Erinnerungen an einen "Saustall in Flammen"

Herzogsägmühle - 75 Jahre Werkfeuerwehr Herzogsägmühle: Der „halbrunde" Geburtstag wurde mit einem Festakt, zu dem Kommandant Manfred Baum viele Ehrengästen begrüßte, und einem Festzug gefeiert.

„Niemand behauptet, dass die Feuerwehr überflüssig sei, im Gegensatz zum Direktor und Verwaltung“, scherzte Direktor Wilfried Knorr anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Werkfeuerwehr Herzogsägmühle. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Blaskapelle Reichling.

Brandbekämpfung und Brandschutz, Vermisstensuche, Hochwassereinsätze, Maibaumbewachung - die Aufgaben der 1937 gegründeten Werkfeuerwehr sind vielfältig und anspruchsvoll. In noch jungen Jahren wurde sie sogar nach Bombenangriffen in München dorthin zum Einsatz berufen. Sie blickt auf eine lange Geschichte mit vielen Stationen zurück, wie zum Beispiel den Wechsel in der Trägerschaft von Herzogsägmühle von der staatlichen Einrichtung hin zum Verein für Innere Mission München. Davon zeugte auch die Ausstellung im Foyer mit zahlreichen Bildern und historischen Zeitungsberichten, die teilweise denkwürdige Titel trugen, wie „Saustall in Flammen“, „Feueralarm beim 6. Tor“ oder „Brandstiftung in Herzogsägmühle“.

In zahlreichen Einsätzen nicht nur im Diakoniedorf, sondern auch als Unterstützung der umliegenden Wehren, die in all den Jahren laut Ehrenkreisbrandrat Alfons Breyer ohne körperliche und seelische Verletzungen von Statten gingen, hat sich die Feuerwehr bewährt. Und gab auch Impulse, wie zum Beispiel die Einrichtung einer Notfallseelsorge, die von Stefan Fratzscher und Jörg Grundmann initiiert wurde. Ein Amt, das jetzt unter anderem „Feuerwehrkamerad“ und evangelische Pfarrer Dirk Wollenweber innehat.

Dementsprechend sparten die Festredner, allen voran Landrat Friedrich Zeller, nicht mit Lob. „Sie verdienen alle einen riesen Respekt für Ihren selbstlosen Einsatz als moderne Samariter“, so Zeller. Zweiter Bürgermeister Franz Seidel hob die übergreifende Arbeit mit den anderen Wehren im Altlandkreis hervor und betonte, dass das Bewusstsein, eine Feuerwehr in der Nähe zu haben, allen Bürgern ein Gefühl der Sicherheit gibt. Im Namen der Gemeinde Peiting überreichte er einen Scheck.

Ehrenkreisbrandrat Alfons Breyer, der seine ersten Schritte ebenfalls bei der Werkfeuerwehr Herzogsägmühle gemacht hat, blickte auf große Einsätze, wie den Brand der Wachswarenfabrik oder des Sägewerk Pröbstl zurück und betonte, wie wichtig moderne Ausrüstung, speziell eine Wärmebildkamera, ein lang gehegter Wunsch der Werkfeuerwehr, ist. Für das Engagement der Kameraden bedankte er sich mit einem Ehrenteller.

Ein flüssiges Gastgeschenk hatte der erste Vorstand der Peitinger Feuerwehr, Wolfgang Biehl, im Gepäck: 100 Liter Bier zur „Nachbearbeitung“ des Jubiläums. Und Alfred Speer, erster Vorstand der Rottenbucher Feuerwehr, steuerte etwas zur Verschönerung des Gruppenraums bei. Direktor Wilfried Knorr versprach, falls die „letzte Bastion der Geschlechter“ bei der ausschließlich männlichen Werkfeuerwehr fällt, die erste weibliche Uniform privat zu bezahlen.

uf

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gebietsverkehrswacht Schongau jetzt der „große Bruder“
Die Jahresversammlung der Gebietsverkehrswacht Schongau war mit Informationen über die Aktionen der Gebietsverkehrswacht Schongau vollgepackt. Trotz Corona und der damit …
Gebietsverkehrswacht Schongau jetzt der „große Bruder“
Horror-Unfall auf B 17 bei Peiting: Junger Audifahrer prallt frontal gegen Baum und stirbt
Peiting: Audi-Faher stirbt bei Unfall - B 17 gesperrt
Horror-Unfall auf B 17 bei Peiting: Junger Audifahrer prallt frontal gegen Baum und stirbt
„Schrimpf-Häuser“ wahre Schmuckstücke
Dieser Schachzug ist bestens geglückt: Wobei in diesem Fall das Schachbrett der Schongauer Marienplatz ist. König und Dame sind dabei zwei ganz wichtige Figuren. So …
„Schrimpf-Häuser“ wahre Schmuckstücke

Kommentare