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Zwei arbeiten, der Rest freut sich: (v.l.) Ethelbert Babl (Leader-Koordinator), Kirsten Hosse (LAG Auerbergland), Stadtbaumeister Ulrich Knecht, Bürgermeister Falk Sluyterman, SPD-Fraktionschefin Ilona Böse, Vize-Bürgermeister Tobias Kalbitzer, Benedikt Ley und Maximilian Dietmeier (Baufirma).

Erster Spatenstich

Bike-Park-Traum wird wahr

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Schongau - Die Bauarbeiten für den Bike-Park, das mit umstrittenste Projekt der vergangenen Jahre in Schongau, haben mit dem offiziellen ersten Spatenstich begonnen. Voraussichtlich nach den Pfingstferien sollen die insgesamt fünf Strecken befahrbar sein.

Die weiteste Anreise hatte Ethelbert Babl. „Ich bitte um Entschuldigung, dass ich nicht mit dem Fahrrad gekommen bin wie Bürgermeister Falk Sluyterman“, sagte der Leader-Koordinator, der sein Büro in Kempten hat. Doch ohne ihn und Kirsten Hosse von der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland, die beide das Projekt befürwortet haben, wäre es möglicherweise gar nicht umgesetzt worden. Das wusste auch SPD-Fraktionschefin Ilona Böse, die als ehemalige Jugendreferentin das Projekt mit viel Herzblut gegen alle Widerstände verteidigt hatte und sich noch einmal herzlich bedankte. Denn ohne die 50-prozentige Leader-Förderung wäre über das 195 000-Euro-Vorhaben, für das die Stadt eigentlich nur 150 000 Euro ausgeben wollte, sicher noch einmal ausführlich diskutiert worden, inklusive Streichung einiger Strecken. Doch dank des üppigen Zuschusses kommt die Stadt jetzt viel billiger weg als gedacht.

Jugendliche sollen weg vom Computer und Smartphone

Für Babl passte der Bike-Park perfekt ins Förderprogramm. Denn nicht nur das Konzept und die Lage sind für ihn ideal, auch die ganz wichtige Bürgerbeteiligung sei vorbildlich erfüllt worden. „Ich habe selbst einen 17-jährigen Sohn und weiß, dass man etwas anbieten muss, um ihn von Computer und Smartphone wegzubekommen“, sagte Babl. „Bei einem solchen Projekt wie dem Bike-Park können sich die Jugendlichen abarbeiten.“

Sluyterman skizzierte den langen Weg von der Auflösung des Bolzplatzes an der Marktoberdorfer Straße (wo längst die Meisenhöfe bewohnt werden) bis zum jetzigen Spatenstich. Im Juli 2013 hatte der Stadtrat nach verzweifelter Suche nach einem Ersatz für die Jugend, etwa Bolzplatz oder Skatepark, beschlossen, den Weg eines Bike-Parks an der Schärflshalde weiterzuverfolgen. Zahlreiche Gutachten, Planungsschritte und eine emotionale Bürgerinfo-Veranstaltung folgten, es war ein langer und zäher Weg. „Ich habe immer wieder Anfragen bekommen, ob der Bike-Park überhaupt kommt“, sagte Sluyterman und dankte allen Beteiligten. Er ist sich sicher: „Der Bike-Park wird eine Attraktion vor allem für Kinder und Jugendliche und wird eine Magnetwirkung auch im Tourismus bringen.“

Fünf Strecken auf 17000 Quadratmetern 

Insgesamt fünf Strecken sind auf dem 17 000 Quadratmeter großen Hang-Gelände geplant, in verschiedenen Schwierigkeitsgraden – aber nicht für Profis. Es wird keine extremen Hindernisse oder besonders steile Abschnitte geben. Auch an kleine Kinder ist gedacht, an ihrer Strecke wird auch der Aufenthaltsbereich für Eltern angelegt. Wege werden die einzelnen Parcours verbinden, der Haupteingang ist – um den Anwohnern am Dornauer Weg entgegenzukommen, die erheblichen Zufahrtsverkehr befürchten – unten Richtung Eisstadion. Der gesamte Bereich ist bereits jetzt eingezäunt und wird es bleiben, um Missbrauch auszuschließen. Es wird feste Öffnungszeiten geben.

Die einzelnen Strecken sind bereits abgepflockt, die Bichler Baufirma Ley wird für die Fertigstellung sechs bis acht Wochen brauchen. Anfang Juni soll der Bike-Park eröffnet werden. Die stattlichen Bäume auf dem Gelände sind mit Brettern vor Beschädigungen geschützt, doch eine alte Esche wurde bereits gefällt – wegen des Eschentriebsterbens, so Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Es könnte auch sein, dass aus diesem Grund in den kommenden Jahren weitere Bäume fallen müssen. „Das hat nichts mit dem Bike-Park zu tun“, betonte er, „und natürlich wird es Nachpflanzungen geben.

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