Festliche Klänge mit englischem Popkolorit spielten die Musiker des Streicherensembles Fink und Steinbach. Foto: bse-pictures

Festliche Klänge in Schongau mit englischem Popkolorit

Schongau - Mit einem beeindruckenden Aufgebot an Mitwirkenden luden Orchester und Streicherensemble Gerd Fink (Landsberg) und Max Steinbach (München), Projektchor „Orfeo & Friends“, Kirchenmusiker Andreas Wiesmann an der Orgel und die Sängerin Juliette zum nachmittäglichen Konzert am dritten Advent.

Der dritte Advent ist liturgisch als Gaudete in Domino semper - Freut euch im Herrn allezeit - eingebettet.

In Korrespondenz dazu setzte man auch das allerdings etwas irreführende Motto des Festkonzertes Adeste Fideles - Nun freut euch ihr Christen. Gesungen und musiziert wurden nämlich nicht in Latein oder Deutsch, sondern fast ausschließlich mit englischem Text vornehmlich eine Reihe von satt instrumentierten, klangbadenden Pop- und Kuschelrock-Songs mit weihnachtlichen Themen.

Alle Arrangements stammen übrigens aus der Feder des Sachsenrieder Komponisten Manuel Wolf. In den Reihen der beliebten und versierten Musiker auch Stadtkapellendirigent Marcus Graf, wie immer mit strahlendem Trompetenklang, und Posaunist Andreas Immler.

Unter Leitung von Gerhard Fink hallten der wuchtige Sound von Chor und Orchester durchs Kirchenschiff, der eigentlich einer elektronischen Verstärkung, die manchmal in der Lautstärke in den Grenzbereich ging, nicht bedurft hätten. Schön wäre es gewesen, der in der Begrüßung so nett ausgesprochenen Einladung „Einkehr bei sich selbst zu halten“, unplugged und ohne Extraportion Hall folgen zu dürfen.

Trotz klirrender Kälte waren die Künstler bestens aufgelegt, allein dafür schon ein Sonderlob, denn mit eiskalten Fingern und halb festgefrorenem Ansatz spielt sich nicht so mühelos, verweigert sich auch die Intonation der Streich- und Saiteninstrumente gerne dem frostigen Zugriff. Augen- und Ohrenweide, Sängerin Juliette, dick eingemummelt in ihren Federkragen, brachte aber mit ihrer wohl timbrierten, klaren Stimme viel Wärme in den prachtvollen Barockraum. Die aus Russland stammende Sängerin studierte am Moskauer Konservatorium und der Kölner Musikhochschule. Mit dem Titelsong des Kinohighlights „Das letzte Einhorn“ katapultierte sie sich damals wie ein Komet in den europäischen Hitparaden. Durch die Mikrophonübertragung ließ sich allerdings leider der gesungene Text kaum verstehen.

Auch wenn sich die Kälte im „Halleluja“ jetzt bereits locker den Weg bis zu den Knien erobert hatte, durfte man sich als Zuhörer in Manuel Wolfs Variante von Nino Rotas „A Time for us“ entspannt zurück gleiten lassen und vor sich dahin träumen. Eigenwillig gesetzt und virtuos vom Blechsatz gestaltet gelang die Bearbeitung von „Es ist ein Ros entsprungen“.

Mit gerundetem Wohlklang präsentierte sich auch der Augsburger Projektchor „Orfeo & Friends, der vor allem in dem a-cappella gesungenen „Lullaby“ sein Können zeigte.

Mit einem großen Zeitsprung ging es dann in den so gänzlich andersfarbigen Kosmos der Bachschen Musikwelt. Mit dem Choral „Jesu bleibet meine Freude“ gab Organist Andreas Wiesmann, mit ruhig schwingendem Puls im Pedalregister, sakrale Gewissheit fürs musikliebende Herz und die adventlich gestimmte Seele.

Mit dem inspirierenden „You raise me up” geben die Künstler dem dankbar applaudierenden Publikum Geleit in die winterliche Abenddämmerung.

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