Peiting bekommt sein erster Freibad-Festival!

Musikfestival rockt Wellenfreibad

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Nach der Musiknacht steht der Marktgemeinde Peiting das nächste musikalische Highlight ins Haus: Ende September bebt das Peitinger Wellenfreibad. Warum? Das lesen Sie hier!

Peiting – Große Dinge fangen klein an, im Fall der Schongauer Band „YOKIO“ trifft das den Nagel sprichwörtlich auf den Kopf. „YOKIO“, das sind Manuel Sachs (22), Sebastian Lang (23), Dominik Vicario (23), Franz Mader (18) und Michael Schedel (18). Erst seit eineinhalb Jahren stehen die jungen Musiker gemeinsam auf der Bühne, sorgten mit ihren Auftritten etwa bei der Peitinger Musiknacht aber bereits für mächtig Furore. Als im vergangenen Herbst ihr alter Probenkeller bei einer Dankeschön-Party aus allen Nähten platzt, kommt den Schongauern ein Gedanke, der sie nicht mehr loslässt. „Den Leuten hat es so gut gefallen, dass wir uns gedacht haben, warum ziehen wir das nicht im nächsten Jahr größer auf“, sagt Manuel Sachs. Die Idee eines eigenen Festivals ist geboren.

Dass daraus ein Musik-Event mit 18 Künstlern und erwarteten 1000 Besuchern im Peitinger Wellenfreibad werden würde, ahnen die Schongauer damals freilich noch nicht. „Wir dachten eher an eine Veranstaltung mit 200 Leuten, die wir dann jedes Jahr steigern können“, sagt Michael Schedel und grinst. Doch als sie dem Peitinger Marktbaumeister Fabian Kreitl zufällig von ihrer Idee erzählen, ist dieser sofort Feuer und Flamme. „Quasi am nächsten Tag saßen wir schon bei der Gemeinde“, erzählt Sachs.

Dort zeigt man sich angetan vom Engagement der jungen Musiker. „Dafür bin ich gern bereit, einen schönen und passenden Rahmen mit unserem Freibadgelände zur Verfügung zu stellen“, macht ihnen Bürgermeister Michael Asam ein Angebot. Die Bedingung: Von jedem verkauften Ticket fließt ein Euro des Erlöses in die Kindergarten-Stiftung. Die Schongauer sagen begeistert zu.

Mit einem Startkapital von 0 Euro machen sich die fünf Jungs an die Planung – eine riesige Herausforderung, schließlich hatte keiner bislang Erfahrung, wie man ein solch großes Event stemmt. Zudem sitzt den Schongauern die Zeit im Nacken. Von der gemeindlichen Zusage Anfang Juni bis zum geplanten Veranstaltungstermin am Samstag, 28. September, bleiben gerade einmal knapp vier Monate. Sponsorensuche, Werbung, Bühnen und Technik, die kulinarische Versorgung für die Besucher und Bands: Alles will neben Beruf und Studium organisiert sein. „Das sind eigentlich Vollzeit-Jobs“, stellt Sachs fest. Und dann die Bürokratie. „Wir sind natürlich über viele Auflagen gestolpert, von denen wir noch nie gehört haben“, sagt Dominik Vicario lachend. Learning by doing trifft es da ganz gut.

Die wichtigste Aufgabe, die Suche nach Bands, verläuft zu Beginn eher schleppend. Doch das ehrgeizige Projekt spricht sich schnell herum. „Unser Fokus war ganz klar, möglichst viele regionale Künstler aller Musikrichtungen zu gewinnen“, sagt Schedel. Mit Erfolg: Mittlerweile sind alle 18 Plätze vergeben, darunter an überregional bekannte Bands wie „Elephalooka“, „Telquist“ aus Regensburg, „The Stories“ aus Schongau oder „Bruchpilot“ aus Kaufering. Und noch immer trudeln nahezu täglich Anfragen ein. „Allein in der letzten Woche musste ich 20 Bands absagen“, sagt Sachs, der vom Zuspruch genauso überwältigt ist wie seine Bandkollegen.

Rock‘n‘Roll: Auch hier hat der Boden gebebt.

Wichtig ist den Musikern, dass alle Besucher auf ihre Kosten kommen. „Von Indie, Rock, Pop, Elektro bis Blasmusik ist alles dabei“, freut sich Sachs. Für letztere haben die Schongauer die „Brass Boyz“ aus ihrer Heimatstadt angeheuert, die mit ihrem unverwechselbaren Sound das Festival um 11 Uhr eröffnen werden. Gespielt wird bis Mitternacht auf zwei Bühnen, dazu kommt eine „electro stage“, auf der zwei DJs ihr Können an den Plattenspielern zeigen. Natürlich haben die Veranstalter auch das leibliche Wohl der Besucher im Blick und dafür die örtlichen Gastronomen ins Boot geholt. „Uns ist wichtig, dass wir auch da regional bleiben.“

Der finanzielle Aufwand für das Festival ist hoch. Die Miete für die Bühnen, Ausgaben für den Sicherheitsdienst und die Werbung sowie die Gage für die Bands: Da kommt eine ordentliche Summe zusammen. Ob die Rechnung aufgeht, hängt auch von der Zahl der Besucher ab. 22 Euro kostet das Tagesticket, maximal 1000 Karten dürfen verkauft werden. Doch den jungen Musikern ist nicht bang.

Ein erster Fingerzeig, dass das Interesse an der Premiere groß ist, sind die „Early-Deer-Tickets“. Alle 55 der Frühbucher-Karten sind bereits vergriffen. „Dabei war noch gar kein Programm bekannt“, freut sich Sachs. So denken er und seine Mitstreiter schon einmal weiter voraus. Geht es nach ihnen, soll das Peitinger Festival zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender werden. „Vielleicht weiten wir es im nächsten Jahr auf zwei Tage aus und bieten Camping an“, so Sachs. Das wäre dann das ganz große Ding für die junge Schongauer Band.

Karten für das Festival

gibt es ab sofort im Vorverkauf in Schongau im Jeans Café und im Frauenzimmer, in Peiting bei Buch am Bach sowie auf der offizellen Internetseite unter www.bnglou.com.

Christoph Peters

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