In die Rolle des Eligius von Noyen schlüpfte Stefan Erhard. Der Reit- und Fahrverein ehrte den Bischof mit einem Umzug. hh

Eligiusritt mit fast 100-jähriger Tradition

Bernbeuren - Organisator Johann Ehlich zeigt sich nach dem Festzug hoch zufrieden. Der traditionelle Eligiusritt in Burggen ist der krönende Abschluss vieler Rittveranstaltungen.

Ein strahlend blauer Himmel und dann hoch zu Ross, was gibt es schöneres für ein Reiterherz. Seit dreißig Jahren schlüpft Stefan Erhard in das Gewand des Bischofs Eligius von Noyen, nach dem der Ritt in Burggen benannt wurde. Sohn Sebastian Erhard ist Vorreiter und darf das Kreuz tragen, Tochter Maria dahinter in einer Dreierformation. Eine Familie lässt grüßen. Hoch auf dem Wagen mit dabei die Burggener Musikkapelle. Sie hat die Segnung für Ross und Reiter musikalisch umrahmt. Der Fuhrmann des Vierergespanns ist Günther Sprenzel, sein Braxer Arthur Ehlich.

Der örtliche Reit- und Fahrverein hatte zu der Veranstaltung geladen, die seit nahezu 100 Jahren im Dorf Geschichte schreibt. „Der 1. Dezember ist der Eligiustag, wir feiern ihn heute am 1. Advent“, erklärt Ehlich. Er ist stolz darauf, dass viele Vereine aus den Nachbargemeinden mit dabei sind. So auch die Freunde vom Leonhardiverein Forst. Als Dreierformation stechen Standartenträger Andreas Reßler mit seinen beiden Assistenzreitern Bernhard Reßler und Alois Reßler ins Auge. Für sie ist es selbstverständlich, nach Burggen zu kommen. Wie auch die Forster Familie Kölbl, wo selbst die 7-jährige Enkelin hoch zu Ross mitreitet. Alle auf Süddeutschen Kaltblütern. Karolina Kölbl hat allen Pferden einen französischen Zopf geflochten, mit Tannenzweigen und Röschen verziert.

Nach dem gemeinsamen Gottesdienst segnete Pfarrer Joachim Schnitzer Reiter und Pferde. Dabei erinnert er an die Charaktereigenschaften der Pferde und hebt dabei besonders die Treue der Tiere hervor. Den Reitern ruft Schnitzer zu, in der Gegenwart zu leben.

Danach zieht der Festzug mit allen Beteiligten durch die Straßen der Gemeinde vorbei an der kleinen Eligius- Kapelle. Bürgermeister Joseph Schuster selbst zieht am Glockenseil und lässt die Glocke zu Ehren von Bischof Eligius erklingen.

Eligiusritt bei strahlend blauem Himmel

Eligiusritt bei strahlend blauem Himmel

Zurückzuführen ist der alte Brauch auf das Wirken des Eligius von Noyen, der 590 in Frankreich geboren wurde. Als Goldschmied der fränkischen Könige war er ein gefragter Mann, war hoch angesehen und wurde von der Herrschaft oft um Rat gefragt. Durch seinen erarbeiteten Reichtum konnte er Sklaven freikaufen, gründete Kirchen und Klöster und verschenkte am Ende sein eigenes Vermögen. 641 wurde er Bischof von Noyon, deshalb wird er in Zeichnungen und auf Bildern gerne als Bischof, aber auch als Goldschmied und Hufschmied dargestellt. Er ist der Patron der Bauern, Kutscher, Schmiede, Wagner und Tierärzte. Die kleine Eligius-Kappelle in Burggen, die 1631 gebaut wurde, erinnert an das Wirken des geachteten Wohltäters.

Hans-Helmut Herold

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