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Flachdach spaltet Hohenfurcher Gemeinderat

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Modell Riedle: So hatte Michael Riedle sich die Flachdach-Variante vorgestellt. skizze: planungsbüro riedle
Modell Riedle: So hatte Michael Riedle sich die Flachdach-Variante vorgestellt. skizze: planungsbüro riedle

Hohenfurch - Ein Flachdach hat die unterschiedlichen Meinungen im Hohenfurcher Gemeinderat am Dienstagabend heftig aufeinanderprallen lassen.

Mit dem Ergebnis, dass sich das Gremium mit der knappsten Mehrheit von 6:5 Stimmen gegen die im Gewerbegebiet Nord angedachte Variante entschied.

Es ging um den Neubau eines Bürogebäudes der Eheleute Riedle aus Epfach, die im neu entstehenden Gewerbegebiet ein Flachdach dem gängigen Satteldach vorzogen - und das mit Blick in die Zukunft. „Wenn wir eines Tages erweitern wollen, so können wir das nur nach oben“, begründete Michael Riedle seinen Antrag gestern auf Nachfrage unserer Zeitung.

Hintergrund: In Westen seines Grundstücks verläuft die B 17 als natürliche Grenze, im Norden und im Osten ist der Bebauungsplan am Ende und im Süden grenzt das Areal Taufratshofer direkt an. Riedle allerdings blickte schon mal in die Zukunft. „Derzeit reicht das Bürogebäude für die acht Mitarbeiter, die dort beschäftigt sein werden, aus, aber ich weiß ja nicht, wie sich das Unternehmen entwickelt und ob wir dann expandieren wollen.“

Josef Schmidbauer (SPD) hatte eine Änderung des Bebauungsplans und somit ein Flachdach mit den Worten abgelehnt, „dass Flachdächer meiner Auffassung nach da draußen optisch nicht hinpassen“.

Unterstützung erhielt er in dieser Ansicht durch seinen CSU-Kollegen Thomas Götz, der anmerkte: „Das Bürogebäude ist direkt am Ortseingang platziert, wenn man aus Richtung Landsberg kommt. Damit ist es eine Visitenkarte des Ortes.“ Es sei schade, dass die Diskussion über ein Flachdach erst jetzt in Gang gesetzt werde, „wo der Bebauungsplan bereits durchgewunken ist“. Auch Vize-Bürgermeister Josef Epple schlug in diese Kerbe und teilte damit auch die Meinung von Rathauschef Guntram Vogelsgesang.

„Mal abgesehen davon, dass mir Flachdächer prinzipiell nicht gefallen, weil sie nicht in unsere Landschaft passen, halte ich es auch für wenig glücklich, über so etwas zu diskutieren, nachdem wir erst vor kurzem den Bebauungsplan genehmigt haben. Und Herr Riedle war in diese Planungen mit einbezogen. Wenn wir deshalb jetzt schon eine Ausnahme machen, brauchen wir künftig überhaupt keine Bebauungspläne mehr“, fand der Bürgermeister deutliche Worte.

Die Eheleute Riedle fanden indes auch Fürsprecher. Ute Fichtl-Lankes (CSU) beispielsweise würde ein Flachdach an dieser Stelle nicht stören. Sie sieht trotzdem Einheitlichkeit gegeben. Zustimmung gab’s auch von Diana Konrad (CSU) und Luitpold Fischer (CSU). Und auch Max Braunegger von den Freien Wählern findet ein Flachdach auf diesem Areal „nicht so schlimm“.

Debattiert wurde letztlich auch vor dem Hintergrund, dass die beiden Hallen des Unternehmens Riedle im Vergleich zum Bürogebäude weit höher dimensioniert sind. Das war mit ein ausschlaggebender Grund für die Ablehnung eines Flachdachs. „Da wird der Unterschied noch krasser“, meinten Schmidbauer und Co.

Michael Riedle hält dem entgegen, dass bei einer möglichen Ausweitung des Betriebs durch einen zweiten Stock der Höhenunterschied geringer werde, womit sich auch die Optik entscheidend verbessern würde. Kommentar Guntram Vogelsgesang: „Was machen wir aber bis dahin? Es ist ja kaum davon auszugehen, dass Herr Riedle bereits in zwei oder drei Jahren an eine Aufstockung denken wird, weil er sie dann auch schon jetzt machen könnte.“ Riedle kann zwar auch beim ihm jetzt verordneten Satteldach erweitern, muss dann aber wesentlich tiefer in die Tasche greifen.

„Auf ein Flachdach müsste ich nur ein paar Steine und den Dachstuhl setzen. Beim Satteldach muss der komplette Dachstuhl runter, danach muss aufgemauert und dann der Dachstuhl wieder draufgesetzt werden.“ Riedle rechnet dafür mit Mehrkosten von „etwa 150000 Euro“.

Gleichwohl kann er auch die Kritiker verstehen, denen der Höhenunterschied der Gebäude missfiel und die deshalb für ein Satteldach votierten. Entgegen hält er ihnen aber, „dass ich ein sehr modernes, begrüntes Flachdach im Auge gehabt habe - das wäre der letzte Schrei gewesen und hätte das Ortsbild bestimmt nicht verschandelt.“ Stephan Penning

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