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Im Riesenfeld – an der Straße von Epfach nach Kinsau – wird ebenfalls eine Maschinenhalle gebaut.

In Epfach

Doppelter Hallenbau auf freiem Feld

Epfach – Auf freiem Feld soll in Epfach eine Lagerhalle entstehen. Eine weitere Halle wird ebenfalls heuer eineinhalb Kilometer weiter südlich errichtet: An der Straße nach Kinsau im Riesenfeld.

Zwischen den beiden Straßen, die auf der Hochebene über Epfach zur B 17 Richtung Schongau bzw. Landsberg/Denklingen führen, verläuft der Mittlere Weg. Dort wird oberhalb der Denklinger Steige – auf freiem Feld – ein stattlicher Stadel gebaut. Oder besser gesagt eine Maschinen- und Lagerhalle für landwirtschaftliche Zwecke. Sie wird immerhin 24 Meter lang und 15 Meter breit. Eine weitere Halle ist eineinhalb Kilometer weiter südlich geplant: an der Straße nach Kinsau im Riesenfeld.

Bauen im Außenbereich – das geht nur unter einer bestimmten Voraussetzung. Im Fachjargon ist vom privilegierten Bauen die Rede. Dies dürfen nur Landwirte. Und auch die müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Antragsteller für die Halle am Mittleren Weg ist Walter Eglhofer aus Epfach. Beim anderen Objekt ist Simone Becher aus Epfach die Bauherrin. Sie errichtet eine 24 mal 12 Meter große Lagerhalle im Riesenfeld – so heißt die Flur, die an der Straße nach Kinsau liegt.

Mit dem Aushub und dem Fundament wurde begonnen. Jedoch später als gedacht. Es habe ein Hin und Her um die Forderungen der unteren Naturschutzbehörde gegeben, gibt die Bauherrin auf Nachfrage zu verstehen.

Ganz schnell durchgewunken

Bei Walter Eglhofer aus Epfach, der einen Betrieb für Landtechnik sowie Forstgeräte führt und zudem einen biologischen Betrieb mit Feldern und Ackerflächen umtreibt, ist der Begriff vom privilegierten Bauen ebenfalls zutreffend. Die Denklinger Gemeinderäte haben in der letzten Sitzung das Thema einstimmig in wenigen Sekunden durchgewunken.

In der gut 350 Quadratmeter großen Halle können Futtervorräte wie Heuballen oder Getreide ebenso gelagert werden wie Hackschnitzel aus der eigenen Forstwirtschaft. Bislang hat der Epfacher Landwirt nur zwei kleine Stadel auf seinen Feldern. Der Bau der großen Halle im Außenbereich hat auch damit zu tun, dass Eglhofer beim Gewerbebetrieb für Land- und Forsttechnik mehr Platz benötigt. Deswegen hat er im vergangenen Jahr bei der Gemeinde Denklingen beantragt, dass er die 1998 errichtete, bisher ausschließlich landwirtschaftlich genutzte Halle auf dem Hof der Betriebsstätte im Wesentlichen für gewerbliche Zwecke des Betriebes nutzten dürfe. Dies wurde 2015 genehmigt.

Er habe vom Amt für Landwirtschaft grünes Licht für das Projekt bekommen, schildert Eglhofer im Gespräch mit der Redaktion. Zuvor habe er einen ausführlichen Fragenkatalog der Behörde ausfüllen müssen. Dafür habe er aber volles Verständnis, sagt der Epfacher Biobauer. Denn eine genaue Prüfung sei sehr wohl angezeigt, wenn man bedenke, dass in manchen Regionen – z. B. auch am Ammersee – in vielen Hallen Wohnwagen oder Boote abgestellt werden, die Gebäude im Außenbereich aber keinem landwirtschaftlichen Zweck dienen.

Bio-Betrieb: Eine Halle im Riesenfeld

Auf der Ebene über Epfach entsteht im Außenbereich auch noch eine zweite landwirtschaftliche Lagerhalle. Die Aushubarbeiten dafür haben in der Flur mit dem Namen „Riesenfeld“ bereits begonnen. Das Gebäude für den Nebenerwerbsbetrieb von Simone Becher wird 24 Meter lang und zwölf Meter breit, ist also etwas schmäler als die Halle von Walter Eglhofer. Die Epfacherin bewirtschaftet die Flächen im Nebenerwerb biologisch. Ebenso wie Walter Eglhofer hält sie keine Tiere, baut aber Futter und Getreide an, das zum Verkauf anbietet.

Eigentlich hätte sie mit dem Bau der Halle schon früher loslegen wollen, erklärt Simone Becher. Doch die Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde seien immens. Ein Beispiel dafür sei, dass sie, obwohl in der Nähe eines Waldes gelegen, drei Meter hohe Bäume zu pflanzen habe, wobei sie aus fünf Baumarten auszuwählen habe. Dabei habe sie eigentlich eine Streuobstwiese vor der Lagerhalle anlegen wollen. Es habe zahlreiche kontroverse Gespräche gegeben. Sie sei immer noch „stinksauer“, bekundet Simone Becher.

Johannes Jais

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