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So ein Geländer mit Gitterstäben (Foto vom Sonnengraben in Schongau) soll auch am Claudius-Paternus-Weg in Epfach errichtet werden.

gemeinderat denklingen

Dem Hangrutsch auf den Grund gehen

Epfach - Dass beim Hangrutsch am Claudius-Paternus-Weg in Epfach das Problem tiefer liegt und dass die Hangkante dort vor allem in den Wintermonaten „massiv Schaden genommen hat“, berichtete Roland Kindelbacher vom Büro WipflerPlan in München, als er neulich im Denklinger Gemeinderat über Maßnahmen zur Sicherung berichtete.

Die Ursachen für die nochmalige Verschlechterung sieht er im wechselhaften Wetter und in starken Temperaturschwankungen der letzten Wochen. Die Sicherung des Hanges soll auf jeden Fall heuer erfolgen, betonte Bürgermeister Michael Kießling. „Vor dem nächsten Winter hätt‘ ich’s gern fertig. In der Diskussion drückten mehrere Räte wie Stephan Egner oder Regina Wölfl ihre Sorge vor unerwarteten Kostensteigerungen aus.

Die Sorge der Räte

Martin Steger appellierte an den Planer, „ganz realistische Zahlen“ zu nennen. Hintergrund ist, dass vor wenigen Jahren die Kosten bei den Tiefbauarbeiten am Epfacher Friedhof wegen zunächst nicht geplanter Sicherungen wie einer aufwändigen Stützmauer massiv nach oben gingen und schließlich fast eineinhalb Millionen Euro erreichten. Für die Maßnahmen am Claudius-Paternus-Weg sind 520 000 Euro eingeplant. Im Haushalt 2016 sind dafür 342 000 Euro eingestellt, die restliche Summe ist für 2017 vorgesehen (wir berichteten). Ein beachtlicher Teil entfällt auf die Baukonstruktion, für die 155 000 Euro veranschlagt sind. Die Ingenieursleistungen stehen mit 76 000 Euro in der Auflistung. Roland Kindelbacher vom Ingenieurbüro WipflerPlan sagte zu den Gemeinderäten, dass die Kostenschätzung für die Entwurfsplanung reell sei; die Daten seien ausführlich gecheckt worden. Dem Hangrutsch am Claudius-Paternus-Weg soll auf den Grund gegangen werden. Dies habe wohl mit einem Keil zu tun, der sich weit unterhalb der Oberfläche befindet. Mikro-pfähle, die einen Durchmesser von acht Zentimetern haben und bis zu fünf Meter nach unten reichen, sollen den Hang stabilisieren. Zwei Pfähle stehen senkrecht, einer stützt schräg nach oben ab. Etwa alle fünf Meter sollen Mikropfähle in den Hang getrieben werden. Darüber werden laut Planer Kopfbalken und Stützwand angebracht. Notwendig ist es, die Wasserleitung weiter nach Westen zu verlegen. Der Kanal unter dem Claudius-Paternus-Weg könne da bleiben, wo er ist. Auf einer Länge von 105 Metern wird nicht nur der für Fußgänger und Radfahrer geöffnete zirka drei Meter breite Claudius-Paternus-Weg gerichtet, sondern auch ein 1,30 Meter hohes Geländer angebracht. Da haben sich die Gemeinderäte für eine Ausführung mit Gitter-stäben entschieden, die 21 000 Euro günstiger ist als ein transparent gestaltetes Geländer.

Verzicht auf Plattform

Zunächst war laut Planung vorgesehen, über dem Steilhang eine Plattform zu installieren, die einen Ausblick nach Osten zur Lorenzkapelle und zum Steilufer am Lech bietet. Dazu gehört eine Glasscheibe, die an die Geschichte der römischen Militärstation erinnert. Doch dieser Hinweis mit dem Namen „Fenster in die Vergangenheit“ soll nun direkt hinter dem Geländer installiert werden. Doch gab es auf einer Anliegerversammlung Einwände – u.a. wegen des Einblicks von der Plattform in einen tiefer gelegenen Garten.

Johannes Jais

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