Aus dem Gericht

Fischsterben: Weitere Verhandlung folgt

Weilheim/Peiting - Ob der Landwirt, der am Peitinger Lexebach Gülle ausgebracht hatte, auch für das Fischsterben verantwortlich ist, konnte vor Gericht erneut nicht abschließend geklärt werden. Die Richterin möchte noch weitere Zeugen hinzuziehen. 70 Forellen und 60 Aale verendeten.

Im Fall der Gewässerverunreinigung des Lexebachs in Peiting erschien der beschuldigte Landwirt (48) vor dem Amtsgericht Weilheim mit einem anderen Verteidiger. Dieser hatte sich vor der Verhandlung mit den Gegebenheiten vor Ort beschäftigt und die Lage des zu bewirtschafteten Feldes, des Lexebachs und der Fischzucht in Augenschein genommen. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass der Landwirt an jenem Tag im Mai letzten Jahres nicht nur auf Grund eines nicht gemähten Streifens 50 Meter vom Bach entfernt düngte, sondern sich der Abstand sogar auf rund 100 Meter belief. Der Drainagegraben, der zum Schacht führt, liegt nämlich noch einmal 50 Meter vom eigentlichen Bach entfernt.

Der Verteidiger gab auch zu bedenken, dass der Landwirt an diesem Tag auf einer Fläche von einem Hektar nur 14 Kubikmeter Gülle ausfuhr. „Und Gülle ist kein Wasser, sondern etwas dickflüssiger“, sagte der Verteidiger und folgerte daraus, dass durch diese Beschaffenheit der Dünger nicht so leicht fließen würde wie Wasser.

Gülle ist dickflüssiger als Wasser 

Als Zeuge sagte an diesem Verhandlungstag der Lexewart aus. Der Peitinger ist auch der erster Vorsitzende des Fischzuchtvereins. Er hatte einen Tag nach dem Gülleausfahren zunächst nur ein paar kleine tote Forellen in einem Becken entdeckt. Im Endeffekt starben dann rund 70 Forellen.

Sehr präzise beschrieb der Peitinger die örtlichen Begebenheiten. Das leicht abschüssige Gelände des Landwirts wird drainiert. Die Gräben führen in einen Sammelschacht. Ob von anderen Feldern auch noch Drainagen in den Lexebach führen, konnte der Zeuge nicht ganz ausschließen. „Ich bin mir aber zu 95 Prozent sicher, dass nur vom Feld des beschuldigten Landwirts Drainagen zum Lexebach führen“, sagte er.

Bei seiner Besichtigung des damaligen Geschehens stellte der Lexewart am Sammelschacht für ihn eindeutige Spuren von Gülleeinfluß fest. „Es war eine schlierige Fläche auf dem Wasser“ , gab er an. Auch sah er, dass eine große Fläche des in Frage kommenden Feldes gedüngt worden war. Dies sei auch von der Polizei mit Fotos dokumentiert worden. Außerdem sei auf keinem anderen Feld zu diesem Zeitpunkt gedüngt worden, so der Zeuge. Auf die Frage des Verteidigers, warum die 60 toten Aale erst vier Tage nach dem ganzen Vorfall aus dem Bach geholt wurden, konnte der Lexewart nichts beitragen. „Für die Aale bin ich nicht zuständig“, sagte er. Ein Hobbyfischer hatte diese zur Geschmacksverbesserung in einer Reuse in den Bachzulauf gehängt.

Polizei fotografierte das gedüngte Feld

Richterin Katrin Krempl möchte nun in einer weiteren Verhandlung den für den Fall zuständigen Polizeibeamten hören. Und da für sie die Frage nach eventuell weiteren Drainagen von anliegenden Feldern ebenfalls noch nicht abschließend geklärt ist, möchte sie das Landwirtschaftsamt hinzuziehen.

Regina Wahl-Geiger

Rubriklistenbild: © dpa

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