Liebe auf den ersten Blick? Siegerin Vroni mit "Ersteigerer" Martin.       Foto: Ursula Fröhlich

170 Euro für das „Prachtstück“ Vroni

Rottenbuch - Nur eine "nette Erfahrung“ oder Liebe auf den ersten Blick? Zum Jubiläum hatte der Ring junger Landwirte und Landfrauen zur Junggesellen-Versteigerung geladen.

Schon der Titel gab zu wilden Spekulationen Anlass. Lässt sich Liebesglück ersteigern? Welche Bedingungen sind an so eine Ersteigerung geknüpft? Auktionator Markus Bader war bemüht, den Ball flach zu halten: „Es gibt da keine Regeln und keine Verpflichtung.“ Auch der 23-jährige Tobi meinte vorsichtig: „Vielleicht lernt man ja nette Leute kennen.“ Im besten Fall sei die Richtige dabei. Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt. Aus einer Bierlaune heraus ließ sich Jerome (22) für das Event rekrutieren. Jetzt sitzt er „scho a bissel aufgeregt“ am Tisch und harrt der Dinge, die da kommen werden. Auf seinem weißen Hemd prangt der Aufkleber „Sexgott“. Werbung in eigener Sache kann schließlich nicht schaden. Eva (30) hat sich ebenfalls als Versteigerungskandidatin aufstellen lassen und hofft auf einen netten Abend.

Der lässt allerdings erst einmal auf sich warten. Um halb elf verkündet Markus Bader auf der Bühne, dass noch Frauen gesucht sind. Anscheinend sind die Herren der Schöpfung doch etwas risikofreudiger, was die Versteigerung der eigenen Person gegen harte Währung betrifft. Schließlich können die Veranstalter sieben waschechte Junggesellen und immerhin vier Junggesellinnen für die Auktion gewinnen. Der Saal ist gut gefüllt, und die ersten Mädels stehen singend auf den Bänken. „Erst einmal schauen, was hier geboten ist“, lacht eine auf die Frage, ob sie sich heute einen Kerl ersteigern will.

Das Geheimnis wird eine gute Stunde später gelüftet. Zur Auktion stehen neben den vorher Genannten der „Hochkaräter“ Georg, die „Büro-Tussi“ Andrea, die „g’mahde Wiesn“ Max, der „Joker“ Tobias, die flotte Sabrina (23), für die in Ägypten schon einmal 40 Kamele geboten worden waren, die „Sportskanone“ Michael, der fesche Norbert, der a sauberes Dirndl sucht, und die Zimmererin Vroni, die am liebsten von einen „trainierten“ Zimmerer ersteigert werden möchte.

Letztere hatte sich erst kurz vor Beginn von einem Freund zur Teilnahme überreden lassen. Damit die Anwesenden die Qualität der angebotenen „Ware“ beurteilen können, kündigt der Bader einen Bierkasten-, Limbo- und Hula Hoop-Contest an, bei dem es hauptsächlich darum geht, eine gute Figur zu machen. Hier stiehlt die Vroni den anderen bereits als Hula Hoop-Königin die Schau und trumpft anschließend mit einer freiwilligen Liegestütz-Runde gegen Tobi auf, bei der sie ihren Gegner locker in die Tasche steckt. Gegen halb eins kommen die lustigen Junggesellen und Gesellinnen schließlich unter den Hammer. Und Vroni feiert einen weiteren Triumph. Stolze 170 Euro ließ sich Martin die Ersteigerung des „Prachtstücks“ kosten. „Ich habe mich auf den ersten Blick in sie verliebt“, gesteht er. Und auch die Vroni ist mehr als glücklich mit ihrer Errungenschaft. Der Martin hat gute Chancen, den ersten Preis, eine Nacht im Hotel, mit ihr zu teilen.

Der zweite Preis, ein Tag in der Therme, geht an Sabrina, für die ein Richard 155 Euro hingeblättert hat. Spannend wird es nochmal beim Verliebt-anschauen-Stechen mit den Höchstbietern zwischen Eva und Andrea, für die jeweils 120 Euro geboten wurden. Galan Richard busselt „seine“ Eva schließlich auf den dritten Platz und hiermit zu einem Tag Adventure-Golf. Die Männer gingen dagegen vergleichsweise billig über den Auktionstisch. 70 Euro für Norbert, 60 für Michael, immerhin noch 40 Euro für Tobias. Die anderen bewegen sich zwischen 15 und 30 Euro. „Sexgott“ Jerome machte seinem Namen alle Ehre und wurde von zwei Mädels gemeinsam ersteigert. Aber trotz eines Einsatzes von über 100 Euro fand sich einer der Bieter dann alleine vor dem Festzelt wieder - ohne „Trophäe“. Die Rechnung Geld gegen Liebe muss eben nicht zwingend aufgehen.

Ursula Fröhlich

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