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Informierten die Landwirte: (v.l.) Jürgen Münzer und Georg Saur.

Energieabend des Maschinenrings

Strom speichern: Vorsprung durch Wissen

Peiting - Nur wer über den neusten Stand der Technik informiert ist, kann davon profitieren. Deshalb hatte der Maschinenring Oberland zu einem Energieabend geladen. Es ging um die neusten Stromspeicher.

Vor zwölf Jahren habe man sich schon hier in der Zechenschenke getroffen, begrüßte Georg Saur vom Maschinenring die zahlreichen Landwirte. Es sei seinerzeit ebenfalls eine Infoveranstaltung in Richtung Zukunft gewesen, damals allerdings ging es um Photovoltaik.

„Energie ist nicht billig.“ Und gerade in der (Milchpreis-) Krise lohne es, sich zu überlegen, wo man Energie einsparen könne, sie effizienter nutzen und eventuell einen günstigeren Tarif herausholen könnte. Und gleichzeitig sich zu überlegen, wo man Geld reinholen könnte.

Energie ist nicht billig

Für diese Themenkomplexe hatte Saur drei Referenten eingeladen, zwei Vertreter der Lechenergiewerke LEW sowie von neutraler Seite einen Energieexperten des Maschinenrings Deutschland. Es gehe darum, auf die Zukunft vorbereitet zu sein, befand Saur, weshalb es an diesem Abend konkret um Photovoltaik, die Speicherung des Stroms und auch die Energiepreise gehen sollte. „Und was denn da so auf uns zukommen könnte“.

Mittlerweile könne der Maschinenring Oberland auf eine 20-jährige Geschichte zum Thema Energie zurückschauen und auf die Partnerschaft mit LEW. Dazu hatte Saur den Leiter der Kundenbetreuung der LEW, Roland Aumiller eingeladen, der den anwesenden Landwirten Details zu den aktuellen und künftigen Stromliefertarifen vorstellte.

Auch Jürgen Münzer ist bei den Lechwerken, als Projektleiter Innovationen in Augsburg. Der Fachmann informierte, wie auch sein Kollege Manfred Götz über die Möglichkeiten der Stromspeicherung. Die Speicherung des Stroms, in Form von Batterien ist, so Münzer, wie die Photovoltaik, einer der Bausteine der Energiewende. Die, nachdem der Bürger mit Hilfe der Photovoltaik mittlerweile selbst zum Stromlieferanten geworden ist, auch beim Bürger stattfindet. Inzwischen gibt es allein im Gebiet der LEW 68 000 Photovoltaikanlagen. Und betrachtet man den Jahreshöchstlastwert, also das Maximum des Energieverbrauchs, das zumeist im Februar und März abgerufen werde, erkennt man, dass alle regenerativen Energien zusammenaddiert mit 2,2 Gigawattstunden bereits jetzt mehr als dieses Maximum von 1,8 GWh erzeugen. Aber gerade die Photovoltaik erbringe ihr Maximum im Mai und Juni. Die Herausforderung sei jetzt, so Münzer, die Versorgungssicherheit an 365 Tagen im Jahr zu garantieren und die Kraftwerke so zu koordinieren, dass immer genügend Strom zur Verfügung stehe. Auch die tageszeitlichen Schwankungen müssen dabei berücksichtigt werden, weshalb das Thema Stromspeicherung nun immer aktueller werde.

Baustein der Energiewende

So gibt es neben der Power to heat, also Wärme aus Strom, dem Eigenverbrauch auch die E-Mobility, also das Elektroauto, das man auch als fahrenden Akku nutzen kann. Leider könne man das Gros des täglichen Strombedarfs nicht steuern, so Münzer, wird, auch in der Landwirtschaft, in den Morgen- und Abendstunden sehr viel Strom verbraucht, während die Sonne erst am Vormittag die volle Leistung über die Anlagen zu liefern vermag. Womit die Batterie ins Spiel kommt. Sind doch die Batteriespeicher schrankgroß, im Vergleich zu den Akkumulatoren, mit denen wir etwa die Taschenlampe betreiben. Gab es im vergangenen Jahr erst 300 Batteriespeicher auf dem Gebiet der LEW, stieg diese Zahl allein bis August auf über 600 an. Doch wie auch im Kleinen müsse man bei den großen Stromspeichern auf verschiedene Parameter achten wie den Ladezyklen, der Tiefentladung oder dem SOH, dem State of Health.

Nach rund drei Stunden der Diskussion und Expertenwissens, ein gewaltiger Wissensvorsprung in Richtung Zukunft, wie Saur meinte. Und versprach, man werde, für die Landwirte am Ball bleiben.

os

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