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Voller Einsatz: Fabian Stromberg kletterte bei einem Stück gar aufs Klavier, an dem ihn Friedrich Rauchbauer begleitete. uf

Fabian Stromberger begeistert die Musikfans im Kulze Schwabniederhofen

Schwabniederhofen - Mit seinem ersten Soloprogramm und Musik aus den 20er- und 30er-Jahren hat Fabian Stromberger im Kulturzentrum Schwabniederhofen für Furore gesorgt.

„Wer singen kann, singt ein Lied, wer nicht singen kann ein Chanson, und wer gar nicht singen kann Songs.“ Fabian Stromberger ist nach eigener Einschätzung der Mann für die Songs. Mit seinem Programm „Was ist im Innern einer Zwiebel?“ gastierte er jetzt im Kulturzentrum Schwabniederhofen. Zusammen mit Friedrich Rauchbauer, der ihn am Klavier begleitete, begab sich Stromberger auf einen vergnüglichen musikalischen Streifzug durch die 20er- und 30er-Jahre.

Draußen war es feucht und kalt, drinnen konnten die rund 70 Besucher, warm eingepackt in kuschelige Decken, temperaturmäßig von den Fidschi-Inseln träumen. Nämlich bei dem Friedrich Hollaender-Hit „Ich lass’ mir meinen Körper schwarz bepinseln“ aus dem Film „Die Drei von der Tankstelle“. Überhaupt las sich das Programm wie eine Hommage an das Kabarett des Berlins der 20er-Jahre. Dort war Friedrich Hollaender, ein deutscher Revue- und Tonfilmkomponist, Kabarettist und Musikdichter, der 1933 wegen seiner jüdischen Abstammung Deutschland verlassen musste, mehr als präsent.

„Zieh Dich aus, Petronella“ mit dem Text von Kurt Tucholsky, „Stroganoff“, die humorvolle Entstehungsgeschichte des Filet-Geschnetzelten „Boef Stroganoff“ oder das „Nachtgespenst“, das sich humoristisch mit dem Fall eines voyeuristischen Regierungsrates befasst, stammen aus seiner Feder.

Das Gedicht „Was ist im Innern einer Zwiebel?“ das von der „Blume aus dem Fladen von dem Kälbchen von der Kuh“ handelt, veröffentlichte Tucholsky einst unter dem Pseudonym „Theobald Tiger“. Ebenfalls ins Schwelgen kam das Kulze-Publikum beim Lied „Lieber kleiner Eintänzer“ von Leo Monosson. Das alles packte Stromberger in das Märchen von „Des Kaisers neue Kleider“, aus dem er zwischendurch erzählte.

Und wenn auch manchmal die unbeschwerte, augenzwinkernde Leichtigkeit der großen Vorbilder fehlte, begeisterte Stromberger dennoch durch kleine Zauberstücke und Kostümszenen, mit denen er seinen Vortrag auflockerte. Da tanzte er hingebungsvoll mit einem Mantel als Partner, kletterte aufs Klavier oder gab im „Kleinen Schwarzen“ eine verruchte Diseuse.

Und er zeigte auch viel Haut, als er sich auf offener Bühne vom Vamp in einen Bauersburschen verwandelte - um dann mit blauem Glitzerhut Irving Berlins „Putting on the Ritz“ zum Besten zu geben. Und mit dem Lied „Ich steh’ auf dem Boden der Tatsachen“, mit dem einst der legendäre Rudolf Platte brillierte, beschloss der facettenreiche Stromberger den Abend im Kulze. Natürlich nicht, ohne noch zwei Zugaben zu geben, die auch vom Publikum energisch gefordert wurden. Dieses hatte der Schüler von Friedrich Rauchbauer mit seinem ersten Soloprogramm durch seine Vielseitigkeit nämlich restlos begeistert.

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