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Gemeinsam am runden Tisch: Taxifahrer, Kneipenbesitzer und der Unternehmer eines mehrere 100 Mitarbeiter starken Mittelstandsbetriebes sind der Einladung des Schongauer Bürgermeisters gefolgt.

Erster Wirtschaftsempfang in Schongau

Stadt und Unternehmen an einem Tisch

Schongau - Networking betreiben, das sollen Schongaus Unternehmer. Also miteinander ins Gespräch kommen, Kontakte knüpfen und gemeinsame Stärken ausbauen – mit Verwaltung und Politik. Deshalb hatte die Stadt zum Wirtschaftsempfang geladen.

Hätte Falk Sluyterman am Tage seiner Inauguration begonnen, täglich, auch an Sonn- und Feiertagen, zwei Schongauer Betriebe bzw. Selbstständige zu besuchen, wäre bis heute nicht fertig. So viele Gewerbetreibende gibt es in Schongau. Genaugenommen 745 – vom Eine-Frau-Buchhaltungsbüro bis zum mehrere 100 Mitarbeiter starken Großbetrieb wie Hoerbiger, Hirschvogel oder UPM ist alles dabei. Und es werden mehr. Allein 2015 kamen 72 neue (fast zehn Prozent) dazu. Dieser Tatsache war sich Bürgermeister Falk Sluyterman sehr wohl bewusst, als er rund 160 Unternehmer im Ballenhaus zum ersten Wirtschaftsempfang begrüßte.

Im Rahmen seines Wahlkampfes versprach der SPD-Politiker, sich für die Wirtschaft einzusetzen, diese zu fördern. Dazu hole er sich so oft es gehe Informationen aus erster Hand, verschaffe sich Einblick in die unternehmerische Praxis. Und er wolle mit den Unternehmern in Kontakt bleiben, nicht nur bei Themen wie der Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes. Schließlich seien die Betriebe mit ihren Abgaben, der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem Engagement in Vereinen und Verbänden das Rückgrat der Stadt. Ein Weg, Kontakt zu halten, ist so ein Empfang wie im Ballenhaus.

Ideen und Visionen einbringen

„Jeder, der Ideen und Visionen hat“, ermunterte Sluyterman die Anwesenden, „ist herzlich willkommen und aufgerufen, sich einzubringen und mitzuarbeiten“. Er wolle auch weiterhin Sorge tragen, dass die Stadt die Wirtschaft unterstütze – vom kleinen Dienstleister über die Gastronomie bis hin zum großen Industriebetrieb.

In dieselbe Richtung gingen auch die Worte von Seiten des Bundes der Selbstständigen (BDS), unter anderem vertreten vom kommissarischen Vorsitzenden Schongaus, Harald Dinter. „Gemeinsam ist man stark“, so Dinter, das gelte insbesondere für Jungunternehmer. Außerdem rief er den Anwesenden in Erinnerung, dass der Mittelstand in Bayern nicht der Großbetrieb mit 500 Mitarbeitern sei, sondern die kleineren mit maximal 50 Mitarbeitern. Die seien das Rückgrat der Wirtschaft, stellen 85 Prozent der Ausbildungsplätze.

Mit seinem Vortrag zum Thema „Gemeinsam gewinnen oder einsam kämpfen“ sorgte anschließend Diplomkaufmann Andreas Lenge von Alchemy Network für Gesprächsstoff. Lenge schnitt Themen und Ideen an, wie Geschäfte andernorts erfolgreich zusammenarbeiten, auf welchen Gebieten überhaupt eine Kooperation sinnvoll erscheint und wie eine Stadt, exemplarisch Schongau, sich mit neuen Angeboten im aktuellen Boom der Internethändler behaupten könnte.

Themen, die bei so manchem auf offene Ohren trafen. Stadträtin Cornelia Funke meinte, dass es langsam an der Zeit ist, bei der Umsetzung bestimmter Themen aufs Gas zu drücken. Vor allem in Sachen Kommunikation unter den Geschäftsleuten.

Ein Unding, mit einer 2000er-DSL-Leitung arbeiten zu müssen

Dass es die im Vortrag angesprochenen Kooperationen und Synergieeffekte bereits in Schongau gibt, beweist das Ehepaar Klauser, das im Westen ihr Geschäft für Bürotechnik betreibt. Sie pflegen eine enge Kooperation mit dem IT-Service-Anbieter und Berater Jesse Frank – einer der 72 Geschäfts-Neulinge. Unter anderem so: Bieten die einen die Hardware fürs Büro an, komplettiert der andere das Angebot mit der Software.

Vor allem für Neulinge wie Frank war der Wirtschaftsempfang im Ballenhaus eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, aber auch Mängel anzusprechen. Frank monierte, dass es in der heutigen Zeit ein Unding sei, mit einer 2000er-DSL-Leitung arbeiten zu müssen. Aber auch einfache Dinge wie das Finden einer Tagesmutter, die innerhalb der Stadtgrenzen lebt, sei eine Herausforderung.

Da fängt ein Jungunternehmer schon mal zu grübeln an, den Standort zu wechseln. Dorthin, wo Stadt oder Gemeinde den Bedürfnissen der Gewerbetreibenden entgegenkommt. Genau dafür war der Wirtschaftsempfang gedacht – um solche Probleme zu beseitigen.

os

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