Ohne die irische Fahne geht nichts: Dervilla Fastner ist stolz auf das Symbol von der grünen Insel, ihrer Heimat. foto: spe.

EM-Serie: "Mein Herz schlägt immer für die Außenseiter"

Sachsenried - Eigentlich wollte Dervilla Fastner nur ihre Sprachkenntnisse verbessern. Über den Schwarzwald und München ist sie dann nach Sachsenried gekommen.

Eigentlich wollte Dervilla Fastner nur ihre Sprachkenntnisse verbessern. „In der Schule hatte ich nur Französisch“, begründet sie, warum sie vor über 25 Jahren - damals studierte sie Hotelmanagement in ihrer irischen Heimat - den Sprung ins kalte Wasser wagte. Oder, besser gesagt, ins hessische Offenbach.

Dort absolvierte sie ein sechsmonatiges Praktikum, bevor es wieder zurück in die Heimat ging. Doch irgendetwas muss wohl so faszinierend gewesen sein, dass es sie nach dem Studium wieder nach „good old Germany“ zog. Dort arbeitete sie im Schwarzwald, in München - und schließlich auch in Altenstadt.

„Bei einem Fest in Schongau habe ich dann meinen Mann kennengelernt“, erinnert sie sich. Dieser Verbindung sind drei Kinder entsprungen - zwei Söhne (26 und 21 Jahre alt) und eine 24-jährige Tochter. Dervilla Fastner ist heute freiberuflich als Englisch-Sprachdozentin tätig, bei der Firma Hirschvogel in Denklingen und bei einem Unternehmen in Marktoberdorf. Gebürtig ist sie aus der Grafschaft Wexford an der Südostküste Irlands, etwa 180 Kilometer südlich von Dublin.

Was den Fußball angeht, „so schaue ich den schon an, allerdings nicht die Bundesliga“. Das bleibt ihrem Mann vorbehalten. Für große Events ist sie allerdings „immer zu haben“. Womit sie neben Welt- und Europameisterschaften auch die Champions League meint.

Und dass sie durchaus Ahnung von der Sportart mit dem runden Leder hat, wird schnell klar, als sie mit Fachkenntnis brilliert. „Das wird keine einfache Gruppe mit Italien, Spanien und Kroatien, aber man muss immer optimistisch sein“, sagt sie. Und weiter: „Eine kleine Chance haben wir bestimmt.“ Aber, Irland sei ja erst zum zweiten Mal bei einer Fußball-Europameisterschaft, da dürfe man auch nicht zu viel erwarten. Geprägt hat sie - rein sportlich gesehen - indes auch die Zeit in Deutschland. „Natürlich drücke ich auch der deutschen Mannschaft die Daumen“, verrät sie, um dann aber gleich einzuschränken: „Ein bisschen in Zwiespalt gerate ich da allerdings schon, weil mein Vater Holländer war.“

Einen echten Titelfavoriten hat sie derweil nicht, sagt nur so viel: „Ich bin immer für die Außenseiter. Der vermeintliche Underdog soll auch mal etwas gewinnen.“ Da scheint das irische Herz voll durchzudringen. Oder doch die Sympathien fürs Gastgeberland Polen? „Ich hoffe, dass die Polen weit kommen und so ihr Land gut darstellen können.“ Schließlich sei Polen ein direkter Nachbar von Deutschland. Das werde schnell vergessen. In Irland selbst gebe es aber schon EM-Favoriten. „Spanien und Deutschland werden da zuerst genannt“, weiß sie.

Wo sie die Spiele anschaut? „Zuhause, ich bin nicht unbedingt ein Fan von Public Viewing und kann es zuhause auch am besten verfolgen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sogar der Papst schaut vorbei: Großer Faschingsumzug im kleinen Dorf
Erst vor rund vier Wochen hatten die Organisatoren den Urspringer Faschingsumzug öffentlich gemacht. Und dann beteiligen sich gleich 35 Gruppierungen. Es war ein …
Sogar der Papst schaut vorbei: Großer Faschingsumzug im kleinen Dorf
Durch Katzenfutter angelockt: Räudiger Fuchs schleicht durch Sachsenried - „Sah wie Hyäne aus“
Ein räudiger Fuchs hat jüngst in Sachsenried für Aufsehen gesorgt. Das kranke Tier schlich durch den Garten von Gemeinderat Rudi Kögel, der es fotografierte.
Durch Katzenfutter angelockt: Räudiger Fuchs schleicht durch Sachsenried - „Sah wie Hyäne aus“
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Eine Krankheit, die deutlich gefährlicher ist als Corona, ist im Landkreis angekommen. 301 nachgewiesene Fälle wurden gemeldet. Die Dunkelziffer ist wohl ungleich höher, …
Arzt mit deutlicher Warnung vor besorgniserregender Krankheitswelle: „Dunkelziffer extrem hoch“
Gemeinde Kinsau kann Sturmholz nutzen
Der Sturm im Juni vergangenen Jahres hat massive Schäden auf Kinsauer Flur angerichtet. Einiges an Windbruch im Forstbereich ist bis heute noch nicht ganz beseitigt …
Gemeinde Kinsau kann Sturmholz nutzen

Kommentare