Facebook-Diskussion nach Diebstahl in Schongauer Norma

"Kasse ist ständig unbesetzt"

Schongau: Einige Kunden des Schongauer Norma haben auf den Kassen-Knacker vom Freitag reagiert. Sie sind wenig verwundert, dass dort am helllichten Tag ein Diebstahl geschehen konnte.

5200 Aufrufe und 15 Kommentare. Der Diebstahl am vergangenen Freitag in der Norma-Filiale an der Altenstadter Straße in Schongau hat die Facebook-Freunde der Schongauer Nachrichten beschäftigt. Viele schrieben, dass es sie alles andere als verwundert, weil „die Kasse dort ständig unbesetzt ist“, man teilweise 15 Minuten warten muss, bis ein Mitarbeiter zurückkehrt und bedient. Andere wiederum zeigten sich betroffen und fragten sich: Wer ist so dreist und bricht während den offiziellen Geschäftszeiten eine Supermarktkasse auf? Diese Frage stellt sich auch Manfred Maier, kommissarischer Leiter der Polizeiinspektion Schongau. „Das Bedarf schon ein gewisses Maß an Kaltschnäuzigkeit“, sagt er. Passiert ist es trotzdem. Und das nicht zum ersten Mal. Tatsächlich wurde am 25. Februar 2014 die Kasse in der gleichen Normafiliale schon einmal geknackt. Ebenso am helllichten Tag. Ebenso während den offiziellen Geschäftszeiten. Damals erfreute sich der Dieb über 410 Euro. Am vergangenen Freitag waren es 415 Euro. Ob ein Zusammenhang zwischen beiden Fällen besteht? „Das kann man nach so langer Zeit definitiv nicht sagen“, sagt Meier. Der Täter von 2014 konnte jedenfalls nicht geschnappt werden. Die Ermittlungen des jüngsten Falles sind noch am Laufen, erweisen sich aber – wie damals – als schwierig, da weder ein Mitarbeiter etwas gesehen hat, noch eine Überwachungskamera Beweismaterial liefern könnte. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie sich Norma vor solchen möglichen Diebstählen schützt? Von den Verantwortlichen gab’s darauf – zumindest bis Redaktionsschluss – keine Antwort. „Und wir dürfen dazu gar nichts sagen“, so eine Mitarbeiterin direkt vor Ort. Wer allerdings den Discounter kennt, der weiß, dass er personell unterbesetzt ist. Und eine Videoüberwachung gibt es laut Maier auch keine. Diese Sicherheitslücken sind durchaus ein größeres Problem. „Discounter wie Norma arbeiten mit wenig Personal. Und die Diebe, die immer dreister werden, wählen ihre Objekte nach solchen Kriterien ganz gezielt aus“, sagt Thomas Richter, Vertriebsleiter von V-Markt. Auch ihn überrascht es nicht, dass so eine Tat – bei aller Dreistigkeit – ausgerechnet in einem Discounter wie Norma passieren kann, da gewisse Sicherheitsvorkehrungen einfach nicht getroffen werden. „Bei uns im V-Markt sind alle Kassen und Eingangsbereiche videoüberwacht.“ Zudem werden die Kassen, so lange der Kassier in der Mittagspause ist, in einem Tresor aufbewahrt. „Darüber hinaus beschäftigen wir zu unregelmäßigen Zeiten Ladendetektive.“ Außerdem sind die Kassen mindestens mit zwei Personen besetzt, die Kundeninformation daneben ebenfalls mit mindestens einer Person. „Das schreckt einen potentiellen Dieb natürlich ab“, so Richter.

Johannes Schelle

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