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Nach Crash: Fahrschule sofort geschlossen

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Mit diesem Porsche hat der alkoholisierte Fahrlehrer einen Verkehrsunfall verursacht. © Hans-Helmut Herold

Schongau - Die Fahrerlaubnisbehörde hat prompt reagiert: Der alkoholisierte Fahrlehrer, der am Karfreitag einen schweren Unfall verursacht und mit seiner Flucht vom Unfallort die Rettungskräfte auf Trab gehalten hat, ist seine Lizenz los.

„Die betroffenen Fahrschüler müssen ihre Ausbildung woanders fortsetzen“, erklärte gestern Helmut Deschler, Leiter der

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Fahrerlaubnisbehörde im Landratsamt in Weilheim. Davon sind etwa knapp 20 junge Burschen und Mädchen betroffen. Sie haben aber das Glück, dass ein Angestellter der Fahrschule, Alfred Riegg, eine eigene Fahrschul-Lizenz besitzt. Unter dem Firmennamen „Fredl’s Fahrschule“ hat er in Abstimmung mit dem Landratsamt ein eigenes Unternehmen angemeldet, das die bereits begonnene theoretische und praktische Schulung zu Ende bringen kann.

Ein kleiner Trost für die betroffenen Fahrschüler: „Beim Wechsel der Fahrschule werden in diesem Fall keine Gebühren fällig“, deutete Helmut Deschler vom Landratsamt an. Denn diese Schüler seien unverschuldet in die Situation geraten, und deshalb würden die 20 Euro Wechselgebühr ausnahnmsweise nicht erhoben.

Eine von den betroffenen Fahrschülern ist die 16-jährige Ann-Katrin Schubert aus Peiting. Sie macht derzeit ihren Führerschein in der jetzt eingestellten Fahrschule. In ihrer gestrigen Übungsstunde wurde ihr bestätigt, dass der angestellte Fahrlehrer Alfred Riegg alle derzeitigen Fahrschüler übernehmen wird. „Der Lehrerwechsel stört mich eigentlich nicht“, meint die Schülerin, die mit ihrem Führerschein regulär fortfahren will. Den vom Landratsamt gesperrten Fahrschulinhaber beschreibt sie als einen „äußerst netten und freundlichen Mann“.

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Wieviel Promille dieser freundliche und nette Mann im Blut hatte, das steht noch nicht genau fest. „Es dauert etwa eine Woche, bis uns das Ergebnis der Blutentnahme vorliegt“, erklärte Schongaus Polizei-Chef Rudolf Fischer auf Anfrage.

Fest steht aber der Tatbestand: Der Fahrlehrer hat unter Alkoholeinfluss auf der B 17 bei Steingaden einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem seine Beifahrerin schwer verletzt worden ist. Anschließend war er - wie berichtet - geflüchtet und hatte sich in einem Waldstück versteckt, wo ihn Feuerwehrmänner nach einer einstündigen Suche aufgreifen konnten und der Polizei übergaben.

„Seit dem Unfall am Karfreitag darf dieser Fahrlehrer nicht mehr schulen und lehren“, bezieht Helmut Deschler von der Fahrerlaubnisbehörde eindeutig Stellung. Die Fahrlehrerlaubnis und die Lizenz zum Betreiben der Fahrschule würden solange ruhen, bis von den Justizbehörden ein Urteil vorliege.

Zwei Jahre lang, von 2008 bis 2010, war besagtem Fahrlehrer schon einmal die Lizenz entzogen worden. Gegen diese Entscheidung hatte er geklagt und auch vor einem Gericht in München verloren. „Im vergangenen Jahr hat er die Lizenz dann wieder bekommen, nachdem von einem Gutachter festgestellt worden war, dass er als Fahrschullehrer geeignet ist“, begründete Helmut Deschler die erneute Erteilung der Fahrschullizenz.

„Wenn es zum Entzug der Fahrerlaubnis kommt, erlischt automatisch auch die Fahrlehr-Erlaubnis“, verweist Deschler auf das geltende Fahrlehrergesetz. Gerade weil ein Fahrlehrer eine Vorbildfunktion habe, würde bei ihm eine Verfehlung - zum Beispiel eine Geschwindigkeitsüberschreitung - viel mehr ins Gewicht fallen und nicht als Ordnungswidrigkeit gewertet, sondern dann erfolge in der Regel eine Verwarnung oder auch eine Abmahnung.

Im Landkreis Weilheim-Schongau gibt es laut Deschler derzeit 21 Fahrschulen. Sie werden ständig überwacht. Für die Erteilung einer Fahrschullizenz gelten hohe Hürden. „Ein Fahrlehrer ist auch ein Pädagoge. Er muss charakterlich geeignet und zuverlässig sein“, betont Helmut Deschler.

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