Der Feuerhölle gerade noch entkommen

Schwabniederhofen - Bei einem Großbrand in den frühen Morgenstunden des vergangenen Samstags ist in Schwabniederhofen ein Einfamilienhaus völlig zerstört worden. Personen wurden zum Glück nicht verletzt, es entstand jedoch hoher Sachschaden. Die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen.

Der Schock sitzt tief bei der dreiköpfigen Familie aus Schwabniederhofen: Genau eine Woche vor Heiligabend ist ihr Haus in Flammen aufgegangen, sämtliches Hab und Gut mit einem Schlag vernichtet - die Betroffenen stehen vor dem Nichts. Der einzige Trost: Sie kamen zumindest mit dem nackten Leben davon.

Schwabniederhofen: Wohnhaus in Flammen

Schwabniederhofen: Wohnhaus in Flammen

Gegen 2.30 Uhr war der Hausbesitzer aus dem Schlaf gerissen worden - durch einen lauten Knall. Als er nach dem Rechten sehen wollte, wurde er auf den Brand im Erdgeschoss aufmerksam. Die erste Reaktion: Frau und Tochter wecken. Die Ehefrau lief sofort durch das verrauchte Treppenhaus nach unten, um per Telefon einen Notruf abzusetzen. Ein Glück, dass sie danach noch den Weg ins Freie schaffte. Ihr Mann und die erwachsene Tochter brachten sich über den Balkon, über den sie sich hinunterhangelten, in Sicherheit.

Die Polizeieinsatzzentrale wurde über die Integrierte Leitstelle gegen 2.30 Uhr von dem Brand in Kenntnis gesetzt. Sekunden später ertönte in Schwabniederhofen und Altenstadt Sirenenalarm.

Beim Eintreffen der zahlreichen Feuerwehrkräfte stand das Haus bereits in Vollbrand. Zumindest war zu diesen Zeitpunkt bereits sichergestellt, dass sich keine Personen mehr in der Feuerhölle befanden.

Die Feuerwehren aus Schwabniederhofen, Altenstadt und Schongau nahmen unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Johann Deschler aus Altenstadt umgehend die Brandbekämpfung auf. Auch die Nachbargebäude wurden abgeschirmt. Später kam noch die Peitinger Wehr hinzu, um eine weitere Drehleiter vor Ort zu haben. Das Haus selber war im Grunde nicht mehr zu retten. Das Feuer hatte ganze Arbeit geleistet.

Gegen 9.30 Uhr waren alle Glutnester beseitigt, so das die auch die Brandwache abrücken konnte. Offensichtich etwas zu früh, denn gegen 12.30 Uhr erforderte eine Rauchentwicklung den erneuten Einsatz der Feuerwehr. Anscheinend hatte der Wind, der durch das Gebäude blies, noch einmal für einen Brandausbruch gesorgt, ob wohl eine Wärmebildkamera zuvor eigentlich Entwarnung gegeben hatte. Die Wehrmänner entfernten daraufhin eine Schrankwand im Wohnzimmer. Dort dürfte vermutlich auch die Brandursache zu suchen sein.

Das Haus ist allem Anschein nach ein Fall für die Abrissbirne. Ersten Schätzungen zufolge dürfte der Schaden zwischen 200 000 und 300 000 Euro liegen.

Die Ermittlungen zur Brandursache wurden noch vor Ort von der Kripo aufgenommen und werden in den folgenden Tagen fortgesetzt. „Derzeit kann dazu noch keine Aussage getroffen werden“, meldete Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd.

Die drei Hausbewohner wurden von Rettungskräften untersucht, waren aber glücklicherweise unverletzt. Darüber ist auch Altenstadts Bürgermeister Albert Hadersbeck froh. „Die hätten alle tot sein können“, versucht er angesichts der schlimmen Tragödie etwas Trost zu spenden. Es sind bereits Gespräche geführt worden, wie man der im wahrsten Sinne des Wortes „ausgebrannten“ Familie helfen kann. Bei der Mutter des Brandleiders in Altenstadt haben sie jetzt fürs erste ein Dach über dem Kopf bekommen.

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