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Die IG Dorfentwicklung bot passend zur Klimaschutzwoche eine Geländeführung an.

Exkursion ins Breite Moos

„Wir verbrauchen unsere Zukunft“

Rott - Wer jüngst bei Rott an der Exkursion ins Breite Moos teilnahm, wird nicht mehr fragen, was der Klimaschutz mit der Trockenlegung der Moore und dem Torfabbau zu tun hat.

Die IG Dorfentwicklung bot passend zur Klimaschutzwoche eine Geländeführung mit Hans Streicher, Gartenbau-Ingenieur und Koordinator der Aktion „Gärtnern ohne Torf“ des Landesbund für Vogelschutz (LBV) an. Nach kurzer Einführung über die wichtige Bedeutung der Moore für den Klimaschutz, die im Rotter Pfarrheim stattfand, machte man sich auf ins Breite Moos zwischen Apfeldorf, Birkland und Rott. Dieses umfasste einst eine Hochmoorfläche von rund 70 Hektar.

Rott und Apfeldorf sind im Landkreis die moorreichsten Gemeinden, informierte Streicher. „Wir verbrauchen unsere Zukunft“, mahnte er, es gebe torffreie Erden für den Gartenbau, man brauche hierfür nicht die wertvollen Moore zu plündern. In unseren Gegenden sei der Torfabbau eingestellt, aber man biete „billig gewonnenen Torf“ aus dem Baltikum an, aus dort noch intakten Mooren. In der Region werde aufwendig renaturiert und dort ein intaktes Moor zerstört.

Moore sind wertvoll

Streicher, ein gelernter Gärtner, hat die Aktion „Gärtnern ohne Torf“ mitinitiiert. Moore speichern mehr als doppelt so viel CO2 als Wälder gleicher Größe, und Torf sei zu wertvoll, um ihn nach kurzer Sommerblumensaison zu entsorgen.

Streicher gab Einblick in die Torfentstehung und seine Bedeutung im Ökosystem, das durch die Klimaerwärmung so gefährdet sei wie die Gletscher. Durch Entwässerung und Torfabbau würden überdies Lebensräume bedrohter Pflanzen und Tiere zerstört. Das Nebeneinander von Hochmoorflächen, artenreichen Streuwiesen und extensiv genutzten Grünlandflächen im Breiten Moos begünstige eine vielfältige Schmetterlingsfauna, u.a. mit Hochmoor-Gelbling, Blauschillerndem Feuerfalter und Lungenenzian-Ameisenbläuling. Daneben seien hier aber auch verschiedene Moorlibellen-Arten und seltene Vogelarten wie der Wiesenpieper anzutreffen.

Gehört zum Naturschutz

Der LBV konnte bereits vor 20 Jahren Moorflächen erwerben und vernässen. Dazu musste und muss erst einmal die Bewaldung, die nach der Trockenlegung einsetzte, entfernt werden, denn Bäume entziehen dem Moor Wasser. Nur die Krüppel- und Moorkiefer ist als Gehölz geduldet. Mit Dämmen wird das Wasser aufgestaut, damit sich durch das Wachstum der Torfmoose wieder langsam Moor entwickeln können. Torfmoose nehmen beim Wachsen aus der Luft Kohlendioxid auf, das dann im Torf als Kohlenstoff gebunden ist. Moorschutz ist somit Natur-, Arten-, Hochwasser-, Boden- und Klimaschutz gleichzeitig.

Gisela Klöck

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