Wies-Konzert in der Basilika Altenstadt mit Hans Jürgen Huber (Trompete), Ulrike Kagermeier-Cesak (Sopran) und Anton Guggemos (Orgel). Foto: rwg

"Festlicher Sommer" in Altenstadt mit Arien, die unter die Haut gehen

Altenstadt - Die Basilika in Altenstadt stand am Samstagabend ganz im Rahmen festlicher Barockmusik. Unter dem Titel „Con voce festiva“ hatte die Reihe „Festlicher Sommer in der Wies“ ein Programm für Sopran, Orgel und Trompete zusammengestellt, und die beinahe eineinhalb stündige Veranstaltung war ein Genuss für die zahlreich erschienenen Feinschmecker barocker Musik.

Mit Blitz und Donner vor den Toren der Basilika wurde „Die Ankunft der Königin von Saba“ aus dem Oratorium „Salomon“ von Georg Friedrich Händel angekündigt. Ein Auftakt, der nicht passender sein konnte, denn die Naturgewalten draußen standen wunderbar im Zusammenhang mit dieser hervorragenden Musik.

Das Werk ist ein Stück für Orgel und Trompete, und mit Hans Jürgen Huber (Trompete) und Anton Guggemos (Orgel) fanden zwei außergewöhnliche Künstler zusammen, die nicht nur durch das perfekte Beherrschen ihres „Werkzeugs“ herausragten. Die Ergänzung, das harmonische Zusammenspiel, die gemeinsame Interpretation der vorgetragenen Stücke ist einfach brillant.

Besonders zum Tragen kommt das bei der schwungvollen „Konzertsonate in D“ von Georg Friedrich Telemann. Hans Jürgen Huber ist u.a. Kulturpreisträger der Stadt Geisenfeld, seiner Geburtsstadt, und Gründungsmitglied des Blechbläserquintetts „Schutzblech“. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Präzision beherrscht er sein Instrument, und die Tremoli flattern schwerelos durch den Raum.

Anton Guggemos und die Orgel kann man als eine Symbiose bezeichnen - Guggemos verschmilzt beim Orgelspiel geradezu mit dem Instrument. Als Organist in der Wieskirche ist er außerdem durch zahlreiche Konzerte im In- und Ausland bekannt. An diesem Abend präsentiert er fünf verschiedene Orgelsolowerke und zeigt dabei sein ganzes Können an der „Königin der Musikinstrumente“. Man hört eine fröhliche, an Leierkasten-Klänge auf dem Jahrmarkt erinnernde „Sonata in C“ von Giovanni Battista Pescetti, ein wunderbar sanftes „Largo in D“ von Giovanni Battista Martini und eine sehr melodiöse und schwungvolle „Sonata in d“ von Jean Baptiste Senaillé.

Neben der „Sonata in d“ von Baldassare Galuppi nimmt Anton Guggemos auch das Werk „Concerto h-Moll del Sign. Antonio Vivaldi“ von Johann Gottfried Walther mit in sein Programm auf und zieht damit einen Bogen zu Johann Sebastian Bach, denn Walther war ein Vetter des großen Komponisten.

Natürlich ist es ein Muss, auch ein Stück von Johann Sebastian Bach in einem Programm mit festlicher Barockmusik vorzustellen. Und damit kommt man zu den absoluten Höhepunkten dieses Abends. Das sind die fünf Werke, die die beiden Musiker gemeinsam mit der weiteren Künstlerin, der Sopranistin Ulrike Kagermeier-Cesak, präsentieren. Es sind Arien für Trompete, Orgel und Sopran von Alessandro Scarlatti, Johann Seb. Bach und Georg Friedrich Händel, die in einer Weise vorgetragen werden, die unter die Haut geht.

Anton Guggemos begleitet einfühlsam den kräftigen, in jedem Takt sicheren und strahlenden Sopran von Kagermeier-Cesak. Die Altenstädterin, die seit fast 30 Jahren als Kirchenmusikerin an der romanischen Basilika tätig ist, zeigt zu keinem Zeitpunkt Unsicherheiten. Ganz im Gegenteil. Selbstbewusst, kraftvoll und äußerst ausdrucksstark überzeugt sie mit ihrer Stimme, die gerade auch beim letzten Stück „Let the bright Seraphim“ aus dem Oratorium „Samson“ von Georg Friedrich Händel in der Tiefe großes Volumen zeigt.

Die Trompete übernimmt bei diesen Arien das Leitmotiv, und dieses Wechselspiel von instrumentaler und gesanglicher Darbietung, begleitet von sanften Orgeltönen, ist einfach einmalig.

Ein Geschenk an die begeisterten Zuhörer ist daher die Zugabe der drei Künstler: Das „Domine Deus“ aus dem „Gloria in D“ von Antonio Vivaldi ist der krönende Abschluss eines denkwürdigen Konzerts.

rwg

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