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Zum Abschied gab’s für Schwesteroberin Lucia von Pfarrgemeinderatsvorsitzender Barbara Schweiger einige Packerl Tee.

festakt nach 67-jährigem wirken in böbing

Ära der Hedwigschwestern beendet

Böbing  - Nach 67 Jahren geht in Böbing die Ära der Schwestern mit dem blauen Schleier zu Ende. Am Samstagabend wurde mit Schwester Lucia (83), Oberin im Kinderheim, die letzte Schwester des St. Hedwig-Ordens von der Pfarrei und der Gemeinde verabschiedet. Ihre Nachfolgerin als Heimleiterin ist Sabine Seel.

„Wir wollen Dank sagen für den Segen, den Sie in unser Dorf gebracht haben“, sagte eingangs des Gottesdienstes Pfarrer Josef Fegg. Man wolle dem Abschiedsschmerz keinen Raum lassen, betonte der junge Seelsorger des Pfarrverbandes Franz Xaver. Das sei ganz sicher auch nicht im Sinne von Schwester Lucia. 16 Jahre lang hat sie Buben und Mädchen betreut, die von Kindheit an zu kurz gekommen und durch sämtliche Raster gefallen sind.

Im Kinderheim in Böbing fanden sie Schutz und Geborgenheit. „Schutz und Geborgenheit im Schoße der Hedwigschwestern“, sagte Fegg in seiner Predigt. Mit Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut hätten die Schwestern für das Wohl der Kinder gekämpft. Nun liege es an Pfarrei und Gemeinde, dieses Erbe weiterzuführen. „Bleiben Sie so wie so wie Sie sind, so bleiben Sie ein großer Segen“, empfahl der junge Seelsorger des Pfarrverbandes Franz Xaver.

Die Etappe Böbing liegt jetzt hinter den Hedwigschwestern. Der Wegweiser zeigt nunmehr in das 659 Kilometer entfernte Berlin. „Im Gebet sind wir weiterhin eng miteinander verbunden.“ In Gott gegebener Sprache sagte Pfarrer Josef Fegg ein herzliches „Vergelt’s Gott“ und wie man in Bayern sage „Pfiadi Gott“.

Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrsaal von Gemeinde und Pfarrei wurde mit Schwester Lucia die letzte der Ordensschwestern aus Böbing verabschiedet.

Bürgermeister Peter Erhard ließ den Werdegang der Hedwigschwestern noch einmal kurz Revue passieren. 1948 war es, als 35 Schwestern von Schongau nach Böbing übergesiedelt sind. Ab 1951 haben die Schwestern des Hedwig- Ordens das Heim geleitet und damals noch Waisenkinder versorgt. „Mit Herz und viel Liebe“, sagte Erhard. Im Kinderheim hätten die Kinder erstmals Liebe erfahren und auch, was Zuwendung bedeute. Schwester Lucia hätte auch auf den Tisch gehauen, wenn irgendetwas nicht in ihrem Sinne und zum Wohle der Kinder geklappt habe.

Die segensreiche Einrichtung, so Erhard, werde im Sinne der Schwestern weitergeführt. Die Einrichtung bleibt zwar in der Trägerschaft der Hedwigschwestern, aber die Leitung wird künftig eine weltliche sein. Sabine Seel (31) wird die neue Heimleiterin. Die Diplom-Sozialpädagogin aus Rott am Lech ist bereits seit 1. November 2015 im Heim beschäftigt.

Generaloberin setzt

den Schlusspunkt

Generaloberin Lizenzia aus Berlin war die letzte Rednerin beim Empfang im Pfarrheim. In Richtung Pfarrer und Bürgermeister sagte sie: „Sie haben mir die Kohle aus meiner Rede genommen.“ Dass nunmehr die Leitung des Heimes in weltliche Hände gelegt werde, sei eine Folge der Überalterung der Hedwigschwestern. „Es kommen keine jungen nach.“

Zum Abschied sangen schließlich die Pfarrei- und Gemeindemitglieder noch das Lied „Wer glaubt, ist nie allein“. Zuvor hatte der Kirchenchor unter Leitung von Johann Schneider musikalisch den Gottesdienst gestaltet. Die Solistin war Schwester Maria Grazia.

Walter Kindlmann

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