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Die „Schrotties“ der Feuerwehr Schwabsoien hatten bei ihrer Jubiläums-Sammlung alle Hände voll zu tun, um die angelieferten Teile in die Container zu schichten. Von links Fritz Linder (1. Vorsitzender), Walter Zwick, Anton Eirenschmalz (2. Vorsitzender) und Thomas Hartmann.

Besondere Sammelaktion

Die Schrotties der Feuerwehr Schwabsoien: Weißwurst und Bier gegen Schrott getauscht

Schwabsoien - 15 Jahre lang standen die beiden Feuerwehrler Fritz Linder und Anton Eirenschmalz gemeinsam als Vorsitzende an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Schwabsoien. Von Beginn ihres gemeinsamen Weges in der Wehr an haben sie einmal im Jahr eine große Schrottsammelaktion organisiert.

In diesem Jahr das letzte Mal, den beide werden bei der nächsten Wahl ihr Amt an jüngere Männer übergeben.

Vor allem in den Nachkriegsjahren waren Metalle hochbegehrt, die brachten gutes Geld ein. Die fliegenden Händler sind mittlerweile zwar seltener geworden, Metalle aber immer noch gesucht. Vor allem Vereine gehen in ihren Orten auf die Suche, um von dem Erlös die Vereinskassen etwas aufzubessern. Auch Fritz Linder und Anton Eirenschmalz wollten durch so eine Aktion die Kasse ihrer Schwabsoier Feuerwehr aufbessern. Quasi als Feuerwehrschrotties.

Damals vor 15 Jahren, als sie gemeinsam das Amt des ersten und zweiten Vorsitzenden der Wehr übernahmen. Anton Eirenschmalz, der bis dahin schon als 2. Vorstand über zehn Jahre die Pegelstände der Vereinskasse einzuschätzen wusste, schüttelte gleich im ersten Jahr einen schwergewichtigen Joker aus dem Ärmel: Er spendierte einen ausgedienten Baukran, der immerhin 11,5 Tonnen auf die Waage brachte. Das Starkapital konnte sich sehen lassen. Ab jetzt stand die Sammlung jährlich auf dem Programm der Wehrmänner.

In diesem Jahr sollte die Sammlung doch etwas anders ablaufen als in den vergangenen Jahre. So als letzte Schrottaktion, die unter der Federführung der beiden Gründer abläuft. Bei Linder und Eirenschmalz entstand die Idee am Lagerfeuer aus einer Bierlaune heraus. „Mach mer an Schrott-Event“, das Ergebnis der Gedankenspiele. Schrott gegen Weißwürste, Brezn und Bier. Das muss doch was bringen, oder? Erst abladen (Schrott), dann einladen (Weißwurst).

Und die Idee ging auf: Die Anlieferer standen in langen Schlangen auf dem Hof von Anton Eirenschmalz. Alles, was einen Bulldog besitzt, fuhr zur Parade auf. Selbst mit Schubkarren wurde angeliefert, was zuhause nicht mehr niet- und nagelfest ist. Auch drei noch rollende Heuma-Schwader wurden gespendet, alles zum Wohle der Feuerwehr.

Eine Frau brachte die alten amerikanischen Zulassungsschilder ihres Vaters, die einmal heiß begehrte Souveniers aus Alaska waren. Der Zwick Alfons trennte sich von seiner Motorsäge, und der Sinn Martin brachte all die Teile mit, die das jüngste Rasenmäherrennen nicht überstanden hatten.

Eigentlich ist Dr. Eduard Wille im Dorf für die Hausbesuche da. Doch an diesem Morgen war auch für ihn ein Rollentausch angesagt. Der Arzt hat seinen Keller ausgeräumt und brachte den Schrott vorbei, viel „Baurazeug“. Die Hausbesuche übernahm derweil Fritz Linder. Aber nicht medizinisch einfühlsam mit Stethoskop – mit seinem Gabelstapler graste er die Haushalte ab. Von Tür zu Tür, seniorenfreundlich. Nur zum Weißwurstessen mussten die Spender zur Sammelstelle kommen.

Zu der kam auch Hubert Strobl mit dem Bulldog. Der Anhänger voll beladen. Edelschrott. Das gibt mindestens die doppelte Weißwurstportion – und zwei Obstler zusätzlich. Die brauchte er auch, als das alte kunstgeschmiedete Geländer seines Vaters abgeladen wurde –da kam etwas Wehmut auf. Das Geländer hat sein Vater Manfred, der 44 Jahre lang Kunstschmied war, noch selbst geschmiedet. Handarbeit, gute sechs Meter lang.

Jetzt profitiert die Feuerwehrjugend davon. Gute zehn Tonnen erwarten sich Fritz Linder und Anton Eirenschmalz von ihrer letzten Sammelaktion. Der Erlös wird auf keinen Fall verfeiert: Ein Teil kommt er der Jugendarbeit zugute, zum andern wird er in das Feuerwehrstüberl investiert.

Hans-Helmut Herold

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