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Ob's am Samstag in Schwabbruck auch so prächtig funkelt?

Feuerwerker aus Schwabbruck

Achtung, am Samstag kracht's!

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Schwabbruck - Wenn Männer-Träume wahr werden: Rainer Siegl aus Schwabbruck ist Feuerwerker. Ein außergewöhnlicher Beruf mit viel Zuspruch und Gegenwind. Auch dann, wenn er für seine eigene Mutter schießt?

An dieses Feuerwerk erinnert sich Rainer Siegl noch ganz genau: Es war für eine Firmenfeier bei Rosenheim. Zwei Busse voller volltrunkener Russen sind extra zum Sportplatz kutschiert worden, um seine Kracher-Künste aus nächster Nähe zu bestaunen. Die Russen hatten sichtlich ihren Spaß, haben sogar alles „doppelt gesehen“, witzelt Siegl. Einem Pferdebesitzer aber ist in dieser Nacht wortwörtlich der Gaul durchgegangen. Besser gesagt eine trächtige Stute, die schon mal eine Fehlgeburt hatte – wegen des plötzlichen Krachs eines Feuerwerks.

Rainer Siegl bei der Arbeit.

„Da habe ich dann auch Verständnis, wenn sich jemand laut und deutlich beschwert“, sagt Siegl. Für den inzwischen 38-Jährigen ist eine Sache dann ganz besonders wichtig: Die ordnungsgemäße Anmeldung. Siegl meldet jedes seiner Feuerwerke im Gewerbeaufsichtsamt (GAA) der Regierung von Oberbayern an. „Das kostet mich immer 300 Euro, egal wie groß das Feuerwerk ist.“ Also völlig gleich, ob brennendes Herz für Heiratsanträge oder Monster-Feuerwerk für Bad Bayersoien in Flammen. 300 Euro und ein bisschen Papierkram sind bei Siegl Pflicht. Erst dann ist er auf der rechtlich sicheren Seite. Aber nicht davor gefeit, dass sein Vorhaben tatsächlich genehmigt wird.

Bei Siegl handelt es sich um gewerbliche Feuerwerke. „Die dürfen nur durch Inhaber einer sprengstoffrechtlichen Erlaubnis oder deren Beschäftigte, die über einen Befähigungsschein besitzen, abgebrannt werden“, sagt Gabriela Holthaus vom GAA der Regierung von Oberbayern. Seit 2002 besitzt Siegl diesen Schein, den er durch Einhaltung folgender Kriterien erwarb: 26 mal bei einem Feuerwerker tatkräftig helfen. Eine Woche Kurs mit mehr Theorie als Praxis besetzen. Und eine erfolgreiche Abschlussprüfung absolvieren. Siegl ist das gelungen.

Siegls Mitarbeiter sichern die Feuerwerkskörper und platzieren die Zündschnur.

Dann spielen aber immer noch Lärm-, Natur-, Brand- und der Tierschutz eine große Rolle. Bei Bedarf spricht sich das GAA mit dem zuständigen Landratsamt oder der Gemeinde ab, informiert sich, wo es Probleme geben könnte. Als das Café Central in Peiting sein Zehnjähriges feierte, war von Siegl ein großes Feuerwerk auf dem Schloßberg geplant. Siegl hatte schon alle wichtigen Vorbereitungen getroffen, als es im allerletzten Moment doch noch verboten wurde. „Das GAA hat damals die Schutzzone plötzlich von 500 auf 1000 Meter erhöht“, erinnert sich Siegl. Grund des Blitzverbots: Der Uhu, der in den Hängen hinter Schloß- und Kalvarienberg, also oberhalb des Lechs, zuhause ist.

"Bonzen-Feuerwerk" auf Starnberger See

Ansonsten aber hat Siegl selten Probleme mit der Genehmigung. 100 Aufträge im Jahr unterstreichen das. Besonders beliebt bei geldigeren Leuten ist sein flexibles Floß, mit dem er unter anderem auf den Stranberger See hinaus schippert, um dann ein, wie er selbst sagt, „Bonzen-Feuerwerk“ abzubrennen.

Als Feuerwerker hat Siegl also schon jede Menge erlebt. An diesem Samstag aber lässt er es im engsten Kreise seiner Familie, in Schwabbruck, krachen. Seine Mutter feiert nämlich den 60. Geburtstag. Ihr größter Wunsch: Ein Feuerwerk vom Sohnemann. Damit dieser Wunsch auch sicher in Erfüllung geht, hat er sein Vorhaben bereits genehmigen lassen.

Warnhinweis

Am Samstag, 5. März, gibt’s um 21.30 Uhr ein Feuerwerk in Schwabbruck. Es kann zu Lärmbelästigung kommen.

Johannes Schelle

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