüre über die Arbeit einer Kartenlegerin zu lesen, reiche aber nicht.

Genau deshalb ergriff Waffenschmidt die Initiative: Seit Mai vergangenen Jahres bietet sie für Anfänger und Fortgeschrittene Kartenlegeworkshops an. „Eine gute Möglichkeit, auch nur einmal hineinzuschnuppern“, so die 53-jährige. Denn oft werden nur ausführliche Seminare zu diesen Themen angeboten, „und die kosten viel Geld“. Geld, dass sich so manch einer sparen will und deshalb zu einem fachbegleitenden Buch greift. Das sei jedoch, laut Waffenschmidt, ein Fehler, denn die Bücher würden die Kunst des Kartenlegens nur sehr oberflächlich beschreiben, nicht alle Möglichkeiten nennen, und erst Recht nicht ins Detail gehen.

Wie tiefgründig die Arbeit einer Kartenlegerin tatsächlich sein kann, erfuhr die Rottenbucherin auch erst nach und nach, der Einstieg sei ihr jedoch ziemlich leicht gefallen: „Mit neun Jahren habe ich bereits bemerkt, dass ich hellsichtig bin, mit Kartenlegen hatte ich jedoch lange Zeit nichts am Hut.“

Hätte die Lebensberaterin nicht mit einer schweren Krankheit zu kämpfen gehabt, hätte sie sich vielleicht auch jetzt noch nicht mit dem Kartenlegen beschäftigt. „Als mir jedoch klar wurde, dass ich nicht mehr normal arbeiten kann, habe ich über eine zusätzliche Beschäftigung nachgedacht“, erzählte Waffenschmidt. Das geschenkte Tarot-Kartenlegeset kam ihr damals wie gerufen. Selbst habe sie sich eingearbeitet, viele verschiedenen Karten ausprobiert und sich damit beschäftigt.

„So entstand auch der Kontakt zu meinen Kollegen“ - und zu ihrem heutigen Arbeitgeber: einem Esoterik-Internetportal. Dort gibt sie sowohl als Hellseherin, als auch als Kartenlegerin Auskünfte.

Hellsehen. „Geht das denn wirklich?“, werden sich einige fragen. Die Schongauer Diplom-Sozialpädagogin Gabriele Jocher hat eine Meinung dazu: Ihrer Ansicht nach ist die Hellsicht eine reine Glaubenssache. „Die Menschen, die von sich behaupten, hellsichtig zu sein, glauben auch fest daran“, so die Praxisbetreiberin. Das müssten sie auch, denn die Sozialpädagogin ist davon überzeugt, dass es eine tatsächliche Hellsicht nicht gibt. „Eine feinere Wahrnehmung zu haben, können manche Menschen allerdings schon von sich behaupten“, so Jocher. Und diese Wahrnehmung könne bis hin zu einem gewissen Maße trainiert werden, „praktisch wie ein Muskel, der stärker wird, je mehr er arbeitet“. Bei der Frage, ob Hellsicht möglich ist, ist sich auch die Wissenschaft nicht einig, erklärt Ulrich Seiser, Ministerialrat im bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und außerdem verantwortlicher im Bereich der Psychokulte und Psychosekten. „Aufgrund der Wissenschaft ist nichts gegen Wahrsager und Kartenleger einzuwenden, jede Person sollte nach eigenem Gefühl und Verstand entscheiden, ob sie einen solchen Dienst in Anspruch nimmt“, so Seiser.

Waffenschmidt jedenfalls möchte ihre Fähigkeiten gerne weitergeben. „Deswegen die Workshops“, erklärte die Beraterin. Außerdem wünscht sie sich, dadurch mit den Menschen wieder mehr persönlichen Kontakt zu haben, nicht nur über den Chat oder das Telefon. Erfüllt wurde ihr dieser Wunsch bisher jedoch noch nicht, „bis jetzt hatte es immer zu wenige Interessenten für die Kartenlegeworkshops gegeben“, bedauert Waffenschmidt. Anbieten will sie diese aber weiter, die Möglichkeit solle auf jeden Fall bestehen.

franziska bär

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sogar der Papst schaut vorbei: Großer Faschingsumzug im kleinen Dorf
Erst vor rund vier Wochen hatten die Organisatoren den Urspringer Faschingsumzug öffentlich gemacht. Und dann beteiligen sich gleich 35 Gruppierungen. Es war ein …
Sogar der Papst schaut vorbei: Großer Faschingsumzug im kleinen Dorf
Durch Katzenfutter angelockt: Räudiger Fuchs schleicht durch Sachsenried - „Sah wie Hyäne aus“
Ein räudiger Fuchs hat jüngst in Sachsenried für Aufsehen gesorgt. Das kranke Tier schlich durch den Garten von Gemeinderat Rudi Kögel, der es fotografierte.
Durch Katzenfutter angelockt: Räudiger Fuchs schleicht durch Sachsenried - „Sah wie Hyäne aus“
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Eine Krankheit, die deutlich gefährlicher ist als Corona, ist im Landkreis angekommen. 301 nachgewiesene Fälle wurden gemeldet. Die Dunkelziffer ist wohl ungleich höher, …
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Gemeinde Kinsau kann Sturmholz nutzen
Der Sturm im Juni vergangenen Jahres hat massive Schäden auf Kinsauer Flur angerichtet. Einiges an Windbruch im Forstbereich ist bis heute noch nicht ganz beseitigt …
Gemeinde Kinsau kann Sturmholz nutzen

Kommentare