Alles kompakt und funktional

Feuerwehrhaus Sachsenried: "Kosten laufen aus dem Ruder"

Sachsenried - Lange ist geplant und gesprochen worden, jetzt stehen die Pläne für das Feuerwehrhaus in Sachsenried fest: Der Beschluss des Eingabeplans ist jetzt aber trotzdem verschoben worden.

Planer Manfred Ullmann vom gleichnamigen Architekturbüro war zur jüngsten Schwabsoier Gemeinderatssitzung geladen, um die abschließenden Pläne vorzustelllen, damit das Projekt neues Feuerwehrhaus Sachsenried auf den Weg gebracht werden kann.

Zunächst aber erklärte Bürgermeister Neumann, dass man in den vergangenen Tagen und Wochen „das Hauptproblem Abstandsflächen im Norden“ gelöst habe. Da das Gebäude aus verschiedenen baulichen und funktionellen Gründen auf dem bestehenden Grundstück der alten Schule in Sachsenried etwas gedreht werden musste, war es der Gemeinde nicht mehr möglich, die gesetzlichen Abstandsfläche zum nächsten Nachbarn einzuhalten.

Gelöst wurde das Problem dadurch, dass die Nachbarn die gemeindliche Abstandsfläche auf ihrem Grundstück übernommen haben.

Ansonsten hat Planer Ullmann in Absprache mit der Gemeinde und den Fachbereichen alle Details fürs Feuerwehrhaus abgeklärt. Im Erdgeschoss finden die beiden Fahrzeuge in der Halle Platz, ebenso wie die Spinde, die Stiefelwaschanlage, WCs und Duschen. „Alles relativ klein, aber kompakt und funktional“, so Ullmann. Hinzu kommen im Erdgeschoss noch ein Lagerraum, die Abgas-Absauganlage und ein Raum für Heizung und Technik. Der Gastank für die Gasheizung wird im Außenbereich unter der Oberfläche verbaut.

Im Obergeschoss gibt es einen Schulungsraum für die Feuerwehr und einen Raum für die Landjugend, eventuell verbunden durch eine mobile Trennwand. Zusätzlich sind dort noch eine Küche, eine Garderobe sowie Herren- und Damen-WCs untergebracht.

Auf Vorschlag von Herbert Hefele wurde in die Planungen mitaufgenommen, im Obergeschoss bei einer Höhe von etwa 2,60 Metern eine abgedichtete Zwischendecke einzubauen, damit man nicht bis unters Dach umsonst heizen müssten.

So weit, so gut. Als Ullmann dann auf die Kosten zu sprechen kam, kippte die ansonsten zustimmende Meinung im Gemeinderat. „Mit Baunebenkosten liegen wir im Rahmen der ursprünglichen Kostenplanung von rund 593 740 Euro“, führte Ullmann aus.

„Wie bitte“, entfuhr es Rudi Kögel. „Ich habe noch Baukosten von rund 380 000 Euro im Kopf“, sagte er. „Im Mai/Juni haben wir noch über rund 432 000 Euro plus Abrisskosten gesprochen“, ergänzte Herbert Wohlhaupter. „Da fehlen ja rund 150 000 Euro: Warum kostet das jetzt soviel mehr als noch vor rund sieben Monaten“, wollte Manfred Schmid wissen.

Zur Erinnerung: Nach den anfänglichen Planungen standen über 500 000 Euro für das neue Feuerwehrhaus im Raum. Daraufhin wurde nochmals umgeplant, verkleinert. Im August dieses Jahres hatte man dann schließlich für eine kleinere Variante für geschätzte 460 000 Euro gestimmt. „Genau, das waren Kostenschätzungen aufgrund von Hochrechnungen“, erklärte Planer Manfred Ullmann. „Ich kann doch nicht alle verschiedenen Varianten, die wir zwischenzeitlich im Auge hatten, komplett durchrechnen.“

Bürgermeister Siegfried Neumann brachte es auf den Punkt: „Das heißt, unsere ursprüngliche Kostenschätzung war zu niedrig“, schloss er. „Das läuft uns aus dem Ruder“, warnte Schmid. „Ein wenig daneben liegen bei der Kostenschätzung ist ja in Ordnung, aber wie hier um 35 Prozent, das ist zu viel“, sagte Bernhard Starker. Einstimmig folgte der Gemeinderat daraufhin dem Antrag von Manfred Schmid, den Beschluss des Eingabeplanes zu verschieben und das Vorhaben in der nächsten Bauausschuss-Sitzung nochmal zu behandeln.

Jochen Schröder

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