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Das Rathaus wird ab Montag mit einem Bauzaun abgesperrt, die Parkplätze drumherum entfallen für die Sanierungsdauer.

Fassadensanierung startet

Schönheitskur fürs Rathaus

Schongau - Schon länger ist geplant, die Fassade des Schongauer Rathauses zu sanieren. Jetzt geht es endlich los – aber nicht ohne größere Einschränkungen für Fußgänger und Autofahrer.

„Es ist gut, dass wir das Thema endlich angehen“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) im Bauausschuss. Zu groß ist mittlerweile der Sanierungsbedarf an dem im Jahr 1926 errichteten Baudenkmal. Zuletzt wurde der Innenhof im Jahr 2006 für 22 000 Euro hergerichtet, doch außen wurde vor 20 Jahren letztmals Hand angelegt. Dabei wurden an der Westfassade auch Einfach-Isolierglasfenster eingebaut, „leider in schlechter Qualität“, so der städtische Hochbau-Chef Thomas Ola. „Bei starkem Regen läuft dort Wasser rein, das ist eine Fehlkonstruktion.“

Deshalb war ursprünglich geplant, nur die besonders verwitterte Westfassade mitsamt der Fenster zu sanieren. Doch jetzt soll gleich das komplette Rathaus von außen einer Schönheitskur unterzogen werden, weil das nötige Gerüst wegen des Sanierungsbedarfs bei allen Fenstern sowie des Passantenschutzes sowieso komplett rund ums Rathaus gezogen werden muss. Außerdem wäre es unsinnig, den sich abzeichnenden Sanierungsbedarf an den anderen Fassaden in einigen Jahren extra anzugehen, so Ola.

Für das Rathaus-Umfeld bedeutet die zehnwöchige Maßnahme, die am Montag beginnen soll, einige Einschränkungen. In einem vier Meter breiten Abstand rund um das Rathaus wird ein Bauzaun aufgestellt, sämtliche Parkplätze in diesem Bereich entfallen. Auch die Gehwege sind damit gesperrt, wobei der Zugang zum Rathaus bei allen Haupt- und Nebeneingängen erhalten bleiben wird, wie Ola versichert. „Der Durchgang in den Arkaden ist außerdem weiterhin möglich und wird durch einen Passantenschutz gesichert.“

Neben der Fassade – die Farbe bleibt in dem Grünton erhalten – wird auch das komplette Dach überprüft, es werden zusätzliche Schneefangsicherungen montiert. Eine Besonderheit ist der Sandsteinerker. Der ist laut Ola stark verwittert und im Sockelbereich durch Umwelteinflüsse beschädigt und zum Teil zerstört. Deshalb wird, in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, erst ein Sanierungskonzept erstellt und der Erker vermutlich erst kommendes Frühjahr in Angriff genommen.

Die Gesamtkosten werden momentan auf 167 000 Euro geschätzt, im Haushalt stehen momentan nur 125 000 zur Verfügung. Die bereits vergebenen Aufträge für die Gerüstarbeiten, bei denen sich unter vier Anbietern die Weilheimer Firma Schleipfer (22 000 Euro) durchgesetzt hat, und die Malerarbeiten, bei denen die Schongauer Firma Wöhnl unter nur zwei Anbietern mit 92 000 Euro der billigste war, liegen rund sieben Prozent über den ursprünglich veranschlagten Kosten. Wie teuer die Rathaus-Sanierung wirklich wird, hängt letztlich auch von der Förderung ab.

Boris Forstner

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